03.06.2016, 14:20 Uhr

Grüne für nachhaltige Stadtentwicklung

Raumordnung in Landeck: Der Grüne Landtagsvizepräsident Hermann Weratschnig (li.) und LA Ahmet Demir.

Raumordnung und leistbares Wohnen soll der Abwanderung aus dem Bezirk Landeck entgegen wirken.

LANDECK (otko). Das Thema Raumordnung und die kürzlich beschlossene Novelle zum Tiroler Raumordnungsgesetz (TROG) stand im Mittelpunkt des Besuchs des grünen Landtagsvizepräsidenten Hermann Weratschnig in Landeck. Laut Prognose der Statistik Austria wird der Bezirk Landeck 2030 einen Rückgang der Bevölkerung um -3,0 Prozent haben. Hingegen ist bei den Haushalten ein Plus von 8,6 Prozent prognostiziert. "Die Abwanderung ist für den Bezirk eine besondere Herausforderung. Zudem braucht es mehr Wohnraum, da es immer mehr Singlehaushalte gibt. Bei der Gruppe ab 65 Jahren kommt es bis 2030 zu einer Verdoppelung", informiert Weratschnig. Daher sei das Thema Raumordnung ein wichtiges Thema. "Im Bezirk Landeck sind 13,2 Prozent des Dauersiedlungsraums gewidmet. Tirolweiter Spitzenwert ist aber, dass laut Daten der WLV aus dem Jahr 2013 31 Prozent des Dauersiedlungsraums in Gefahrenzonen liegen", zeigt Weratschnig auf. 316 Gebäude liegen in der roten und 1.523 Gebäude in der gelben Zone.

Nachhaltige Stadtentwicklung

Auch der Grüne Landecker Gemeinderat LA Ahmet Demir verweist darauf, dass der Bezirk nicht viele Grundreserven hat. "Es wird langsam eng und wir müssen auf den Bodenverbrauch achten. Neben dem Bau in die Höhe und Tiefe braucht es in der Stadtgemeinde Landeck auch eine Ortskernrevitalisierung samt Mobilisierung des Leerstandes", so Demir. Wir bereits bei der Abstimmung im Gemeinderat spricht er sich abermals gegen das geplante Sparprojekt am Pendlerparkplatz aus: "Solche Flächen sollten wir für sinnvollere Projekte verwenden. Für die Stadt ist es wichtig, dass der Spar im Ortskern bleibt." Auch der Standort des Bachelor-Studiengangs im Gewebegebiet sei nicht optimal und attraktiv. "Unser Vorschlag für eine Ansiedlung auf der Öd, die auch eine Ortskernrevitalisierung mit sich gebracht hätte, wurde nicht ernst genommen", ärgert sich Demir. Allen voran gelte es nun eine nachhaltige Stadtentwicklung zu fördern.


Freizeitwohnsitze

"Mit dieser Novelle schaffen wir endlich mehr Transparenz und Klarheit in der Raumordnung, schützen das Landschaftsbild sowie die Natur und erleichtern die Energiewende", fasst der Grüne Verhandler Weratschnig die Novelle zum Tiroler Raumordnungsgesetz zusammen. Neben dem Thema Freizeitwohnsitze wurde in der Novelle unter anderem auch der Anspruch auf ein Planungsgespräch von AntragstellerInnen auf Umwidmungen bei den Bürgermeistern geregelt. Auch die Bedingungen der Vertragsraumordnung wurden überarbeitet. Zusätzlich gibt es auch eine eingeschränkte Möglichkeit zur Schaffung von Ferienwohnungen auf Almen. Ein wichtiger Punkt auch die Möglichkeit für gemeinnützige Bauvereinigungen Freiland für den Zweck des geförderten Wohnbaus kaufen zu können. "Die Gemeinden haben für den Grundkauf oft kein Geld und wollen auch nicht als Makler auftreten. Wir brauchen mehr leistbares Wohnen und bedarfsgerechte Bauprojekte, um die jungen Leute im Bezirk zu halten", so Wertaschnig. Auch bei der Seveso-Formulierung im Gesetzestext sei nun eine flexiblere Entwicklungen den Sicherheitszonen für bestehenden Gebäude möglich. "Dies ist eine Erleichterung, aber für Neubauten gibt es ein Problem", betont Wertaschnig.
Bei den Freizeitwohnsitzen muss künftig der Eigentümer den Nachweis erbringen, dass es als Hauptwohnsitz genutzt wird. "Sollte der Nachweis nicht erbracht werden, kann die Gemeinde eine Geldstrafe von bis zu 3.000 Euro verhängen", erklärt der grüne Landtagsvizepräsident. Freizweitwohnsitze auf Bauernhöfe sind künftig auf jene Gemeinden beschränkt, die unterhalb der Acht-Prozent-Freizeitsitzwohnregelung in der Gemeinden liegen. Zudem müssen die Gemeinden bis 1. Juli 2017 die Zahlen der Freizeitwohnsitze für die Erstellung eines Freizeitwohnsitzverzeichnisses übermitteln.
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