Silvia Fruhmann
Bäuerin aus Karl ist eine von fünf österreichischen "Biodiversitäts-Botschaftern"
- Inmitten der Gemüsevielfalt.
- Foto: Fruhmann
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Die Gemüsebäuerin gibt interessiertem Publikum ein Jahr lang ihr Wissen über biologische Arbeitsweisen weiter.
KARL. Zu einer von fünf bäuerlichen "Biodiversitäts-Botschaftern" des Jahres in Österreich ist die Biobäuerin Silvia Fruhmann ernannt worden. Als Botschafterin gibt sie ein Jahr lang dem Publikum bei Betriebsbesuchen, Bauernhofspaziergängen oder Küchentischgesprächen Einblick in ihre umweltschonende Arbeitsweise.
- Mulchschicht beim Lauch
- Foto: Fruhmann
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Die vom Landwirtschaftsministerium unterstützte Initiative "Farming for Nature" wählte Fruhmann aus. Sie hat sich dem ökologischen Gemüseanbau verschrieben und baut auf rund zwei Hektar Fläche etwa 40 verschiedene Sorten an. "Ich achte darauf, dass der Boden zwischen den Gemüsepflanzen über den Sommer mit einer Mulchschicht aus Kleegras und Luzerne bedeckt ist. Es ist unglaublich, wie viel Feuchtigkeit dadurch im Boden gehalten wird und was an Leben da ist", schildert sie.
Biologisches Wirtschaften
Eine wechselseitige Kooperation verbindet Fruhmann mit Stefan Hofleitner, einem befreundeten Bio-Bauern aus benachbarten Aigen bei Kirchschlag. Er bekommt von ihren Ackerflächen das Grundfutter für seine Kühe, im Gegenzug erhält die Karlerin den Rindermist zum Düngen. "Zusätzlich bringe ich Pflanzenstärkungstees aus, etwa aus Brennnessel, Schafgarbe, Wermut oder Wurmfarn, je nachdem, was meine Gemüsepflanzen gerade brauchen", erzählt die Bio-Bäuerin. Zwischen den Gemüsereihen hat sie Blühstreifen angelegt, die als Lebensraum für Insekten und Nützlinge dienen. Einige dieser Blühstreifen sind mehrjährig angelegt und bieten dadurch das ganze Jahr den Tieren Schutz und Nahrung.
- Gemüsevielfalt Anfang April.
- Foto: Farming for Nature
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Abseits ihrer Gemüseflächen schafft Fruhmann in Karl weitere Lebensräume wie Hecken, Totholzbereiche, Nistkästen und eine Käferburg. Gemeinsam mit örtlichen Jägern und Landwirten wurden mehrere Flächen gepachtet, um Lebensräume besser miteinander zu vernetzen. Ihr Wissen über naturnahe Landwirtschaft gibt sie auch im Rahmen von "Schule am Bauernhof" und in ihrer Direktvermarktung weiter.
Weitergabe von Wissen
"Biodiversitäts-Botschafter sind Vorreiter einer nachhaltigen Landwirtschaft", sagt Projektkoordinatorin Johanna Frangež. "Kriterien für die Auswahl sind, dass die Betriebe ökologisch wie ökonomisch nachhaltige Landwirtschaft betreiben, sie einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der Biodiversität auf ihrem Betrieb leisten und bereit sind, ihr Wissen zu teilen."
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