30.12.2017, 00:00 Uhr

Der Konjunkturmotor brummt: „2018 wird ein gutes Jahr“

Der Wirtschaftsaufschwung wird auch 2018 weitergehen, sind sich Unternehmer, Politiker und Wirtschaftsforscher einig. (Foto: panthermedia.net/Kzenon)
OÖ. Schon lange nicht mehr blickten Wirtschaftsforscher, Politiker und Unternehmer so optimistisch in die Zukunft. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) rechnet mit zwei Prozent und die Nationalbank geht gar davon aus, dass die Wirtschaft in Österreich im kommenden Jahr um 2,8 Prozent wachsen wird. Branchenübergreifend brachte ein Rundruf der BezirksRundschau kurz vor Weihnachten die gleiche Rückmeldung. Der Tenor: „Das Wachstum geht weiter.“

Die Industriellenvereinigung sieht deswegen die Zeit gekommen, um Reformen einzuleiten: „Wir müssen den Aufschwung nützen, um die öffentlichen Haushalte zu konsolidieren, finanzielle Spielräume zu schaffen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standortes zu verbessern“, sagt der Präsident der Industriellenverinigung OÖ, Axel Greiner.

Eine Einschätzung, die Wirtschaftslandesrat Michael Strugl (ÖVP) teilt – gleichzeitig verweist der Politiker auf den dringenen Fachkäftebedarf: „Treiber des Wachstums sind die Investitionen und die Exporte, die auch nächstes Jahr zulegen werden. Damit verbunden ist ein weiteres Absinken der Arbeitslosigkeit in unserem Bundesland auf 5,4 % im Jahr 2018. Das bringt zugleich eine Verschärfung des Fachkräftemangels, weshalb das Land weiterhin auf Qualifizierungsmaßnahmen setzen wird, um hier gegenzusteuern. Aber auch die neue Bundesregierung wird im Hinblick auf eine Fachkräfte-Strategie gefordert sein“, sagt Strugl.

Von der neuen Regierung erwartet sich auch die Wirtschaftskammer OÖ einiges: „Die Regierung hat ein ambitioniertes Programm vorgelegt, das viele Forderungen der Wirtschaftskammer enthält. Zentral sind die Bereiche Arbeitszeitflexibilisierung, Bürokratieabbau, Fachkräftesicherung und die Senkung der Steuer- und Abgabenquote“, sagt Wirtschaftskammer OÖ-Präsidentin Doris Hummer.

Und AMS Oberösterreich-Chef Gerhard Strasser ergänzt in Bezug auf den sich verschärfenden Arbeitskräftemangel: "„2018 wird ein gutes Jahr. Die Arbeitslosigkeit wird sich verringern. Wichtig wird sein, dass die personalsuchenden Betriebe alle Möglichkeiten ausschöpfen – die Aufnahme von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen über 50 und die Schulung von ungelernten Arbeitskräften wird vom AMS unterstützt. Bei den Schulabgängern müssen sich die Basiskenntnisse verbessern. Das AMS ist hier sehr oft Reparaturwerkstatt. Hier braucht es Verbesserungen. “

Das sagen die heimischen Unternehmer zum Wirtschaftsausblick 2018:

Ernst Mayr, Fussl-Eigentümer
„Generell rechne ich mit einer positiven Konjunkturentwicklung. Politisch wäre notwendig, dass man die Verwaltungsreform und den Bürokratieabbau angeht und die Leistungsträger entlastet. Der Unterschied zwischen Erwerbseinkommen und nicht-Erwerbseinkommen muss wieder deutlich werden. Die neue Arbeitszeitregelung wirkt sich sicher positiv aus – es kommt auch den Mitarbeitern entgegen. Sie können dann längere Freizeitblöcke nehmen.“


Markus Dulle, 3e-Geschäftsführer
Der Konjunkturaufschwung in der österreichischen Wirtschaft hat heuer bereits den Einzelhandel erreicht. Aufgrund dessen und anhand der anhaltend erfreulichen Wirtschaftsprognosen erwarten wir uns auch im kommenden Jahr eine positive Entwicklung. In politischer Hinsicht könnte mit zwei Reform-Schwerpunkten dem Einzelhandel kurz- und mittelfristig geholfen werden: Einerseits die Senkung der Lohnnebenkosten und andererseits eine Offensive in der qualifizierten Ausbildung von Lehrlingen, um dem Fachkräftemangel entschieden entgegen zu wirken.


Wolfgang Panholzer, Synthesa-Geschäftsführer
Wir rechnen mit positivem konjunkturellen Rückwind. Das Zinsniveau beflügelt den privaten Wohnbau, die Bevölkerungsentwicklung den sozialen Wohnbau.
Die Stimmung ist eindeutig positiv. In politischer Hinsicht wäre wichtig nicht nur Elektrofahrzeuge zu fördern, sondern auch ökologische Baustoffe wie etwa die Hanfdämmung an Fassaden. Zudem sollten Reformen gegen die Untergrabung österreichischen Arbeitsrechtes (Scheinselbstständigkeit, Einzelverträge Ausländischer Handwerker …) eingeleitet werden.


Christian Wimberger, Eigentümer Wimberger-Haus
„Wir blicken sehr positiv gestimmt auf 2018. In der Baubranche herrscht eine gute Konjunktur und wir erwarten uns, dass sich das so fortsetzt. Der Engpass sind die Facharbeiter, die Handwerker. Darum bilden wir so viele Lehrlinge aus wie nur möglich. Wir haben ein weiteres Wachstum geplant, aber das hängt von den Facharbeitern ab. Wir haben derzeit 320 Mitarbeiter und brauchen 30 weitere. Von Landes- und Bundespolitik wünschen wir uns ein Zurückfahren der Bürokratisierung und ein Vereinheitlichen etwa der Bauordnung. Vor allem aber, dass die angekündigte Arbeitszeitflexibilisierung noch im ersten Halbjahr 2018 umgesetzt wird.“
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