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Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk Wolfsberg im August um sieben Prozent gestiegen. Besonders stark betroffen sind Jugendliche unter 20 Jahren mit einem Plus von 38,9 Prozent. Gleichzeitig gibt es um 12,3 Prozent mehr offene Stellen.
Die Arbeitslosigkeit im Bezirk Wolfsberg ist im August stärker gestiegen als in allen anderen Kärntner Bezirken. 1.053 Menschen waren beim AMS arbeitslos vorgemerkt, das sind um 69 Personen (+ 7 %) mehr als im August des Vorjahres. Besonders auffällig ist der Anstieg bei Jugendlichen: Bei den unter 20-Jährigen liegt er mit 38,9 Prozent deutlich höher. Hinter dieser Zahl stehen allerdings nur sieben Personen mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Auch bei den unter 25-Jährigen zeigt sich mit einem Plus von 20,5 Prozent ein deutlicher Anstieg.
LAVANTTAL. Das AMS Wolfsberg relativiert den Anstieg. Gerade bei Jugendlichen können die Zahlen starken Schwankungen unterliegen. So sei ein Teil der Maturanten zwischenzeitlich beim AMS als arbeitslos vorgemerkt, bevor im Herbst ein Studium begonnen wird. Hinzu kommen Jugendliche mit gesundheitlichen bzw. kognitiven Einschränkungen sowie junge Menschen mit keiner oder nur geringer Ausbildung. Beginnen diese Jugendlichen im Herbst eine Lehre oder andere Ausbildung, kann sich die Statistik entsprechend rasch wieder verändern. Auch insgesamt sieht AMS-Wolfsberg-Leiter Klaus Leopold den Anstieg im Bezirk als Momentaufnahme. Als Gründe nennt er saisonale Effekte, das Ende von Sommer- und Ferienjobs sowie die derzeit schwächere wirtschaftliche Entwicklung. „Der aktuelle Anstieg ist eine Momentaufnahme in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld und stellt keine grundlegende Trendumkehr dar.“
Klaus Leopold, Leiter AMS Wolfsberg, sieht den Anstieg der Arbeitslosigkeit als Momentaufnahme und verweist auf saisonale Effekte und die derzeit schwächere Wirtschaftslage.
Auffällig ist auch die Verteilung innerhalb der Altersgruppe. Von den 81 arbeitslos vorgemerkten Personen unter 25 Jahren sind 77 weiblich. Das AMS führt dies unter anderem darauf zurück, dass Mädchen im Bezirk häufiger eine höhere Schule beziehungsweise ein Gymnasium abschließen, während bei Burschen die Zahl der Lehrbeginner höher ist – unabhängig vom jeweiligen Lehrberuf. Auch diese Entwicklung sei jedoch nicht nachhaltig, da sich die Vormerkzahlen mit dem Beginn von Studium, Lehre oder Ausbildung im Herbst wieder verändern können.
Mehr offene Stellen
Dass die Arbeitslosigkeit steigt, bedeutet gleichzeitig nicht, dass im Bezirk keine Arbeitskräfte gesucht werden. Ende August waren in Wolfsberg 897 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet – um 98 beziehungsweise 12,3 Prozent mehr als im August 2025. Laut Leopold verteilt sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit auf verschiedene Wirtschaftsbereiche und ist nicht auf eine einzelne Branche zurückzuführen. Besonders gefragt seien weiterhin Arbeitskräfte in Gesundheit und Soziales, Technik, Industrie, Fachhandwerk und Dienstleistungen.
Kärntenweit mehr Arbeitslose
In Kärnten stieg die Arbeitslosigkeit im August um 2,3 Prozent auf 15.652 Personen. Gleichzeitig nahm die Zahl der offenen Stellen um 18,8 Prozent auf 6.228 zu. „Die Arbeitslosigkeit ist in Kärnten im August um 2,3 Prozent gestiegen. Damit liegen wir im Bundesländervergleich an zweiter Stelle nach Wien (+ 0,7 %). Österreichweit wird eine Zunahme um 3,3 Prozent verzeichnet“, erklärt AMS-Kärnten-Vizechefin Melanie Jann. Bei den Jugendlichen fiel der Anstieg kärntenweit mit 5,1 Prozent deutlich geringer aus als in Wolfsberg. Bei den unter 20-Jährigen in Wolfsberg ist die hohe prozentuelle Steigerung daher vor allem vor dem Hintergrund der geringen absoluten Zahl zu betrachten.
Melanie Jann, stv. Geschäftsführerin AMS Kärnten: Kärnten verzeichnete im August ein Plus von 2,3 Prozent bei der Arbeitslosigkeit, gleichzeitig stieg die Zahl der offenen Stellen um 18,8 Prozent.
Für Wolfsberg sieht das AMS trotz des aktuellen Anstiegs weiterhin einen strukturellen Bedarf an Arbeitskräften. Als Herausforderungen nennt Leopold insbesondere den industriellen Strukturwandel, die Sicherung von Fachkräften und die Bindung junger Menschen an die Region. Qualifizierte Arbeitskräfte würden vor allem in technischen Berufen, Pflege und Betreuung sowie in der IT gesucht. Gleichzeitig verlassen viele junge, gut ausgebildete Menschen die Region für Ausbildung und Beruf. Für die kommenden Monate erwartet Leopold eine stagnierende bis leicht steigende Arbeitslosigkeit.
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