20.06.2017, 09:10 Uhr

VS Perpat schließt die Pforten

VS Holdernach: Eltern wehren sich gegen Schulschließung.

Im Herbst wird die VS Perpat aufgelassen. In Holdernach wurden Unterschriften gegen Schließung gesammelt.

KAPPL (otko). Allmählich geht das Schuljahr 2016/17 unweigerlich ins Finale. Am. 7. Juli läuten die Schulglocken das letzte Mal vor den Sommerferien. In der Volksschule Perpat in der Gemeinde Kappl wird dies für die derzeit neun SchülerInnen aber ein Abschied für immer sein. In der letzten Sitzung fasste der Kappler Gemeinderat den einstimmigen Beschluss, dass die Volksschule Perpat ab dem Schuljahr 2017/18 aufgelassen und der Schulsprengel Perpat dem Schulsprengel Kappl eingegliedert wird.
Derzeit bestehen in Kappl noch drei Volksschulen – Kappl-Dorf, Perpat und Holdernach – und drei Schulsprengel. Seit knapp einem Jahr wird im Ortsteil Lochau am Neubau der Volksschule gearbeitet. Am alten Standort in Kappl-Dorf herrscht seit längerem Platzmangel und es mussten Container aufgestellt werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 4,6 Millionen Euro brutto. Die Fertigstellung der neuen Bildungseinrichtung ist für den Beginn des Schuljahrs 2017/18 geplant.
Die beiden Außenschulen in den Weilern Perpat und Holdernach sollen nach einem verbindlichen Fahrplan, der vom Gemeinderat im Februar beschlossen worden ist, bis spätestens Herbst 2019 aufgelassen werden. Auch die Zusammenführung zu einem Schulsprengel wurde beschlossen. Allerdings liegt die Genehmigung des Landes noch nicht vor.
Als Grund wurden die sinkenden Schülerzahlen angegeben. Die Prognose der Schülerzahlen gerade für die Volksschule Kappl-Dorf seien schlecht. Vom Platzangebot ist das neue Volksschulgebäude jedenfalls bereits so dimensioniert, dass es die anderen Schulen aufnehmen kann. Zudem sinken auch die Schülerzahlen in Perpat und Holdernach laufend und so werde auch eine zusätzliche Erhaltung der Außenschulen auf Dauer nicht möglich sein, argumentierte die Gemeindeführung – die BEZIRKSBLÄTTER berichteten.

Frühzeitig ergeben

"Während dieser Übergangszeit können die Eltern entscheiden, in welche Schule ihre Kinder gehen sollen. Allerdings hat sich nach einer schriftlichen Befragung nur mehr eine Familie dafür ausgesprochen, dass ihr Kind weiterhin die Volksschule Perpat besucht. Daher empfiehlt der Landesschulrat die Volksschule aufzulassen. In diesem Zuge haben wir neben der vorzeitigen Auflassung auch gleich die Zusammenführung der Schulsprengel beschlossen", informiert Bgm. Helmut Ladner. Allerdings muss das Land dies noch genehmigen.
Für den Dorfchef sei die Entscheidung der Eltern für einen Wechsel in die neue Volksschule aber zu erwarten gewesen: "Die SchülerInnen sind großteils zu Fuß gegangen und können nun ab Herbst den bereits bestehenden Schulbus nutzen. Zudem gibt es in der VS Perpat keinen Freibereich und eine Sanierung des Gebäudes würde anstehen." Pläne für eine Nachnutzung des Schulgebäudes gibt es aber noch keine. "Das Aus der VS Perpat hat sich nun frühzeitig ergeben und wir werden nun schauen, was wir tun und ob wir die Immobilie verwerten können", so Ladner.

Unterschriftenaktion

Vorgesehen ist auch die Schließung der VS Holdernach. Allerdings gibt es dort Widerstand aus der Bevölkerung. Unterschriften wurden gesammelt und Stellungnahmen eingebracht. Hier stimmten alle Eltern für einen Besuch der SchülerInnen in ihrer bisherigen Schule. "Wir warten auf eine grundsätzliche Entscheidung des Landes. Wenn es dann soweit ist, werden wir dies nochmals im Gemeinderat behandeln", betont Ladner abschließend.
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