Projektstart
Wie das Grundwasser in der Region Neusiedler See bleiben soll
- Licht am Ende des Tunnels für die Region Neusiedler See/Seewinkel? Bei einer Auftaktveranstaltung zu einem Projekt über Wassermanagement von Foster Europe kamen jedenfalls alle Interessengruppen zu Wort.
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Im Rahmen des Projektes "Foster Europe" (Forward Looking Solutions for Environmental Resilience) diskutierten am Mittwoch Expertinnen und Experten und Vertreterinnen und Vertreter aus der Region rund um den Neusiedler See über Fragen des nachhaltigen und resilienten Wassermanagements in der Region Fertő-Neusiedler See. Ziel sei es, zu einer nachhaltigen Lösung zu kommen, die alle "Stakeholder" einbezieht, so Stefan Lütgenau von der Foster Europe Foundation.
NEUSIEDLER SEE/SEEWINKEL. Mit einer Auftaktveranstaltung in Neusiedl am See startete am Mittwoch das Foster-Europe-Projekt für die Region Fertő-Neusiedler See. "Unser Ziel ist es, zu einer nachhaltigen Lösung für das Wassermanagement rund um den Neusiedler See zu kommen, die alle Stakeholder der Region einbezieht", sagt Stefan Lütgenau von der Foster Europe Foundation. Zu Wort kamen Alexander Mechtler von der "Gruppe Wasser", Alois Lang von Zukunft Neusiedler See, Birgit Vogel von der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau, Harald Grabenhofer (Nationalpark Neusiedler See), Werner Falb-Meixner beleuchtete die Sicht der Landwirtschaft und Donnerskirchens Bürgermeister Johannes Mezgolits die kommunale Ebene des Themas. Das von der EU geförderte Projekt ist auf zwei Jahre ausgelegt und läuft in insgesamt acht EU-Staaten.
"Hauptübeltäter Einserkanal"
"Es braucht einen breiten Konsens und eine breite Kommunikation, um zu einer Lösung zu kommen", betont Alexander Mechtler in seinem Vortag. Der geschäftsführende Gesellschafter der "Gruppe Wasser" beschäftigte sich im Auftrag des Amtes der Burgenländischen Landesregierung und der Direktion für Wasserwesen in Györ mit einer wasserwirtschaftlichen Machbarkeitsstudie für eine Wasserbewirtschaftung im Grenzraum Seewinkel / Hanság. Vorrangig wurden bei der Studie Möglichkeiten für den Rückhalt des in der Region natürlich vorkommenden Wassers behandelt.
Als "Hauptübeltäter" nennt Mechtler den Einserkanal: "Dort geht uns das meiste Wasser verloren." Aber auch die Landwirtschaft trage, laut dem Experten, ihren Teil dazu bei, dass seit dem Jahr 2014 ein steiler Abfall des Grundwassers zu verzeichnen ist.
- Alle Stakeholder an einem Tisch: (v.l.) Stefan Lütgenau von der Foster Europe Foundation, Alexander Mechtler von der "Gruppe Wasser", Laura Szitar, Harald Grabenhofer (Nationalpark Neusiedler See), Werner Falb-Meixner Vizepräsident der Landwirtschaftskammer und Donnerskirchens Bürgermeister Johannes Mezgolits.
- Foto: Stefan Schneider
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"Der Seewinkel ist das einzige Grundwassergebiet Österreichs, das rein vom Niederschlag lebt, ohne jeglichen Zufluss", sagt Mechtler. Das Wichtigste sei laut Mechtlers Expertise daher, keinen Tropfen Wasser aus der Region abfließen zu lassen. Seit 2021 liegt die Studie vor, es fehle jedoch am Turbo der Umsetzung. "Es wird jetzt Zeit, alle Interessengemeinschaften an einen Tisch zu bekommen", so der Experte, denn vieles aus der vorhandenen Studie sei bereits nicht mehr aktuell.
Welche Brisanz das Thema hat, zeigte eine Wortmeldung von Alfred Brasch, seines Zeichens Bezirksreferent der Landwirtschaftskammer im Bezirk Neusiedl am See. Er betonte ebenfalls die Wichtigkeit, das vorhandene Wasser in der Region zu halten und die verbesserten Bewässerungsmethoden der Landwirtschaft in den letzten zwei Jahren. "Schwarze Schafe gibt es immer, aber 99 Prozent halten sich an die Regelungen der Bewässerung", so Brasch.
"Ende des Erholungstourismus"
Die touristische Sicht beleuchtete Alois Lang vom Verein "Zukunft Neusiedler See". Der Tourismusexperte und ehemalige Regionalmanager in der Region Neusiedler See wies darauf hin, dass der Erholungstourismus am See Geschichte sei. "Vor rund 200 Jahren kamen Menschen in die Region, um im See, aufgrund seiner heilenden Wirkung, zu baden", so Lang, wohlgemerkt auf Anweisung damaliger Ärzte. Mittlerweile habe aber der Wein-, Kultur- und Sporttourismus diesen alten Praktiken längst den Rang abgelaufen.
- Alois Lang klärte über die touristische Zukunft um den Neusiedler See auf.
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Was bereits getan wird
Wie Projekte bereits erfolgreich gestartet wurden und umgesetzt werden, präsentierten Birgit Vogel von der internationalen Kommission zum Schutz der Donau und im Anschluss Harald Grabenhofer vom Nationalpark Neusiedler See/Seewinkel.
Das Ziel der Donauschutzkommission ist es, den ökologischen Zustand der Donau in insgesamt 14 Ländern zu erreichen und auch zu erhalten. Ein EU-weites Projekt, welches auch auf die Region im Seewinkel umgesetzt werden könne, so Vogel. Vor allem sei es aus ihrer Sicht wichtig, eine gute Zusammenarbeit aller Nutzer der Gewässer herzustellen.
- Harald Grabenhofer vom Nationalpark Neusiedler See/Seewinkel beleuchtete ein Projekt zu den Sodalacken im Seewinkel.
- Foto: Stefan Schneider
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Mit "LIFE Pannonic Salt" ist bereits ein Projekt zur Erhaltung der, wohlgemerkt, Sodalacken und der damit einhergehenden Verbesserung der Grundwassersituation in Umsetzung. Zwölf Millionen Euro an EU-Geldern stehen den Verantwortlichen bis 2028 zur Verfügung, Eigenmittel werden vom land Burgenland getragen. "Erste Maßnahmen werden bereits 2025 gesetzt", so Grabenhofer. Acht Wehre sollen dafür am Seewinkler Hauptkanal errichtet werden, um den Wasserrückhalt so hoch wie möglich zu halten. Hinzu kämen Maßnahmen zur Schilfreduktion, Entfernung von Ölweiden und ein geeignetes Mahdmanagement. Der Fokus liege im ersten Schritt am Gebiet rund um Apetlon, sagt Grabenhofer.
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