Oberösterreich wächst auch 2012 an die drei Prozent

Landesrat Viktor Sigl

Landesrat Sigl glaubt, dass oö. Wirtschaft Schwung beibehalten kann

Heuer soll das Wachstum der Wirtschaft deutlich über drei Prozent liegen. Den größten Teil trägt dazu der Export bei, der laut Wirtschafts-Landesrat Viktor Sigl die
30-Milliarden-Euro-Schallmauer durchbricht.
StadtRundschau: Das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo und das Institut für Höhere Studien IHS haben Anfang Juli ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum in Österreich von 2,5 auf drei Prozent erhöht. Kann Oberösterreich da noch eins drauflegen?
Viktor Sigl: Oberösterreich wird 2011 mit einem Plus von über drei Prozent abschließen, wir werden uns weiter in Richtung Vollbeschäftigung bewegen.

StadtRundschau: Für 2012 sind die Aussichten aber schlechter. Wifo und IHS prognostizieren nur noch 1,8 beziehungsweise 2,1 Prozent Wirtschaftswachstum.
Sigl: 2012 wird etwas gebremster ablaufen, aber auch noch ein sehr gutes Jahr sein, das heißt auch wieder an die drei Prozent Wachstum in Oberösterreich. Dann stellt sich die Frage, welche Entwicklung am Finanzmarkt passiert, ob es endlich gelingt, dass Europa eine eigene Ratingagentur aufbaut. Es ist höchste Zeit, dass wir den Amerikanern mit den gleichen Waffen begegnen. Wer redet denn in Europa darüber, dass Kalifornien ein Vielfaches dessen kaputt ist, was Griechenland kaputt ist.

StadtRundschau: Einen entscheidenden Beitrag zum Anheben der Wirtschaftswachstums-Prognosen hat der Export geleistet ...
Sigl: Österreich wird heuer auf 120 bis 130 Milliarden Euro Exportvolumen kommen. Und etwas mehr als ein Viertel entfällt auf Oberösterreich. Wir durchbrechen damit heuer erstmals die 30-Milliarden-Euro-Schallmauer. Das zeigt uns, dass wir genau da weitertun müssen. Wir haben nach der Krise neue Produkte, neue Märkte und müssen weiter schauen, wo die Zukunftsmärk-
te sind. Wir nehmen auf unsere Exportoffensive nicht nur große Unternehmen mit, sondern auch den Klein- und Mittelstand. Das hilft uns auch, um am Tempo
draufzubleiben, wenn sich nächs-tes Jahr die Konjunktur allgemein ein bisschen verlangsamt.

StadtRundschau: Aus dem Kampf um jeden Job wurde schnell wieder ein Kampf um jeden Facharbeiter.
Sigl: Wir wollen die Potenziale bei Jugendlichen, Frauen und Älteren heben. Derzeit gehen von 100 Jugendlichen nur 85 in eine Ausbildung, die restlichen 15 hören nach der Pflichtschule auf, werden Hilfsarbeiter und finden sich oft in der Arbeitslosenstatistik.
Wir haben deshalb 40 Jobcoaches, die junge Leute ohne Job beraten und ihnen zu einem Ausbildungsplatz verhelfen. Ab Oktober gehen wir in die Pflichtschulen, wo Schulabgänger sitzen, um mit den Lehrern zu klären, welche Mankos es bei den Schülern in der Ausbildungsfähigkeit gibt, und um einen Teil dieser Mankos bis zum Schulende auszumerzen. Das beginnen wir als erstes Bundesland umzusetzen.

StadtRundschau: Eine Hilfe von außen, aber sollte sich aus Sicht der Wirtschaft das Ausbildungssystem nicht grundlegend ändern?
Sigl: Es wäre unheimlich gut, wenn die Kontaktentwicklung zwischen Schule und Wirtschaft grundsätzlich früher beginnen würde. Nicht erst, wenn der junge Mensch ins Berufsleben geht. Eigentlich sollte sich der Kontakt über die ganze Schulzeit hinziehen, ab der Volksschule, in der Form, dass die Kinder die Berufswelt ihrer Eltern erleben.
StadtRundschau: Die Berufswelt ändert sich aber immer schneller.
Sigl: Ja, Lehrberufe, die wir heute haben, haben keine Garantie, dass sie morgen noch gebraucht werden. Umgekehrt müssen wir unser Lehrberufs- und Ausbildungssystem am Markt orientieren mit entsprechenden Berufsbildern.

StadtRundschau: Es wird also neue Lehrberufe geben.
Sigl: Ja, im Bereich erneuerbare Energie, Dienstleistungen. Ein zukunftsträchtiger Beruf könnte Kindergarten-Assistentin sein. Dort gibt es derzeit für die Helferinnen eine Bildungssackgasse, künftig wäre eine Lehre mit Matura möglich, mit Ausbildung bis hin zur Pädagogin. Weitere neue Lehrberufe wird es im Mechatronikbereich geben, bei der Werkstoffverarbeitung, und die Spezialisierung im Handwerk wird auch neue Berufsbilder bringen, etwa bei Zimmerern oder Tischlern.

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