15.10.2014, 12:59 Uhr

Mars-Mission am Kaunertaler Gletscher

Der Raumanzug bei der Mars-Missions-Simulation ist 45 Kilogramm schwer. (Foto: ÖWF/Katja Zanella-Kux)

Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) sucht für seine nächste Mars-Missions-Simulation AMADEE-15 am Kaunertaler Gletscher sechs Analogastronauten.

KAUNERTAL. Zum ersten Mal zum Einsatz kommen zwei der sechs neuen Analogastronauten bei der nächsten Simulation am Kaunertaler Gletscher im August 2015. AMADEE-15 wird unter der Leitung des Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) mit internationalen Forschungspartnern durchgeführt – mit einem Testgelände auf 3.000 Metern Höhe ist dies die weltweit höchstgelegene Mars-Simulation. An der 10-tägigen Mission beteiligt sich auch die italienische Mars Society mit ihrem neu entwickelten Virtual Reality-Simulationsprojekt: Ein Teil des Mars-Missions-Probelaufs wird mit Video-Brillen auf einer speziell entwickelten Simulations- Plattform erfolgen. So werden auch Versuche möglich, die in Wirklichkeit zu teuer oder zu gefährlich wären.


Analogastronauten gesucht

Das ÖWF vergrößert sein Analogastronauten-Korps um sechs Personen. Bis 28. November können sich Männer und Frauen bewerben, die das erforderliche Rüstzeug an körperlicher und geistiger Fitness mitbringen. „Wir suchen wissenschafts- und technikbegeisterte Menschen, die unter schwierigen Bedingungen wie Stress und Lärm konzentriert und sicher arbeiten können. Auch dürfen sie nicht klaustrophob sein, denn der 45 Kilogramm schwere Raumanzug-Simulator ist ziemlich eng.“, betont ÖWF- Vorstandsmitglied Norbert Frischauf, der selbst Analogastronaut war.
Bis Ende Februar werden die Bewerber sich einem detaillierten Auswahlverfahren unterziehen und auch ihre Englischkenntnisse unter Beweis stellen müssen, die sie für die Arbeit mit internationalen Forscherteams mitbringen sollten. Für die sechs ausgewählten Analogastronauten beginnt anschließend das fünfmonatige Basistraining am Raumanzug-Simulator, um grundlegende Fähigkeiten und Kenntnisse für die Durchführung unterschiedlichster Experimente zu erwerben. Zu der umfangreichen Ausbildung gehören auch Kurse in Geologie und Biologie sowie Medientrainings. Bereits bei der nächsten Mission, AMADEE-15, sollen zwei von ihnen gemeinsam mit den derzeitigen Analogastronauten zum Einsatz kommen.

Mars-Mission-Silumation AMADEE-15

Mit der 10-tägigen Mars-Missions-Simulation AMADEE-15 organisiert und leitet das ÖWF zum zwölften Mal einen Probelauf für die bemannte Erforschung des roten Planeten. Wie auch bei den letzten Missionen werden im August 2015 am Kaunertaler Gletscher zahlreiche internationale Forscherteams teilnehmen. Besonders gefährliche Situationen wie steile Berghänge oder der Einschlag von Mikrometeoriten in der Nähe des Test-Astronauten werden virtuell erforscht. Dabei wird sich der Analogastronaut mit einer Video-Brille auf einer Simulations-Plattform bewegen und wie die anderen Test-Astronauten über Funk mit der Missionskontrolle in Verbindung stehen. Entwickelt wurde das Verfahren von der italienischen Mars Society. „Es bringt ‚noch mehr Mars‘ zum Testgelände und ermöglicht auch die Darstellung von Szenarien, die im echten Leben zu gefährlich oder zu aufwendig wären, wie z.B. den Einsatz einer Marsstation.“, erklärt Gernot Grömer, Obmann des ÖWF.
Der Kaunertaler Gletscher wurde auf Grund seiner Ähnlichkeit zur Marsgletschern ausgewählt. Statt am Berg eine Marsstation zu bauen wird durch eine Virtual Reality Simulation eine „Marslandschaft mit Habitat“ eingebettet. Umfangreiche Rechnerleistung ermöglicht, dass sich die künstlich veränderte Landschaft entsprechend der Bewegungen der Testperson verändert. Der Analogastronaut kann sich also in dieser Foto-Kombination mit Hilfe der Video-Brille bewegen und z.B. „Gesteinsproben“ sammeln.
Bei AMADEE-15 werden voraussichtlich zwei Analogastronauten im Feld und ein Analogastronaut in virtueller Umgebung teilnehmen. Wie bei früheren Simulationen kann die Öffentlichkeit bei AMADEE-15 wieder hautnah an der Mission teilhaben. „Auch wenn wir nicht alle Interessierten auf den Kaunertaler Gletscher mitnehmen können, werden sie doch über unsere Social Media Kanäle (Facebook, Twitter, Google+ etc.) live dabei sein.“, freut sich Social-Media-Expertin und Vorstandsmitglied Olivia Haider. Die #simulateMars Kampagne der letzten Mission MARS2013 erzielte alleine im einmonatigen Simulationszeitraum auf Facebook eine Reichweite von knapp 50.000 Impressionen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.