Wasserknappheit Österreich
Mittelburgenlands Wasserversorgung stabil
- Trotz Trockenheit bleibt die Trinkwasserversorgung im Bezirk Oberpullendorf derzeit gesichert, langfristig sinken jedoch die Grundwasserstände.
- Foto: Wasserverband Mittleres Burgenland.
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Die anhaltende Trockenheit sorgt österreichweit für Aufmerksamkeit. Laut aktuellen Auswertungen von Greenpeace befinden sich rund 70 Prozent der Grundwassermessstellen auf niedrigem Niveau, mehr als jede zehnte zeigt sogar ein Rekordtief. Während Greenpeace vor zunehmender Wasserknappheit warnt, bleibt die Trinkwasserversorgung im Mittelburgenland gesichert.
BEZIRK OBERPULLENDORF. Christian Zörfuss vom Wasserverband Mittleres Burgenland verweist auf eine stabile Versorgungslage:
„Es gibt derzeit keine spürbaren Auswirkungen der Trockenheit auf die Wasserversorgung, ein sorgsamer Umgang mit der Ressource Wasser sei aber trotzdem wichtig“ so Christian Zörfuss.
Auch konkrete Engpässe oder kritische Situationen in Gemeinden des Bezirks Oberpullendorf seien aktuell nicht gegeben. Die Entwicklung in den nächsten Wochen ist jedoch abhängig vom Niederschlag. Auch wenn dieser noch länger auf sich warten lässt, sind im Versorgungsbereich Mittleres Burgenland keine Probleme in der Trinkwasserversorgung zu erwarten.
Im Langzeitvergleich zeigen sich die Grundwasserspiegel insgesamt stabil, auch in den oberen Schichten. Entscheidend ist jedoch der gewählte Betrachtungszeitraum der Wasserstände. Kurzfristige Auswertungen können stärkere Schwankungen zeigen und zu unterschiedlichen Interpretationen führen.
„Seit etwa 2010 ist ein Rückgang um rund einen Meter zu beobachten. Grundsätzlich sind die Wasserstände tendenziell sinkend. Ein sorgsamer Umgang mit der Ressource Wasser ist unbedingt erforderlich,“ so Christian Zörfuss, vom Wasserverband Mittleres Burgenland.
- Tiefengrundwasser aus Brunnenfeldern sichert die Versorgung im Mittelburgenland.
- Foto: Wasserverband Mittleres Burgenland
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Versorgung über mehrere Systeme abgesichert
Die Wasserversorgung im Bezirk Oberpullendorf erfolgt über mehrere Systeme. So versorgt der Wasserverband Mittleres Burgenland auch Sieggraben (Bezirk Mattersburg) und übernimmt für das niederösterreichische Schwarzenbach die Spitzenlastabdeckung. Auch die eigenständigen Versorger Oberpullendorf und der Wasser- und Abwasserverband Lockenhaus beziehen bei Bedarf Wasser zur Abdeckung von Verbrauchsspitzen. Die Gemeinde Weingraben versorgt sich aus eigenen Brunnen, verfügt jedoch ebenfalls über eine Spitzenlastanbindung an den Wasser- und Abwasserverband Lockenhaus. Pilgersdorf sowie die Ortsteile Lebenbrunn, Salmannsdorf, Steinbach, Bubendorf und Kogl nutzen eigene Quellen, ebenso wie die zu Lockenhaus gehörenden Ortsteile Langeck und Glashütten.
Der Wasserverband selbst versorgt insgesamt 18 Gemeinden mit 36 Ortsteilen und betreibt damit ebenso viele Ortsnetze. Insgesamt sind 12.380 Hausanschlüsse angeschlossen, rund 24.383 Einwohner mit Hauptwohnsitz werden versorgt. Die Infrastruktur umfasst 129 Kilometer Transportleitungen und 344 Kilometer Ortsnetzleitungen, 17 Hochbehälter, vier Tiefbehälter, 19 Pumpwerke sowie zehn Brunnen und eine Quelle. Die Gesamtförderleistung liegt bei rund 200 Litern pro Sekunde, die jährliche Fördermenge bei etwa zwei Millionen Kubikmetern.
Stabile Lage trotz Trockenperiode
Die Versorgung im Mittelburgenland basiert auf Tiefengrundwasser. Dieses wird aus zwei Brunnenfeldern in Neckenmarkt und Lackendorf gewonnen. Insgesamt zehn Brunnen fördern dabei Grundwasser, das laut Untersuchungen bis zu 8.000 Jahre alt ist.
Das Brunnenfeld Neckenmarkt umfasst drei Brunnen mit einer Förderleistung von bis zu 43 Litern pro Sekunde, während das Brunnenfeld Lackendorf mit sieben Brunnen bis zu 157 Liter pro Sekunde liefert.
Laut Zörfuss liegen die aktuellen Fördermengen im Bereich des Durchschnitts der vergangenen Jahre. Auch bei erhöhtem Wasserverbrauch, etwa durch das Befüllen von Pools zu Beginn der warmen Jahreszeit, stehen ausreichend Kapazitäten zur Verfügung. Einschränkungen für die Bevölkerung sind derzeit nicht notwendig.
Die Tatsache, dass selbst solche Extremwetterlagen wie die aktuelle Trockenheit mit einer gut aufgestellten Wasserversorgung bewältigt werden können, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Grundwasser auch wieder „nachgefüllt“ werden muss, so Christian Zörfuss. Selbst unsere Tiefengrundwässer haben als einzige nachhaltige „Nachfüllung“ den Niederschlag. Wasserversorgung ist eine regionale Angelegenheit. Wir dürfen in unserem Gebiet nicht mehr Wasser verbrauchen, als Niederschlag auf die Fläche unseres Bezirkes fällt und wieder in das Grundwasser zurückgeführt wird.
- Im Bezirk Oberpullendorf sorgt ein gut ausgebautes Netz aus Brunnen, Leitungen und Speicheranlagen für Versorgungssicherheit.
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Technisch aufwändige Versorgung
Der Wassertransport im Versorgungsgebiet ist aufgrund der topografischen Gegebenheiten besonders anspruchsvoll. Vom Brunnen bis zum letzten Hochbehälter müssen rund 470 Höhenmeter überwunden werden. Dennoch kann der Wasserverband rund 67 Prozent des Bezirks Oberpullendorf versorgen.
Die vorhandenen Wasserbehälter bieten ausreichende Reserven, um auch Spitzenverbräuche abzudecken. Eine zusätzliche Versorgung benachbarter Gebiete ist aktuell nicht erforderlich.
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