15.05.2018, 16:50 Uhr

Sanfter Bergtourismus: "Die Suppe ist sehr dünn"

Österreichischer Alpenvereinspräsident Andreas Ermacora

Seit zehn Jahren gibt es 20 Bergsteigerdörfer in Österreich. Sechs davon erfolgreich in Tirol.

TIROL. Was am Beginn ein alpines Tourismusprojekt als Alternative zum Intensivtourismus gedacht war, ist mittlerweile eine Erfolgsgeschichte und in der Alpenkonvention verankert. "Denn er intensive Tourismus in vielen Regionen will immer neue Rekorde und man fragt sich, ob diese Auswüchse nicht irgendwann genug sind", erklärt Alpenvereinspräsident Andreas Ermacora.
So fiel im Jahr 2008 in Ginzling im Zillertal der Startschuss für die "Bergsteigerdörfer". "Die Bewahrung der alpinen Tradition und Kultur, eine Stärkung der Attraktivität der ländlichen Gebiete sowie der Schutz der Natur verstehen wir unter sanftem Tourismus", erklärt Ermacora das Prinzip. Mittlerweile gibt es in Österreich, Deutschland, Italien und bald auch in Slowenien solcherart sanfte Tourismusorte.
In Tirol sind neben Ginzkling noch St. Jodock Schmirn- und Valsertal, Sellrain, das Tiroler Gailtal, Vent imÖtztal und das Villgratental als Bergsteigerdorf klassifiziert.
"Die Bergsteigerdörfer sind durch ihre Vergangenheit geprägt, schätzen die Natur udn passen den Sommer- und Wintertourismus den lojkalen Bedingungen an", sagt Helga Beermeister, eine Mitinitiatorin des Bergsteigerdorfes St. Jodok, das den Erfolg seit 2013 auch durch wieder steigende Nächtigungszahlen vorweisen kann.

Strenge Kriterien

Interessierte Orte bis 2.500 Einwohner können sich um die Aufnahme bewerben. Die Kriterien sind aber sehr streng. "Ein dauerhafter Naturschutz, zeitgemäße, ökologische Bergwirtschaft, eine exzellente Landschaftsqualität, ein umweltfreundliches Mobilitätskonzept sowie eine ausgeprägte Alpinkompetenz müssen im Mittelpunkt stehen, erklärt Liliane Dagostin, die Leiterin der Abteilung Raumplanung und Naturschutz im Alpenverein. "Aber wenn es umweitere Bewerbungen geht, ist die Suppe sehr dünn", weiß ÖAV-Präsident Ermacora. Insgesamt wolle man die Zahl der Bergsteigerdörfer in Österreich auf etwa 25 reglementieren.
Derzeit sei in Tirol nur eine Bewerbung vorhanden, in einem Seitental des Wipptals, erklärt Ermacora. Ambitionen werden Trins und Gschnitz nachgesagt. 

Informationen zu den Bergsteigerdörfern finden Sie hier:
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