01.06.2017, 09:10 Uhr

Wintersaison übertraf die Erwartungen

Winterbilanz: Mit 1,4 Mio. Nächtigungen (+1,4 Prozent) ist Ischgl die nächtigungsstärkste Gemeinde im Bezirk Landeck. (Foto: Franz Vogt)

Zweitbester Winter aller Zeiten. Trotz einem Minus von 0,5 Prozent wurde die 6-Millionen-Nächtigungsmarke übersprungen. Einen neuen Rekord gibt es bei den Ankünften – noch nie waren so viele Gäste im Bezirk.

BEZIRK LANDECK. Die Wintersaison 2016/2017 ist längst abgeschlossen. Der touristische Sommer startete bereits mit 1. Mai. Die Zahlen der Landesstatistik zum Winter liegen nun vor. Trotz starkem Finale konnte die Saison im Bezirk Landeck zwar nicht mehr ins Plus gedreht werden, aber das endgültige Nächtigungs-Minus fällt äußerst gering aus.
Von November bis April erreicht der Bezirk Landeck 6,05 Mio. Nächtigungen. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich ein Minus von 0,5 Prozent. Die 6-Millionen-Nächtigungsmarke wurde seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1973 erstmals im Winter 2015/2016 geknackt. Der Höchstwert aus dem Vorjahr konnte heuer nahezu erreicht werden. Der zweitbeste Winter aller Zeiten wurde abgeschlossen.
Mit 1,2 Mio. Ankünften wurde der Gästerekord aus dem Vorjahr um +1,6 Prozent getoppt. Noch nie weilten so viele Urlauber im Bezirk. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer war mit 5,1 Tagen nur minimal rückgängig.
„Wir haben eine gute Performance hingelegt. Wir sind motiviert, Top-Dienstleistungen für unsere Gäste zu erbringen. Die Bilanz ist ein Kompliment für die Arbeit der Touristiker in der Region. Die Erwartungen wurden übertroffen. Im gemeinsamen Gespräch mit Edmund Auer, Hotelier in Längenfeld und Tourismussprecher für den Bezirk Imst, haben wir die Ergebnisse der beiden Bezirke analysiert und die schwierigen Rahmenbedingungen der Branche besprochen“, berichtet Alexander von der Thannen, Hotelier in Ischgl und Tourismussprecher für den Bezirk Landeck.


Verlauf der Saison im Bezirk

Der Saisonstart im November war mit +5,3 Prozent sehr gut. Der Dezember bescherte durch die schlechte Feiertagslage ein Minus von 11,1 Prozent. Das klassische Jännerloch blieb aus, der Jänner konnte das hohe Niveau des Vorjahres mit -0,3 Prozent nahezu halten. Ferienüberschneidungen und der fehlende Schalttag im Februar führten zu einem Minus von 5,4 Prozent. Der März schloss mit -6,7 Prozent ab. Der April mit Ostern brachte mit +95 Prozent einen fulminanten Abschluss.
"Abgerechnet wird erst zum Schluss! Einmal mehr beweist sich das bei unseren Ergebnissen. Ende März standen wir in beiden Bezirken bei einem satten Nächtigungsminus von 6 Prozent. Ostern war gut gebucht und durch die gute Schneelage war mit einer deutlichen Aufbesserung der vorläufigen Minus-Bilanz zu rechnen. Frühzeitige Resümees zur Saison sind durch das geänderte Buchungsverhalten der Gäste unangebracht und kontraproduktiv. Das 'echte' Ende muss abgewartet werden. Hier ist insbesondere die Tirol Werbung gefordert. Die Präsentation von Zwischenbilanzen oder Prognosen erzeugt Druck und sorgt für schlechte Stimmung. Rücksprachen mit den Bezirken zu den realen Verhältnissen sind angebracht“, regen von der Thannen und Auer unisono an.


