Ein Berg-/Naturwächter sagt
"Beim Wandern immer an die Umwelt denken"
- Wandern und Berg-gehen in Zederhaus.
- Foto: Peter J. Wieland
- hochgeladen von Peter J. W.
Der Zederhauser Naturwächter Hannes Krabath weiß, wie man den Berg genießt und gleichzeitig die Natur schont.
ZEDERHAUS. Aus der Perspektive des Natur- und Umweltschutzes: An was sollte man bereits vor Aufbruch zu einer Wanderung denken; und was sollte unbedingt wieder vom Berg mit nach Hause genommen werden. Wir haben den Einsatzleiter der Berg- und Naturwacht in Zederhaus um eine paar Gedanken zum Thema gebeten.
Wie packe ich meinen Rucksack, damit ich erst gar keinen oder zumindest wenig Müll mit auf den Berg mitnehme?
HANNES KRABATH: "Der Rucksack sollte auf jeden Fall wenig Gewicht haben. Viele glauben, dass sei nur mit Einwegverpackungen und PET-Flaschen möglich. Doch das ist ein Irrglaube – mittlerweile sind diese auch beim Wandern überflüssig. Leichte Aluflaschen etwa sind wiederverwendbar, geschmacksneutral und lange haltbar, ohne schädliche Stoffe zu lösen. Die Jause kann in eine Box oder in Butterpapier gepackt werden – und bei Obst und Gemüse kann man die Schale einfach aufessen oder schon daheim lassen."
- Wandern und Berg-gehen in Göriach.
- Foto: Peter J. Wieland
- hochgeladen von Peter J. W.
Was wird Ihrer Erfahrung nach oft allzu sorglos weggeworfen, weil man es vielleicht nicht primär mit Müll in Verbindung bringt?
KRABATH: Am häufigsten werden wohl Zigarettenstummel sorglos weggeworfen. Dieser besteht jedoch nicht – wie oft angenommen – aus verrottbarem Zellstoff, sondern aus Kunststoffen, die nicht verrotten. Übrigens: Auch die Verpackungen bestehen nicht nur aus dem dünnen Karton; die Hülle ist eine Plastikfolie und innen ist ein Alu-Papier.
Besonders ärgerlich ist es auch, wenn tierische – 'Gassisackerl' – oder auch menschliche Exkremente zwar in Plastikbeutel verpackt, diese allerdings anschließend in der freien Natur entsorgt werden. Auch Bierdosen, Müsliriegelverpackungen und so weiter müssen wieder mit nach Hause genommen werden. Auch Bananenschalen sind hier nennenswert."
- Hannes Krabath ist Einsatzleiter der Berg- und Naturwacht Zederhaus.
- Foto: Berg- und Naturwacht
- hochgeladen von Johanna Grießer
Bananenschalen nicht einfach in der Natur wegwerfen: Wieso das denn eigentlich?
KRABATH: "Diese werden mit verschiedensten Schädlingsbekämpfungsmitteln haltbar gemacht, die sich in der Schale einlagern. In der Natur entsorgt, gehen diese giftigen Stoffe in unsere heimischen Böden über. Das ist übrigens auch der Grund, warum Bananenschalen nicht in den Biomüll sollten."
Worauf muss man bei eventuellen Übernachtungen achten?
KRABATH: "Beim Campieren etwa ist besonders zu beachten, dass dies in den Landschaftsschutzgebieten gar nicht erlaubt ist. Wichtig also ist, sich vorher zu informieren, falls man zelten will. Zudem muss es selbstverständlich sein, keinen Müll zu hinterlassen und kein Feuer zu entzünden, um die Gefahr eines Waldbrandes gering zu halten.
Wer auf einer Almhütte übernachten möchte, sollte eine regionale Jause auswärtigen Lebensmitteln und Getränken vorziehen. Damit vermeidet man, dass diese klimaschädlich auf den Berg – und der Müll dann wieder ins Tal gebracht werden müssen
- Wandern und Berggehen im Salzburger Lungau mit rund 60 Bergseen.
- Foto: Peter J. Wieland
- hochgeladen von Peter J. W.
Gibt es sonst noch etwas, das von Ihrer Seite aus als Einsatzleiter einer örtlichen Gruppe der Berg- und Naturwacht noch erwähnenswert wäre?
KRABATH: "Der Wald als Erholungsort ist von unschätzbarem Wert. Da diese Erkenntnis immer mehr Leute trifft, ist es umso wichtiger, dass – Sommer wie Winter – die Natur mit all ihren Schätzen respektiert wird. Wir alle werden hier nur als Gäste geduldet. Wichtig ist uns als Berg- und Naturwacht vor allem der Schutz der Natur. Damit wir noch lange so gut erhaltene und schöne Gegenden haben, müssen wir alle – Einheimische wie Touristen – unseren Beitrag dazu leisten."
Zum Thema:
Aktuelle Nachrichten aus Salzburg auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.