Leiser Abschied
Bestattung Wolfsberg - nachhaltig und geräuschlos auf dem letzten Weg
- Der speziell umgebaute Mercedes EQV der Bestattung Wolfsberg ist seit Ende vergangenen Jahres regelmäßig für Überführungen und Fahrten rund um Bestattungen im Einsatz. Geladen wird er nahezu ausschließlich mit Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage.
- Foto: Bestattung Wolfsberg
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Die Bestattung Wolfsberg setzt seit Ende vergangenen Jahres auf ein elektrisch betriebenes Bestattungsfahrzeug. Der speziell umgebaute Mercedes EQV hat sich inzwischen im täglichen Betrieb bewährt und wird von klimaaktiv als Praxisbeispiel für nachhaltige Mobilität vorgestellt.
WOLFSBERG. Elektromobilität ist im Bestattungswesen noch längst kein Branchenstandard. Die Bestattung Wolfsberg gehört mit ihrem speziell für den Einsatz adaptierten Mercedes EQV zu den ersten Betrieben, die diesen Schritt gesetzt haben. Das Fahrzeug wird regelmäßig für Überführungen und Fahrten rund um Bestattungen eingesetzt und ist mittlerweile ein fixer Bestandteil des Fuhrparks.
Weiß statt Schwarz
Nicht nur beim Antrieb geht die Bestattung neue Wege. Auch die Farbe des Fahrzeugs wurde bewusst gewählt.
"Uns war wichtig, das Fahrzeug modern und zurückhaltend zu gestalten und damit auch optisch einen zeitgemäßen Weg zu gehen", erklärt Thomas Groß, Leiter der Bestattung Wolfsberg.
Weiß vermittle Ruhe, Klarheit und Zurückhaltung und passe damit gut zum Erscheinungsbild der Bestattung. Von den Angehörigen habe es dazu bislang ausschließlich positive Rückmeldungen gegeben.
- Das Team der Bestattung Wolfsberg begleitet Angehörige in einer sensiblen Zeit und setzt dabei zunehmend auf nachhaltige Mobilität.
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Im Alltag bewährt
Seit Ende vergangenen Jahres ist das E-Bestattungsfahrzeug im täglichen Betrieb. Die bisherigen Erfahrungen seien durchwegs positiv, berichtet Groß. Die Reichweite sei für die überwiegend regionalen Fahrten ausreichend, auch bei der Alltagstauglichkeit entspreche das Fahrzeug den Erwartungen. Zum Einsatz kommt der Mercedes EQV unter anderem bei der Abholung und Überführung Verstorbener sowie bei organisatorischen Fahrten im Zusammenhang mit Bestattungen.
- Bestattungsleiter Thomas Groß setzt auf einen leisen Abschied: Das E-Bestattungsfahrzeug fährt nahezu geräuschlos und hat sich im täglichen Einsatz bewährt.
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Besonders leise unterwegs
Ein Vorteil zeigt sich dabei gerade im sensiblen Umfeld einer Bestattung: das nahezu geräuschlose Fahren.
"Besonders die ruhige und nahezu geräuschlose Fortbewegung wird als angenehm wahrgenommen", sagt Groß.
Gerade bei einer Verabschiedung oder Überführung werde die geringe Geräuschentwicklung als positiv empfunden. "Ruhe und Zurückhaltung sind wesentliche Elemente eines würdevollen Abschieds. Die Elektromobilität ist dabei kein Selbstzweck, sondern fügt sich sehr gut in diese Anforderungen ein", betont der Bestattungsleiter.
Strom vom eigenen Dach
Auch bei der Energieversorgung setzt die Bestattung auf eine Verbindung mit den Wolfsberger Stadtwerken. Das Fahrzeug wird nahezu ausschließlich mit Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage geladen. Damit kann ein großer Teil der Fahrten mit selbst erzeugtem erneuerbarem Strom abgewickelt werden. Für Groß ist das eine sinnvolle Verbindung aus moderner Mobilität und regionaler Energieerzeugung: "Für uns ist das eine sehr stimmige Verbindung aus moderner Mobilität, regional erzeugter Energie und einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen."
Nicht nur ein E-Fahrzeug
Das Elektro-Bestattungsfahrzeug ist zudem nicht der erste Schritt der Bestattung Wolfsberg in Richtung Elektromobilität. Bereits zuvor waren zwei elektrische Transportfahrzeuge im Einsatz. Sie werden unter anderem für den Transport von Utensilien und Blumen, Mannschaftsfahrten sowie Arbeiten auf den Friedhöfen verwendet. Seit mehr als zehn Jahren steht außerdem ein E-Roller für kleinere Besorgungs- und Dienstfahrten zur Verfügung. Auch bei den Wolfsberger Stadtwerken wird der Fuhrpark schrittweise auf alternative Antriebe umgestellt. Ein elektrischer Müllsammel-Lkw ist bereits im täglichen Einsatz.
Einsatz nach Bedarf
Das E-Fahrzeug ersetzt allerdings nicht sämtliche anderen Bestattungsfahrzeuge. Da mehrere Bestattungen und Veranstaltungen auch parallel abgewickelt werden, sind weiterhin konventionelle Fahrzeuge notwendig. Das Elektrofahrzeug kommt nach Möglichkeit vorrangig zum Einsatz, die Auswahl richtet sich aber nach den jeweiligen betrieblichen Anforderungen. "Unser Ziel ist daher keine Umstellung um jeden Preis, sondern eine nachhaltige und praxistaugliche Weiterentwicklung des Fuhrparks", sagt Groß.
Vorreiter der Branche
Im österreichischen Bestattungswesen ist Elektromobilität bislang vergleichsweise wenig verbreitet. Mit der Anschaffung des speziell umgebauten Fahrzeugs gehörte die Bestattung Wolfsberg daher zu den ersten Betrieben, die diesen Weg eingeschlagen haben. "Für uns war weniger entscheidend, unbedingt der Erste zu sein, sondern zu zeigen, dass Elektromobilität auch im Bestattungswesen tatsächlich funktioniert und sich mit den besonderen Anforderungen unseres Berufes vereinbaren lässt", erklärt Groß.
Dass klimaaktiv das Projekt inzwischen als Praxisbeispiel für nachhaltige Mobilität präsentiert, wertet die Bestattung als Bestätigung. Die Klimaschutzinitiative des Bundes hebt dabei insbesondere den Einsatz des Mercedes EQV, die Nutzung von Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage und die Verbindung von Nachhaltigkeit mit einer traditionsreichen Dienstleistung hervor.
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