29.11.2016, 10:00 Uhr

Bauern kämpfen gegen doppelte Versicherung

Bez.-Leiter Peter Frank, Dir. P. Raggl, Bez.-Obm. E. Monz, LHStv. Obm. J. Geisler, LK-Präs. J. Hechenberger.

Ein Freibetrag (3.500 Euro) im Bereich der Einheitswerte bei der bäuerlichen Sozialversicherung wird gefordert.

BEZIRK LANDECK. "Jeder Euro, der in die Landwirtschaft investiert wird bedeutet sechs Euro für die Region", erklärt LH-Stv. Bauernbundobmann Josef Geisler den Wirtschaftsfaktor Landwirtschaft. "Es wird nicht nur auf den Höfen im Bezirk investiert, sondern auch an den Rahmenbedingungen für die heimischen Bauern gearbeitet. In Zukunft wird in Tirol noch mehr auf Bildung und regionale Produktion und Verarbeitung gesetzt", führt Geisler weiter aus.
Zukunftsweisend zeigt sich auch, dass es immer wichtiger wird den Markt vor der eigenen Haustür besser zu bedienen: "Ein Single oder Pensionist wird mit einem ganzen Laib Käse nichts anfangen können. Es gilt in Zukunft noch mehr auf die Wünsche und Bedürfnisse unserer Konsumenten einzugehen", ist sich Geisler sicher. Konsumenten greifen bei ihrem täglichen Einkauf sehr bewusst zu hochwertigen, regionalen Produkten und bereits 90 von ca. 106 öffentlichen Küchen in Tirol tun dies auch. Es entstehen immer mehr Projekte bei denen Wirtschaft, Tourismus und Landwirtschaft noch besser zusammenarbeiten. "Viele Konsumenten vertrauen auf ihre Bauern, verlassen sich auf ihren Ernährer. Jetzt gilt es diesen direkten Kontakt zu stärken und den Mehrwert der eigenen Köstlichkeiten noch besser zu erklären – also zu vermarkten", so Geisler.

Konsumenten schätzen Bauern

Laut einer Studie des Instituts Brettschneider sind Bauern die zweitbeliebteste Berufsgruppe (Platz 1 Feuerwehrleute) in Österreich. "Weitere Erhebungen zeigen, dass 80 Prozent unserer Urlaubsgäste hauptsächlich wegen der gepflegten Kulturlandschaft zu uns kommen", erläutert LK-Präsident Josef Hechenberger. Auch ein deutlicher Motivationsschub bei jungen Landwirten konnte verzeichnet werden: "Heuer konnten wir wieder 201 Facharbeiterbriefe an frisch gebackene Facharbeiter übergeben. Das sind junge Menschen, die in der Land- und Forstwirtschaft eine Zukunft sehen und engagiert ihre Höfe führen", so Hechenberger.

Keine Steine in den Weg legen

"Ich bin stolz darauf, dass unser Bezirk, sehr innovativ und zukunftsorientiert ausgerichtet ist. Im Bezirk Landeck gibt es viele junge Familien, die voller Tatendrang ihre Höfe modern und zukunftsorientiert bewirtschaften wollen. Fast alle bewirtschaften ihre Höfe im Nebenerwerb (99 Prozent). Wir werden uns auch als Bauernbund weiterhin dafür stark machen, dass sich motivierte Bauern nicht im Bürokratiedschungel verheddern und von der Umsetzung ihrer Träume abgehalten werden", so Bezirksbauernobmann Elmar Monz.

Zusammenhalt

Bauerndirektor Peter Raggl appelliert an die Solidarität innerhalb des Bauernstandes: "Die Herausforderungen, die auf uns Bauern zukommen sind sehr vielfältig. Es braucht gerade jetzt noch mehr Eigeninitiative und Zusammenhalt in den eigenen Reihen, damit wir diese Herausforderungen gemeinsam meistern können. Geht es den Bauern gut, geht es uns alles gut – ein altbekanntes Sprichwort, dass gerade in Krisenzeiten noch mehr an Bedeutung gewinnt."

Einheitswert-Resolution

Der Einheitswert ist die Grundlage für Steuern, Abgaben, Beiträge und Beihilfen. Mit der Einheitswert-Hauptfeststellung 2014 gibt es aufgrund der neuen Bewertung von Grund und Boden, aber insbesondere durch die Hinzurechnung der öffentlichen Gelder bei aktiven landwirtschaftlichen Betrieben, eine massive Erhöhung der Einheitswerte. Die Vertreter der Bezirkslandwirtschaftskammer Landeck und des Bezirksbauernrates Landeck erwarten dramatische Auswirkungen infolge der Erhöhung der Einheitswerte im Zusammenhang mit der bäuerlichen Sozialversicherung. Als Konsequenz für eine Nichtüberschreitung der Einheitswertgrenzen für die Pflichtversicherung, werden viele Betriebe die Pachtflächen weglassen und sich auf die Bewirtschaftung der Eigenflächen zurückziehen. Damit liegt die sehr schwer zu bewirtschaftende Fläche brach – Bezirk Landeck: Über 1.000 Betriebe bewirtschaften weniger als fünf Hektar, dreiviertel der Betriebe befinden sich in den Erschwerniszonen 3 und 4 und der Nebenerwerbsanteil liegt bei fast 100 Prozent. Daher fordert man die Einführung eines Freibetrages bei der Hinzurechnung der öffentlichen Gelder im Bereich der Einheitswerte bei der bäuerlichen Sozialversicherung im Ausmaß von 3.500 Euro.
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