Petition soll Abriss verhindern
Initiative kämpft um die Nordbahnhalle

<f>Bereits im August</f> droht der Nordbahnhalle das Aus. Dies will die "IG Nordbahnhalle" mit einer Petition verhindern.
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  • <f>Bereits im August</f> droht der Nordbahnhalle das Aus. Dies will die "IG Nordbahnhalle" mit einer Petition verhindern.
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1.000 Unterschriften in zwölf Stunden: Eine Petition gegen das drohende Ende der Nordbahnhalle läuft.

LEOPOLDSTADT. Noch dominiert im Nordbahnviertel die Baustellenatmosphäre. 20.000 Wohnungen werden hier gebaut. Die Nachfrage ist groß. Auf Immobilienportalen werden sie teilweise für 600.000 Euro angeboten.

Jeder Stadtteil braucht ein Zentrum und kulturelles Leben. Im Nordbahnviertel erfüllte diese Rolle in den vergangenen zwei Jahren die Nordbahnhalle. Dabei handelt es sich um das Areal des ehemaligen Nordbahnbahnhofs, welcher dem neuen Grätzel den Namen gab. 2017 siedelte sich hier ein Forschungsprojekt der TU Wien an. Infolge entwickelte sich die Halle zu einem Zentrum für Nachbarschaft, Kultur und sozialen Austausch. Coworking Spaces wurden eingerichtet, Anrainer spielten Schach mit Flüchtlingen, Künstler nutzten das Gelände für ihre Arbeit.


Mögliches Aus im August

Ende Juli läuft der Nutzungsvertrag mit den ÖBB aus, die das Gelände dann an die Stadt Wien verschenken wollen. Von der Stadt gibt es noch keine Aussage über die Zukunft der Halle. Aus Sorge über die daraus resultierende Ungewissheit gründeten die Nutzer die "IG Nordbahnhalle". Mit einer Onlinepetition fordern sie die Stadt Wien auf, für eine langfristige Sicherung des Stadtteilzentrums zu sorgen.

"Geschieht dies nicht, können schon im August die Bagger rollen", sagt Elke Rauth, Obfrau von "dérive - Verein für Stadtforschung". Im Rahmen des "urbanize!"-Festivals hat ihr Verein die Nordbahnhalle für Veranstaltungen und Workshops nutzen können. Insgesamt nahmen 200.000 Menschen an 500 Events in der Halle teil.


Gemeinnützigkeit gefordert

Rauth und die anderen Mitglieder der IG Nordbahnhalle kritisieren, dass es im Nordbahnviertel keinen einzigen gemeinnützigen Ort gebe, den die Bewohner des Viertels in ihrem Sinne gestalten können. Dabei sei dafür bereits alles angelegt. "Andere Städte würden sich um so ewas wie die Nordbahnhalle reißen", meint etwa Michael Obrist, Professor für Wohnbau und Entwerfen an der TU Wien und Unterstützer der IG. Insgesamt werden fünf Kernforderungen aufgestellt. Einerseits möchte die IG den Abriss der Halle verhindern, erkennt aber an, dass es für eine geplante Straßenbahnführung zu Teilabrissen auf dem Gelände kommen muss.

Gefordert werden zudem rechtliche Rahmenbedingungen "für eine langfristige, nicht-kommerzielle, experimentelle Nutzung von Nordbahnhalle und Wasserturm." Dafür schlägt man einen "transparenten und partizipativen Prozess zur Entwicklung eines Nutzungskonzeptes" vor. Um alles vertraglich abzusichern brauche es eine "zivilgesellschaftliche, gemeinnützige Trägerstruktur". Von der Stadt Wien gab es bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme.

Mehr Infos erfahren Sie direkt hier auf der Homepage der IG Nordbahnhalle

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