Vergleich der Tiroler Bezirke

Bei den Bezirksergebnissen führt Landeck das Feld deutlich an. Mit 6,05 Mio. Nächtigungen ist Landeck mit Abstand der nächtigungsstärkte Bezirk in Tirol. Schwaz an zweiter Stelle verbucht 5,2 Mio. Nächtigungen (-1,1 Prozent). Es folgen die Bezirke Imst mit 4 Mio. (+1,6 Prozent), Kitzbühel mit 3,2 (-3,0 Prozent), Innsbruck-Land mit 2,8 (-0,0 Prozent), Kufstein mit 2,1 (-4,6 Prozent) und Reutte mit 1,6 Mio. Nächtigungen (-5,2 Prozent). Lienz schließt mit 800.000 (-4,6 Prozent) und Innsbruck-Stadt mit 700.000 Nächtigungen (+1,6 Prozent) ab.
Tirol bilanziert die Wintersaison insgesamt mit 26,5 Mio. Nächtigungen (-1,3 Prozent) und 5,9 Mio. Gästen (+1,0 Prozent).


Nachtigungskaiser

Ischgl, St. Anton am Arlberg, Serfaus und Fiss reihen sich unter die zehn nächtigungsstärksten Gemeinden in Tirol. Sölden führt das Ranking mit 2,1 Mio. Nächtigungen an. Ischgl folgt mit 1,4 Mio. Nächtigungen auf Rang zwei. St. Anton am Arlberg platziert sich mit 1,03 Mio. Nächtigungen an dritter, Serfaus mit 750.000 Nächtigungen an sechster und Fiss mit 607.000 Nächtigungen an neunter Stelle.
Mit Kappl, Galtür, Nauders, Ladis, Kaunertal und Pettneu finden sich sechs weitere Gemeinden aus dem Bezirk Landeck unter den Top-50 in Tirol.

Zuwächse quer durch den Bezirk

Über Zuwächse können sich neben Ischgl (+1,4 Prozent) und St. Anton am Arlberg (+1,5 Prozent) auch Gemeinden wie Fendels (+0,9 Prozent), Flirsch (+4,8 Prozent), Galtür (+0,9 Prozent), Grins (+7,7 Prozent), Kaunertal (+3,2 Prozent), Pettneu (+1,5 Prozent), Pfunds (+0,6 Prozent), See (+5,1 Prozent), Spiss (+1,8 Prozent), Strengen (+13,9 Prozent) und Tobadill (+4,6 Prozent) freuen.
Ein Minus mussten hingegen Serfaus (-1,4 Prozent), Fiss (-4,1 Prozent), Ladis (-1,2 Prozent), Ried im Oberinntal (-8,1 Prozent), Prutz (-0,9 Prozent), Kappl (-4,5 Prozent), Landeck (-2,0 Prozent), Zams (-2,1 Prozent) und Fließ (-4,2 Prozent) hinnehmen.

Kein Grund zum Jubeln

"Die Belastungen für die Betriebe wachsen weiter, eine dringende Kehrtwende und ein Kurs für die Zukunft sind nötig. Uns werden Erschwernisse wie Allergenverordnung, Nährwertkennzeichnung, Barrierefreiheit und vor allem die Erhöhung der Mehrwertsteuer usw. aufgebürdet. Trotz steigender Zahlen sinkt die Wertschöpfung“, ärgern sich die beiden Tourismussprecher.


Mehr Tschechen, Polen und Amerikaner

Die deutschen Gäste waren mit -0,57 Prozent leicht rückgängig. Holländer (+1,98 Prozent) und Schweizer (+3,35 Prozent) legten zu. Auch der Inlandsmarkt ist mit +4,65 Prozent im Aufwind. Immer mehr Gäste aus Tschechien (+10,83 Prozent), Polen (+13,77 Prozent) und den USA (+33,51 Prozent) verbringen ihren Winterurlaub im Bezirk Landeck.
„Die Nächtigungszahlen sind ein positives Signal. Der Tourismus ist und bleibt die wirtschaftliche Stütze der Region. Auf Prognosen und Regulierungen können wir verzichten. Arbeiten wir alle gemeinsam daran, mit Deregulierungen das Arbeiten in der Branche wieder leichter zu machen“, appellieren Alexander von der Thannen und Edmund Auer.
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