12.07.2018, 09:43 Uhr

"Ins'r Zukunft z'liab" - Serfaus startet durch

Marco Fehr (ISK), Projektkoordinatorin Renate Schranz, Gerald Mathis (ISK) und Bürgermeister Paul Greiter.
Serfaus: Serfaus |

Um die Zukunft und Entwicklung des Ortes selbst in die Hand zu nehmen, startete die Gemeinde Serfaus in einen umfassenden Dorfentwicklungsprozess.

SERFAUS (das). Mit der Auftaktveranstaltung im Kultursaal "Via Claudia" erfolgte vergangenen Freitag der offizielle Startschuss für das Serfauser Gemeindeentwicklungskonzept. Trotz harter Konkurrenz (Fußball-Weltmeisterschaft, Plateauübung der Feuerwehr, Abreise-Samstag) war der Saal bis fast auf den letzten Platz gefüllt.
Die Serfauserinnen und Serfauser wurden über Hintergründe, Rahmenbedingungen und die Notwendigkeit dieses Prozesses informiert. Zunehmend stehen auch kleinere Gemeinden vor der Frage, inwieweit sie ihre künftige Entwicklung gezielt selbst in die Hand nehmen und entscheiden, wie und in welche Richtung sich der Heimatort entwickeln kann und soll. Bürgermeister Paul Greiter setzt dazu auf die Expertenbegleitung durch Dr. Gerald Mathis und Mag. Marco Fehr der Firma ISK (Institut für Standort- Regional- und Kommunalentwicklung). Das ISK betreut eine Reihe von Gemeinden im In- und Ausland und moderiert auch den Prozess in Serfaus. Als wichtigste Teilnehmer des anstehenden Gemeindeentwicklungsprozesses wurden insbesondere die Bürgerinnen und Bürger von Serfaus im Kultursaal begrüßt.

Herausforderung für alle

Sie wurden bei der Auftaktveranstaltung aufgerufen, Ihre Ideen zur Zukunft von Serfaus einzubringen, um nachhaltig eine bestmögliche Lebens-, Arbeits- und Wohnqualität für Jung und Alt zu schaffen. Bürgermeister Greiter ging in seiner Begrüßung auch auf die aktuellen Herausforderungen der Tourismusgemeinde ein: prognostiziertes negatives Bevölkerungswachstum für Serfaus, Nachhaltigkeit in allen Bereichen, Grenzen des Tourismus, Standortsicherung und Sicherung der Lebensqualität usw. sind nur einige Beispiele.
So sind die Sicherung der Wirtschafts- und Finanzkraft, die Standortattraktivität für Bürger und Gäste, Investoren und Wirtschaft ebenso ein großes Thema wie die Einwohnerentwicklung und nachhaltige Sicherung des sozialen, gesellschaftlichen und politischen Miteinanders. Nach der Begrüßung erläuterte Dr. Gerald Mathis den Grund und Ablauf des Prozesses, was erreicht werden soll und wie kommuniziert wird. Im Anschluss an diesen Impulsvortrag konnten erste Befragungskarten mit konkreten Fragestellungen ausgefüllt und deponiert werden: „Was würden sie in Serfaus ändern?” „Was gefällt mir in Serfaus nicht?” und „Was gefällt mir in Serfaus?”.

Über 40 Interessenten

Bereits im Vorfeld der Auftaktveranstaltung wurden seitens der Gemeinde Serfaus ein Projektkoordinator und eine Steuerungsgruppe bestimmt. Amtsleiterin Renate Schranz hat sich bereit erklärt, die Schnittstellenfunktion zwischen ISK und der Gemeinde Serfaus einzunehmen. Den dazugehörigen Steuerungsausschuss bilden Bürgermeister Mag. Paul Greiter, Helmut Dollnig, Franz Erhart, Martin Westreicher, Dr. Christof Schalber, Solveig Thurnes, Christian Mayr und Daniel Schwarz. Dieser Steuerungsausschuss begleitet und lenkt das Projekt und unterstützt den Koordinator in seinen Aufgaben. Dr. Gerald Mathis vom ISK erläuterte den dreiphasigen Projektablauf: Nach der erfolgten Bestandsaufnahme starten die Workshops unter starker Einbindung der Bevölkerung bereits in der kommenden Woche. Dazu wurde eine Bürgerbeteiligungsgruppe, die einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung darstellen soll, gegründet. Erfreulicherweise haben bereits über 40 Personen ihre Teilnahme zugesagt.

Das Serfauser Logo

Um den Prozess auch visuell auszudrücken wurde ein Logo und ein Leitsatz unter dem Motto „Ins'r Zukunft z'liab“ eigens für dieses Projekt kreiert. Entstehung und Symbolik kurz erläutert: Die Bildmarke symbolisiert das Gemeindegebiet von Serfaus, die roten Punkte stellen die Bürger der Gemeinde, die goldfarbenen Punkte stehen für neue Ideen und neue Impulse der Serfauserinnen und Serfauser in Bezug auf die Gemeindeentwicklung dar. Alle Aktionen und Maßnahmen des Dorfentwicklungsprozesses werden mit diesem Logo gekennzeichnet werden.

Ein großes Stück Arbeit steht bevor

Das erklärte Ziel ist dabei nicht nur ein Konzept für die Gemeindeentwicklung, sondern auch ein dazugehöriger Maßnahmen- und Aktionsplan der beinhaltet, was wer mit welchen Mitteln und wann umsetzt. „Themen sollen am Schluss nicht nur auf Papier stehen, sondern auch umgesetzt werden können”, fasst Bürgermeister Paul Greiter zusammen. "Ein großes Stück Arbeit steht uns noch bevor und ich möchte alle dazu einladen mitzuarbeiten. Das Ergebnis hängt von euch allen ab!" appellierte der Bürgermeister an die BürgerInnen von Serfaus.
Aus diesem Grund wird in den nächsten Tagen eine Gesamtbefragung der Bevölkerung durchgeführt. Die Fragebögen hierfür werden an jede Bürgerin und an jeden Bürger zugestellt, damit jede/jeder seine Meinung mitteilen kann. Dies wird sowohl klassisch als Fragebogen zum Ausfüllen, als auch in einer Online-Variante möglich sein. "Bleiben wir an der Sache dran, getreu unserem Motto „Ins'r Zukunft z'liab“!" mit diesen Worten beendete der Ortschef den offiziellen Teil. Er bedankte sich dabei bei allen Beteiligten fürs Mitmachen und ihr Interesse und lud zu einem gemütlichen Ausklang des Abends ein.

Ausführliche Information über die nächsten Schritte und Termine sind online auf der Gemeindehomepage www.serfaus.gv.at abrufbar.
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