FPÖ-Frühschoppen am Linzer Urfahranermarkt
Herbert Kickl zum 1. Mai: „Wir werden die Schicksalswahl gewinnen“
- Herbert Kickl sprach am ersten Mai im Festzelt des Urfahraner Jahrmarkts in Linz.
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Am ersten Mai lud die FPÖ wieder ins Festzelt am Urfahranermarkt. Dabei trat auch FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl auf. In seiner Rede kritisierte er die Bundesregierung, sprach sich gegen den ORF aus und erzählte von der „Schicksalswahl“.
LINZ. 1. Mai im Bierzelt am Urfahranermarkt. Blaue Luftballons mit der Aufschrift „Team Volkskanzler“ ragen aus der Menge. Auf den Tischen stehen Maßkrüge mit kleinen Österreich-Fahnen. Um halb zehn stimmt die John Otti Band das erste Lied an. „Herbert, Herbert“-Rufe kommen aus dem aufgeheizten Publikum. Unterdessen begrüßt der Linzer Stadtrat Michael Raml in der Menge bereits die Besucher. Auch Niederösterreichs Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer ist anwesend, sowie einige FPÖ-Vertreter aus ganz Österreich. Kurz nach zehn Uhr richtet Raml erste Worte an die Menge und begrüßt die Besucher in Linz. Dabei rechnet er mit der SPÖ ab. Zu viel „Multikulti“ gebe es bei ihnen. Zu hoch sei der Ausländeranteil in Linz, meint der Stadtrat.
„Österreich hat ein Ausgabenproblem“
Im Anschluss stimmt die Band „Wir sind eine große Familie an“. Kurz darauf ziehen Herbert Kickl und Oberösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner ins Zelt ein. „Immer vorwärts, FPÖ" singt das Publikum, als die beiden durch die Menge gehen. Haimbuchner begrüßt das Publikum und prostet ihnen zu. Er kritisiert die „Verlierer-Koalition“, also die Bundesregierung, in Wien. Zu wenig mache sie gegen die Inflation. Zu sehr greife sie in das „Geldbörserl“ der Arbeiter. „Österreich hat kein Einnahmenproblem, sondern ein Ausgabenproblem“, meint er. Zu viel fließe in Sozialhilfe, und Teuerungsausgleiche wie die angekündigte Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Grundnahrungsmittel würden nicht helfen. Auch gegen eine Einstellung der Pendlerpauschale spricht er sich aus. Tosenden Applaus gibt es, als Haimbuchner die Abschaffung der ORF-Haushaltsabgabe fordert. „Wir brauchen keinen linken Wiener Staatsfunk", befeuert er die Menge. Auch mit der EU rechnet er ab. Zu viel werde dort entschieden. „Es ist eine Klima- und Bürokratiesekte geworden", so Haimbuchner. Abschließend meint er: „Es soll bei der OÖ-Wahl 2027 einen ordentlicher Duscher machen.“
- Oberösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner stand im Zelt ebenfalls auf der Bühne.
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„Wir legen ständig zu“
Kurz nach elf Uhr betritt Herbert Kickl die Bühne. Die Menge steigt auf die Bänke. Fahnenschwenkend schreit sie: „Herbert, Herbert“. Zu Beginn rechnet er gleich mit der Sozialdemokratie ab. Am „Rathausplatz sei ein Loch in der Mitte der Menge“, meint er. Denn dort findet zeitgleich ein Maiauftakt der SPÖ statt. Auch Kickl kritisiert den ORF. „Am Küniglberg stinkt es gegen den Wind, bei uns ist alles sauber", sagt er. Dann wendet er sich gegen die Bundesregierung. „Wir müssen unser Österreich aus den Händen der Verlierer-Koalition befreien und sie in die Hände eines Volkskanzlers legen“, so Kickl. Laut Umfragen soll die FPÖ immer mehr zulegen. Gleichzeitig gebe es zu viele „rote Bonzen", damit sei auch Andreas Babler gemeint. Sein kürzlich produzierter Film müsse nicht im Kino, sondern „in der Geisterbahn spielen". Nur die Freiheitlichen können jenen, die Leistung tragen, wieder Geld ins Tascherl bringen, sagt Kickl. „Wenn wir kommen, profitieren die Richtigen in diesem Land." Er bedankt sich bei allen im Zelt, auch jenen, die arbeiten. „Ihr seid die Helden der Arbeit“, sagt er. „Ohne euch würde in diesem Land nichts laufen."
