Entente Florale 2017: St. Anton am Arlberg holt Gold

Große Freude herrschte bei der St. Antoner Delegation über die Auszeichnung. | Foto: Elisabeth Zangerl
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ST. ANTON. „Über 20.000 Städte und Dörfer nehmen jährlich an den nationalen Vorentscheidungen teil – folge dessen bilden die 15 Finalisten schon die 'Champions League' – es sind sozusagen die Besten der Besten, die an der Entente Florale teilnehmen dürfen“, erklärt der Vize-Chair of the Entente-Florale Judge und zugleich einer der beiden österreichischen Jurymitglieder, Martin Wagner. Im Falle von Österreich wird allerdings die Vergabe anders geregelt als in den restlichen europäischen Staaten: „In sämtlichen anderen Ländern wird zuvor ein nationaler Wettbewerb ausgeschrieben, in Österreich wird pro Jahr ein Bundesland auserwählt (durch das österreichische Blumenbüro), das die Vertreter entsendet“, erläutert Wagner die beeindruckend hohe Zahl an Städten und Dörfern, die sich für eine Teilnahme interessieren. Im Falle von Österreich gingen 2017 St. Anton als Ort und Schwaz als städtischer Vertreter hervor. Über 700 Dörfer und Städte haben seit der Gründung des Wettbewerbs Entente Florale, 1975, an diesem Wettbewerb teilgenommen.

Stillschweigen bis zur Siegerehrung

Aus diesem ursprünglichen Blumen- und Pflanzenwettbewerb „Entente Florale Europe“ hat sich in über 40 Jahren ein Wettbewerb entwickelt, der im Kriterienkatalog wesentlich mehr Anforderungen an die Bewerber stellt, als eine rein optische Ortsbildverschönerung. Für St. Anton bot sich durch diese Teilnahme eine öffentlichkeitswirksame Gelegenheit, die vielen Maßnahmen und umgesetzten Projekte zu präsentieren. Nach einjähriger Vorlaufzeit des 15köpfigen Teams, unter der organisatorischen Leitung von Peter Mall, konnte sich die 9köpfige internationale Jury bei der Bewertungstour am 23. Juni ein Bild machen. Jedoch: Bis zur Siegerehrung am 15. September herrschte absolutes Stillschweigen über die Bewertungsergebnisse. Der Gala im slowenischen Podčetrtek wohnte eine eigens aus St. Anton angereiste Delegation mit Bgm. Helmut Mall bei. Feierlich eröffnet haben den Festakt der Siegerehrung der Bürgermeister des Veranstaltungsorts Peter Misja rhetorisch, aber auch mit einer Gesangsdarbietung, der slowenische Wirtschaftsminister, Zdravko Počivalšek, als auch Dirk Van Dromme, der Präsident der Entente Florale.

Hohe Lebensqualität

Acht Städte und sieben Dörfer aus neun Nationen stellten sich der Entente Florale 2017 – acht Mal wurde „Gold“ vergeben, sieben Mal „Silber.“ „St Anton wurde von Menschen geprägt, die es ihr Zuhause nennen“, beschrieb Rudi Geerardyn, der Chair of the Judge der Entente Florale, die Eindrücke von St. Anton, kurz vor der Vergabe der goldenen Auszeichnung, und: „Die Bürger von St. Antons sind bestrebt, ihr weltberühmtes Skigebiet und ihren Lebensstil für künftige Generationen zu bewahren. St. Anton hat historische und neu errichtete Erholungsräume, die die Geschichte des Dorfes erzählen“, so Geerardyn, der übrigens selbst am 23. Juni als eines der neun Jury-Mitglieder vor Ort war. Geerardyn weiters: „Das alte Dorf St. Anton hat sich zu einem modernen Ferienort entwickelt, wo das traditionelle architektonische Erbe durch zeitgenössische Architektur ergänzt wird. Drei unabhängige Wasserkraftwerke versorgen das Dorf mit einer erneuerbaren Energiequelle. St. Anton bietet seinen Bewohnern eine hohe Lebensqualität.“

Sind und dessen oft nicht bewusst

Die Freude nach diesen Lobesworten und der im Anschluss vergebenen Auszeichnung in Gold war in den Reihen der angereisten Delegation dementsprechend groß: „Wir haben das Glück, im Paradies leben zu dürfen und sind uns dessen oft nicht bewusst – es ist einfach schön, wenn dies einmal von offizieller Seite kundgetan wird“, so St. Antons TVB-Direktor Martin Ebster in seiner ersten Stellungnahme, Bgm. Helmut Mall fügt hinzu: „Hinter dieser Teilnahme steckt ein großer Aufwand“, dankte Mall dem motivierten und engagierten Team und: „Gold ist ausgezeichnet und keineswegs selbstverständlich, dies macht einmal mehr ersichtlich, dass sich St. Anton auch von einer anderen Seite präsentieren kann.“ Die städtischen österreichische Vertreter Schwaz durften sich übrigens auch über eine Goldmedaille freuen. Nach der Siegerehrung wurden zwei weitere Spezialpreise vergeben: Silbermedaillen-Gewinner Kaposvár (Ungarn) wurde für den schönsten Dorfplatz ausgezeichnet, der Spezialpreis für das außergewöhnlichste Biodiversitäts-Projekt ging an den irischen Ort Abbeyleix, ebenfalls ein Silbermedaillen-Gewinner. 2018 wird das Bundesland Salzburg am Zug sein – Dienten am Hochkönig wird der Vertreter in der Kategorie „Dorf“, der Städtische ist noch nicht definiert.

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