Neuer Plan folgt
Am Mistplatz-Areal in der Innstraße wird gerodet, nicht gefällt
- Am Areal wurden erste Rodungen durchgeführt, laut Wiener Netze wurde dabei kein Baum entfernt.
- Foto: z.V.g.
- hochgeladen von Luca Arztmann
In der Innstraße werden derzeit Rodungen durchgeführt. Hingegen erster Vermutungen werden keine Bäume für den umstrittenen Grätzlmistplatz gefällt, sondern Gewächs für das Umspannwerk entfernt. So oder so wird der neue Flächenwidmungsplan zum Mistplatz am Donnerstag, 13. August, öffentlich einsehbar.
WIEN/LEOPOLDSTADT/BRIGITTENAU. Im Jänner 2026 fand eine zweitägige Bürgerversammlung zum Grätzlmistplatz für die Leopoldstadt und die Brigittenau statt. Seither blieb es um das umstrittene 40-Millionen-Euro schwere Projekt ruhig, doch nun rumort es am Areal in der Innstraße wieder.
Vor Tagen zeigte sich eine Anrainerin des Nordbahnviertels alarmiert: Ausgerechnet "während der Rekordhitze" werden Bäume gefällt, schreibt sie in einer E-Mail, im Anhang findet sich ein Beweisbild. Am Dienstag, 11. August, rückten auch die Grünen Wien per Aussendung aus: "Erste Bäume gefällt – SPÖ drückt Mega-Mistplatz ohne Rücksicht auf Bevölkerung durch", lautete der Vorwurf.
Rodung aber keine Baumfällung
Tatsächlich wurden rund um die Liegenschaft in der Innstraße, welche zum Großteil in den Mistplatz und ein Umspannwerk verwandelt werden sollen, erste Arbeiten durchgeführt. Die MA 48 – Abfallwirtschaft hatte damit aber nichts zu tun, stattdessen werken vor Ort die Wiener Netze. Zur Erinnerung: Im Herbst 2027 sollen die Arbeiten für das Umspannwerk starten, MeinBezirk berichtete, mehr dazu unten.
- Die Arbeiten dienen der Vorbereitungen für das Umspannwerk.
- Foto: Grüne Wien
- hochgeladen von Luca Arztmann
Konkret werden aktuell "erforderliche geotechnische Untersuchungen" – etwa Probeschürfe und Sondierungen – durchgeführt, heißt es vom städtischen Netzbetreiber. Die hauseigene Bauabteilung beauftragte in Abstimmung mit dem hauseigenen Umweltsachverständigen dafür Rodungen. Statt Bäume werden aber nur "Gewächse unter 40 Zentimeter" entfernt, betont ein Sprecher.
Bäume müssen so oder so weg
Bei der MA 48 würden sich die Planungen nach wie vor im Anfangsstadium befinden. Aktuell wurde nicht einmal der Baumbestand auf der Liegenschaft erhoben, Rodungen werden vonseiten der MA 48 bisher nicht durchgeführt. Beim für Baumfällungen zuständigen Magistratischen Bezirksamt 2/20 ist bisher auch kein Verfahren auf Bewilligung nach dem Wiener Baumschutzgesetz anhängig.
Daher lohnt sich ein Blick zurück auf die Bürgerversammlung. Dort waren einige Fragen zum Baumbestand aufgekommen, gerade, weil sich der Mistplatz in unmittelbarer Nähe zum neuen Park "Freie Mitte" befindet. So wurde festgehalten, dass "unabhängig von der Art der Bebauungsvariante" alle vorhandenen Bäume entfernt werden müssen. Gleichzeitig wurde im Hinblick auf die Streitfrage rund um die Standortwahl als Faktor für die Innstraße das Umweltkriterium "Baumbestand" angegeben.
Stellungnahmen möglich
Jedenfalls mehr Informationen dürfte das noch ausstehende Flächenwidmungsverfahren bringen. Dieses beginnt laut den Grünen am Donnerstag, 13. August, also "ausgerechnet in den Ferien". Der neue Plan samt Erläuterungsbericht wird ab diesem Zeitpunkt online öffentlich einsehbar sein, Bürgerinnen und Bürger haben im Zuge dessen die Möglichkeit eine Stellungnahme abzugeben.
- Grüne Planungssprecher Killian Stark und Bezirksvorsteher-Stellvertreter Bernhard Seitz (r.) rufen dazu auf, Stellungnahmen abzugeben.
- Foto: Grüne Wien
- hochgeladen von Luca Arztmann
"Jede Stellungnahme kann dazu beitragen, diesen Planungsfehler für Jahrzehnte zu verhindern“, so Kilian Stark, Planungssprecher der Grünen Wien. Sein Parteikollege und Bezirksvorsteher-Stellvertreter Bernhard Seitz sieht die Wünsche der Bezirksbewohnerinnen und -bewohner bisher nicht beachtet: "Die Stadtregierung agiert beim Mega-Mistplatz völlig intransparent". Umso mehr würden sich Stellungnahmen nun "lohnen". Hier findet man den Plan online ab Donnerstag, 13. August.
Mehr zu dem Thema:
Link einfügen
Video einbetten
Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.
Karte einbetten
Social-Media Link einfügen
Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.
Code einbetten
Beitrag oder Bildergalerie einbetten
Foto des Tages einbetten
Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten
Du möchtest selbst beitragen?
Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.
Hier gehts zu den aktuellen
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.