Hotelbau geplant
Landstraßer Denkmal verfällt im Schatten von Wien Mitte
- Direkt neben den Bahngleisen verfällt das denkmalgeschützte Gebäude.
- Foto: Luca Arztmann/MeinBezirk
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Während der Bahnhof Wien-Mitte von der Stammstreckensanierung profitieren wird, bleibt ein verfallenes, denkmalgeschütztes Gebäude auf der Strecke. Zwar befindet es sich im Besitz der ÖBB, allerdings hält ein privater Immobilienentwickler das Baurecht. Dieser plant ein Hotel und ein Café, doch das hängt derzeit noch im Behördenweg.
WIEN/LANDSTRASSE. Das S-Bahn-Upgrade erreicht spätestens im September auch die Station in Wien Mitte. Während dort bald die Arbeiten für die Verlängerung der Bahnsteige beginnen, steht direkt neben den Gleisen ein stark verfallendes Gebäude. Man möchte meinen, eine umfassende Sanierung wie bei der Stammstrecke würde auch diesem Haus guttun.
Doch daraus wird vermutlich nichts, denn der Verfall im Schatten von Wien Mitte ist der letzte bauliche Zeitzeuge des ehemaligen Bahnhofs Hauptzollamt, der sich bis 1899 an der Stelle der heutigen S-Bahn-Station befand. Die augenscheinliche Ruine wurde damals als Verwaltungsgebäude errichtet und so wie der gesamte Bahnhof von Otto Wagner gestaltet.
Baurecht liegt bei Immobilienentwickler
Das Grundstück, auf dem sich das Haus befindet, ist im Besitz der ÖBB-Infrastruktur AG. Allerdings hat das Tochterunternehmen der Bundesbahnen bereits 2015 das Baurecht an ein privates Unternehmen vergeben, welches noch bis ins Jahr 2112 aufrecht ist. Damit kann es im Gegensatz zum Umfeld nicht von der Stammstreckensanierung profitieren.
Stattdessen liegt das Baurecht bei der "Centrope Club Errichtungs- und Betriebsgesellschaft m.b.H", die zum Immobilienentwickler "Haring-Group" gehört. Diese ließ eine Anfrage von MeinBezirk bisher unbeantwortet. Fragen wie etwa, inwiefern das denkmalgeschützte Gebäude in Planung integriert wird bzw. was überhaupt geplant ist, bleiben somit offen.
Hotel und Café geplant
Mehr Informationen kann dazu aber die MA 37 – Baupolizei liefern, denn derzeit laufe ein Baubewilligungsverfahren für die betroffene Liegenschaft. So sollen zwei Neubauten errichtet werden, die das alte Verwaltungsgebäude "flankieren". In den beiden Bauten ist ein Beherbergungsbetrieb angedacht, im Denkmal soll ein Lokal oder Café entstehen – das erinnert an das ÖBB-Projekt im alten Wasserturm am Nordbahnhof, mehr dazu unten.
- Für Fenster, Fassaden und mehr gibt es einen Bauauftrag von der Baupolizei.
- Foto: Luca Arztmann/MeinBezirk
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Bis das Verfahren abgeschlossen ist, dürfte das alte Gebäude weiter dem Verfall überlassen werden. Zwar führte die Baupolizei zuletzt im Herbst 2025 eine Kontrolle durch und erließ im Jänner 2026 einen Bauauftrag, doch dieser beinhaltet eine Frist. So müssten "Fenster- und Türverglasungen, die schadhafte Fassade sowie die schadhaft gemauerte Abgasanlagen und eine Feuermauer" instand gesetzt werden. Doch die Arbeiten dürften laut MA 37 erst mit dem Baubeginn für das Hotel erledigt werden – deshalb auch die Frist.
Nur Gebäude unter Denkmalschutz
Auch das Bundesdenkamt (BDA) ist bereits "bezüglich eines Projekts zur Nutzung des Gebäudes" im Austausch mit dem Projektwerber, allerdings würde es sich dabei nur um die "üblichen Verfahren" handeln. Feststehe, dass "substanzielle Eingriffe" in den Denkmalschutz auf das "notwendige Maß" beschränkt werden sollen.
Das BDA weist allerdings auch darauf hin, dass die unmittelbare Umgebung des Gebäudes nicht unter Denkmalschutz steht. Den beiden Neubauten steht also nichts im Weg. Die Planung dafür dürfte das Architekturbüro BMW Architects übernehmen, welches bereits Erfahrung mit Hotelbauten und Denkmalschutz sammeln konnte, etwa bei der Imperial Riding School unweit des Rennwegs, welche zum Hotelkonzern Marriott gehört.
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