Lokales Jubiläum
Caritas Werkstatt St. Leonhard feiert vier Jahrzehnte Teilhabe
- Bürgermeister Hans-Jürgen Resel, Karl Schwaiger, Petra Streimelweger, Leitungs-Stellvertreterin, Bereichsleiter Martin Kargl, Werkstattvertreter Lukas Zeinzinger, Theresa Fischelmayer, Fachbereichsleitung Arbeit Süd, Werkstattleiterin Michaela Streimelweger, Generalsekretär Christoph Riedl, Werkstattvertreter Stefan Gric, Altbürgermeister Johann Schellenbacher
- Foto: Caritas
- hochgeladen von Philipp Pöchmann
40 Jahre Caritas Werkstatt St. Leonhard: Gemeinsam arbeiten und das Ortsleben mitgestalten.
ST. LEONHARD/FORST. Mit einer Jubiläumsfeier im Volkshaus blickte die Caritas Werkstatt St. Leonhard am Forst am 14. Oktober auf vier Jahrzehnte zurück. Das Jubiläumsjahr steht im Zeichen der Begegnung und macht sichtbar, wie Menschen mit Behinderungen die Werkstatt und das Leben in der Gemeinde mitgestalten.
Seit März 1986 ist die Caritas Werkstatt St. Leonhard in Betrieb. Bei der Jubiläumsfeier standen ihre Geschichte, die Menschen, die sie geprägt haben, und die heutigen Arbeitsbereiche im Mittelpunkt. Klienten und Mitarbeiter stellten die Abteilungen vor und gaben Einblicke in den Werkstattalltag. Interviews mit Wegbegleitern ergänzten den Rückblick. Das Werkstatt-Team gestaltete die musikalische Begleitung. Beim gemeinsamen Mittagessen sowie bei Kaffee und Kuchen war Gelegenheit zum Austausch.
34 Menschen am Werk
„In der Werkstatt St. Leonhard arbeiten derzeit 28 Menschen mit Behinderungen und 6 Betreuer, so sind wir in der glücklichen Lage noch freie Arbeitsplätze anbieten zu können", berichtet Michaela Streimelweger, Leiterin der Werkstatt St. Leonhard. „Es gibt verschiedene Abteilungen, wo Holz-, Ton- und Naturprodukte gefertigt bzw. Auftragsarbeiten für Firmen erledigt werden. Darüber hinaus gibt es außerdem ein Mobiles Auftragsteam, das interne Haus- und Gartenarbeiten durchführt.
Seit März 2024 bereichert der Sozialmarkt das Leben in der Werkstatt, der jeweils dienstags und donnerstags von 13 bis 15 Uhr geöffnet ist. Er bietet sinnvolle Beschäftigung, rettet Lebensmittel und unterstützt einkommensschwache Menschen. Die Einkaufspässe sind während der Öffnungszeiten des soma in der Werkstatt erhältlich.
Generalsekretär Christoph Riedl ergänzt: „Arbeit hat ganz viel mit Teilhabe zu tun. Wenn wir jemanden kennenlernen, fragen wir oft schon nach kurzer Zeit: „Und was machst du?“ Die Arbeit ist für viele Menschen ein wichtiger Teil ihrer Antwort. Weil sie unseren Alltag prägt. Weil wir dort anderen Menschen begegnen. Weil wir etwas lernen, Verantwortung übernehmen und unsere Talente einsetzen. Zugleich bleibt für uns klar: Die Würde eines Menschen hängt nicht von seiner Leistung ab. Jeder Mensch gehört dazu, auch wenn er wenig oder gar nicht arbeiten kann. Unsere Aufgabe ist es, Möglichkeiten zu schaffen, die zum einzelnen Menschen passen. Und dort, wo Arbeit möglich ist, soll sie mit Anerkennung, Mitsprache und einer sinnvollen Aufgabe verbunden sein. Euch allen möchte ich dafür herzlich danken.“
Ein Jubiläum, das Begegnungen schafft
Bereits im März waren Klienten im Ort unterwegs und befragten die Bevölkerung: Wie lange gibt es die Werkstatt schon? Wie viele Menschen arbeiten dort? Und welche Aufgaben übernehmen sie? Selbst gestaltete Tonherzen und kleine süße Aufmerksamkeiten begleiteten die Gespräche.
Im Juni entstanden gemeinsam mit der Tonkünstlerin Angelika Hell Tonobjekte zum Jubiläum, die vor der Werkstatt aufgestellt wurden. Persönliche Erinnerungen hielten im Juli Interviews mit Klient Franz Schellenbacher, Altbürgermeister Hans Schellenbacher, dem ehemaligen Werkstattleiter Karl Schweiger und Nachbarin Gerti Temper fest. Sie erzählen von der Entwicklung der Einrichtung und ihrer Verbindung zum Ort.
Auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Region gehört zur Werkstattgeschichte. Mit Microtronics aus Ruprechtshofen besteht seit zehn Jahren eine Kooperation für das Falten von Schachteln und Sortierarbeiten. Bei der Firmenfeier am 11. September wurden gleich drei Jubiläen aufgegriffen: 20 Jahre Microtronics, 40 Jahre Werkstatt und zehn Jahre Zusammenarbeit. Klienten, eine Mitarbeiterin, ein Zivildiener und Freiwillige halfen beim Kaffeeausschank; bei den Firmenführungen wurde die Werkstatt vorgestellt.
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