Mistelbacher Praxis
Digitalisierung und Nachfolgeprobleme zwingen Ärztin zur Schließung
- Nach vielen Jahren schließt die Mistelbacher Ärztin und Akupunkteurin ihre Ordination. Ausschlaggebend sind die zunehmende Digitalisierung, zusätzliche Kosten und die fehlende Nachfolge.
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Nicht mangelnde Patienten, sondern Digitalisierung und fehlende Nachfolge führen zur Schließung einer Mistelbacher Arztpraxis. Für viele Patienten bedeutet das den Verlust einer geschätzten Akupunkturbehandlung.
NÖ/BEZIRK MISTELBACH. Eigentlich hätte sie noch einige Jahre weiterarbeiten können. Doch die zunehmende Digitalisierung im Gesundheitswesen, zusätzliche laufende Kosten und die erfolglose Suche nach einer Nachfolge haben die praktische Ärztin und Akupunkteurin Elfriede Bergbauer aus Mistelbach dazu bewogen, ihre Ordination zu schließen. Für ihre Patienten ist das ein schmerzlicher Verlust – sie hätten ihre Ärztin gerne noch länger behalten.
Die Entscheidung zur Pensionierung sei nicht allein eine Frage des Alters gewesen, betont die Ärztin. Vielmehr hätten die neuen digitalen Anforderungen den Ausschlag gegeben. „Ich müsste die Ordination gar nicht schließen, wenn ich digitalisieren würde“, sagt sie.
- Für ihre Akupunktur braucht sie vor allem eines: den direkten Kontakt zum Menschen. Die Digitalisierung spielte in ihrer Arbeit nur eine untergeordnete Rolle.
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Ihre Praxis sei bis heute weitgehend analog organisiert. Computer spielten in ihrem Arbeitsalltag kaum eine Rolle – und das ganz bewusst. „Ich brauche sie in meiner Arbeit nicht und sehe auch keinen Mehrwert darin.“ Stattdessen würde die Umstellung zusätzliche Investitionen und laufende Kosten verursachen.
Hinzu komme, dass ihr der Umgang mit elektronischen Geräten nie gelegen habe. „Ich stehe ständig auf Kriegsfuß mit ihnen“, erzählt Bergauer schmunzelnd. Als Beispiel nennt sie ihren Drucker, der ausgerechnet eine Woche vor ihrer Pensionierung ohne erkennbaren Grund den Geist aufgab – obwohl er noch keine zwei Jahre alt war. „Er hätte wirklich noch einen Monat durchhalten können.“
Akupunktur lebt vom direkten Kontakt
Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt seit vielen Jahren auf der Akupunktur. Gerade dabei sei moderne Technik für sie kein entscheidender Faktor. „Für meine Art der medizinischen Behandlung brauche ich keinen Computer. Ich brauche einen Menschen, die Nadeln und den direkten Kontakt.“
Verpflichtend wäre allerdings die vollständige digitale Abwicklung von Rezepten und Verordnungen über die E-Card. Dafür müsste bei jedem Patienten die E-Card eingelesen werden. Auch das dafür notwendige Gerät verursache laufende Kosten von rund 100 Euro monatlich.
Zwar räumt die Ärztin ein, dass das E-Rezept für Patienten durchaus Vorteile habe. „Das ist einer der wenigen Pluspunkte“, sagt sie. Dennoch überwiegen für sie die Nachteile. Da sie ohnehin nur noch höchstens fünf Jahre weiterarbeiten wollte, stünden die zusätzlichen Ausgaben in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Patienten kamen wegen der Akupunktur
Ihre Patienten hätten vor allem ihre Spezialisierung geschätzt. Die klassischen hausärztlichen Leistungen könnten sie auch bei anderen Allgemeinmedizinern erhalten. „Die Patienten schätzen eher meine Akupunktur als alles drumherum“, sagt sie.
Gerade deshalb bedaure sie, dass ihre Behandlungsmethode in Mistelbach nun vorerst nicht mehr in dieser Form angeboten werden könne.
Vergeblich nach einer Nachfolge gesucht
Besonders schmerzlich sei die erfolglose Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger gewesen. Fast zwei Jahre lang habe man versucht, jemanden für die Ordination zu gewinnen.
„Mir wäre es wichtig gewesen, nach mir wieder einen Akupunkteur in Mistelbach zu etablieren“, erzählt sie. Doch trotz aller Bemühungen sei dies nicht gelungen.
- Trotz zweijähriger Suche konnte keine Nachfolgerin und kein Nachfolger für die Ordination gefunden werden.
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Auch ihre Patienten hätten sich eine Nachfolge gewünscht. Viele wollten ihre Ärztin nicht gehen lassen. Mit einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger hätte sie sich vorstellen können, gelegentlich noch Vertretungen zu übernehmen und den Übergang in den Ruhestand langsam zu gestalten.
Doch daraus wird nichts. Mit der Schließung der Ordination endet nicht nur eine langjährige ärztliche Tätigkeit, sondern auch ein Angebot, das für viele Patienten weit über die klassische hausärztliche Versorgung hinausging.
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