„Keine Propagandaorgel“
„Da bleibt dir die Spucke weg, was da alles an die Öffentlichkeit kommt“, sagt Kickl und kritisiert nochmals den ORF. Zu viel Geld fließe an Manager und Journalisten. „Ihr finanziert das alles", sagt er. Der ORF solle zugesperrt werden, und es brauche einen Systemwechsel dort. Man müsse genau untersuchen, was dort alles an „Machtmissbrauch" passiert. Österreich brauche keine „Propagandaorgel". Laut Kickl sei das System im ORF ein Spiegelbild des Landes. „Korruption gebe es immer dann, wenn Parteien zu lange an der Macht sind", sagt er. Es brauche einen Systemwechsel.
„Wir arbeiten, um zu leben“
Die FPÖ wolle im Asylsystem und Gesundheitssystem einen Systemwechsel vollziehen. Das Volk soll endlich wieder „der Chef“ sein. Das sei das „Projekt Volkskanzler", meint Kickl. Auch die hohe Inflation spricht er an. „Wir arbeiten, um zu leben", sagt er. Kickl erwähnt die Wichtigkeit der Familien. Wenn man sich das Leben nicht mehr leisten könne, dann sei das ein Fehler des Systems. Es dürften die, die mehr arbeiten, nicht bestraft werden. All die Missstände hätten die „Systemparteien" hervorgebracht. „Die Verlierer-Ampel ist Weltmeister in unterlassener Hilfe“, sagt Kickl. Man müsse auch aufhören, die Ukraine zu fördern. Außerdem werde „Geld herausgeschmissen" mit dem Sozial- und Gesundheitssystem. Österreicher würden darin nach hinten gestellt.
„Wunsch nach Neuwahlen“
„Es braucht einen Blackout im Bundeskanzleramt", sagt Kickl. Das Volk wünsche sich Neuwahlen. Der „Blitz der Wähler" werde Bundeskanzler Stocker bei der nächsten Wahl streifen. „Österreich war eine Insel der Seligen“, sagt Kickl. Früher wäre man mit dem Geld noch ausgekommen. Außerdem sei das Land nicht mehr sicher. „Wir müssen die guten alten Zeiten zu den guten neuen Zeiten machen", sagt Kickl. Dafür brauche es keine neuen Steuern, man müsse sie für jene, die leisten, sogar senken. Es brauche auch weniger Bürokratie, weniger Reglementierung. Die Wirtschaft würde davon profitieren. Sie ist laut Kickl das Herzkreislaufsystem des Landes. Außerdem fordert er ein Verbotsgesetz gegen den Politischen Islam, einen Asylstopp für „Völkerwanderer" sowie keine Geldleistungen für Asylwerber. Als er die „Remigration“ fordert, tobt die Menge erneut. Es gebe kein glaubwürdiges Asylsystem ohne Abschiebung, meint Kickl.
„Schicksalswahl“
Laut Kickl brauche es klare politische Verhältnisse. Dafür müsse die FPÖ noch stärker werden. Je stärker sie sei, desto weniger faule Kompromisse gebe es in diesem Land, heißt es. Die nächste Wahl, eine „Schicksalswahl" werde sie gewinnen. Abschließend bedankt sich Kickl erneut beim Publikum und verabschiedet sich mit den Worten „Glück auf“. Im Anschluss singen alle noch die Bundeshymne.
Kritik seitens der Grünen
Am Freitag meldete sich auch Grünen-Landessprecher Stefan Kaineder in einer Aussendung zu Wort. „Das war wieder einmal eine maßgeschneiderte Vorstellung, wie man Zukunft verhindern will", sagt er. Man habe nur populistische Lösungen und Anfeindungen gehört, heißt es. Besonders die Energiepolitik Haimbuchners kritisiert er. „Wer Windkraft so absolut verhindert, aber wieder russisches Gas nach Oberösterreich holen und sogar hier im Land verstärkt nach Gas und Öl bohren will, versteht die Welt einfach nicht mehr", sagt Kaineder.
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