Generalleutnant Hofbauer
Bundesheer in acht bis zehn Jahren kriegsfähig

Das Bundesheer müsse "kriegsfähig" werden verlautbarte Generalleutnant Bruno Günter Hofbauer, Planungschef des österreichischen Bundesheeres im Rahmen der sicherheitspolitischen Jahresvorschau. Was das zwei Jahre nach Ausbruch des Krieges zwischen Russland und Ukraine konkret bedeutet, verrät er im Interview mit den Bezirksblättern.

NÖ. Kaum jemand möchte wirklich über Krieg sprechen und dennoch müssen wir es tun. Nicht nur in Niederösterreich, auch international sprechen sich Begriffe wie "Kriegsfähigkeit" und "Kriegstauglichkeit" herum. "Wir können langfristig nicht ausschließen, was sich in Europa zutragen wird. Planerisch sind wir gezwungen zehn bis 15 Jahre in die Zukunft zu schauen und zu analysieren, was da auf uns zukommen könnte", betont Hofbauer.

Panzer werden aufwendig modernisiert. | Foto: Bundesheer/Gerhard SIMADER
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So hoch ist die Gefährdungslage in NÖ

"Kriegsfähig heißt Verteidigungsfähig zu sein", betont Hofbauer und stellt damit klar, dass es nicht darum gehe aktiv in den Krieg zu ziehen, sondern im Falle eines Falles dazu in der Lage zu sein sich zu verteidigen. "Das bedeutet, im Falle einer Kriegshandlung so stark zu sein, dass man einen Angreifer abwehren kann." 

"Sicherheitspolitisch ist die Situation nicht vorhersehbar. Man kann hier nur zwischen einem Best-Case-Szenario und einem Worst-Case-Szenario unterscheiden. Auf der anderen Seite sollten wir als Militär auch die Potenziale und nicht nur die politischen Absichten beurteilen",

so Hofbauer. Bei der Beurteilung dieser politischen Potenziale sei es möglich zu beurteilen, was sich über zehn Jahre hinweg entwickeln kann. Momentan sei man in der Situation ein Bestandteil eines europäischen Sicherheitsgefüges zu sein. Dennoch haben wir sehen müssen, dass der konventionelle Krieg auch in Europa wieder ausbrechen kann. Sehr ernst zu nehmen seien Bedrohungen, die über den Luftraum kommen, betont der Generalleutnant.

Generalleutnant Bruno Günter Hofbauer, Planungschef des österreichischen Bundesheeres. | Foto: MeinBezirk.at
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Kriegsfähigkeit in acht bis zehn Jahren herstellbar

Dass die Herstellung eines verteidigungsfähigen Zustandes nicht von Heute auf Morgen möglich ist, liegt auf der Hand. Hofbauer schätzt mit einer Zeitspanne von acht bis zehn Jahren, um einen solchen Zustand zu erreichen. Dazu brauche es nicht nur die hohen Investitionen von rund 18 Milliarden Euro innerhalb der nächsten vier Jahre, sondern auch eine personelle und technische Entwicklung. Für Niederösterreich erwähnt er konkret den Truppenübungsplatz Allensteig, wo die Übungstätigkeiten stark ausgebaut werden. Für die technische Entwicklung bedeutet es vor allem Modernisierung.

"Beim Kampfpanzer wird zum Beispiel die Technik komplett erneuert, neue Visiersysteme werden eingebaut. Gleiches trifft auf Großpanzer zu, die zum Beispiel in Großmittel stationiert sind. Das heißt hier wird das vorhandene Gerät, das ja auch sehr teuer war, weiter nutzbar gemacht für die nächsten 20 Jahre",

erklärt Hofbauer. Umfangreich investiert werde außerdem in den gesamten Bereich der Digitalisierung.

Das Personal beim Bundesheer muss nahezu verdoppelt werden. | Foto: Bundesheer/Guenter Filzwieser
  • Das Personal beim Bundesheer muss nahezu verdoppelt werden.
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Personell ist das Bundesheer ausbaufähig

Ähnlich wie in vielen anderen Berufssparten kämpft auch das Bundesheer in Niederösterreich damit, dass mehr Personal in die Pension geht, als von unten nachkommt. Um dem zu begegnen gibt es aber den Grundwehrdienst, den es gilt attraktiver zu machen.

"Unbestritten ist die Situation, wie gemeinhin im Staatsdienst und in der zivilen Wirtschaft nicht einfach. Aus meiner Sicht ist es die besondere Aufgabe des Bundesheeres, dass wir alles dafür tun müssen die Grundwehrdiener davon zu überzeugen, dass das ein guter Dienst ist. AUf der anderen Seite dann aber auch eine Zeit lang beim Bundesheer zu bleiben, auch wenn man nicht Berufssoldat werden möchte",

sieht Bruno Günter Hofbauer die Situation kritisch. Darauf angesprochen welche Rolle Frauen beim Bundesheer spielen betont er, dass diese sehr viele Möglichkeiten haben sich einzubringen und für eine positive Entwicklung des Bundesheeres auch in Niederösterreich unumgänglich sind. Wie er die Motivation sieht in Zeiten des nahen Krieges in der Ukraine dem Bundesheer beizutreten, erfährst du im Video. Insgesamt sieht Hofbauer die Notwendigkeit einer personellen Verdoppelung beim Bundesheer.

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Generalleutnant Bruno Günter Hofbauer, Planungschef des österreichischen Bundesheeres. | Foto: MeinBezirk.at
Foto: Bundesheer/Mario Berger
Panzer werden aufwendig modernisiert. | Foto: Bundesheer/Gerhard SIMADER
Das Personal beim Bundesheer muss nahezu verdoppelt werden. | Foto: Bundesheer/Guenter Filzwieser
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