Plötzlicher Schülerschwund
Volksschule St. Nikola steht vor dem Aus
- Volksschule St. Nikola vor dem Aus.
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Zählte man in den Sommerferien noch 33 Kinder für die Volksschule St. Nikola, sind es jetzt nur mehr 24 Mädchen und Buben, die die Schulbank drücken. Somit müssen alle vier Schulstufen in einer Klasse von den zwei Pädagoginnen unterrichtet werden. Der erfahrene Pädagoge Wolfgang Haas muss Ende September gehen. Die beiden Pädagoginnen Ulla Paraluppi und Nadine Neugschwandtner wollen unter diesen Bedingungen kommendes Schuljahr in St. Nikola nicht mehr weitermachen. Die Schulschließung könnte schon in den kommenden Wochen oder Monaten kommen.
ST. NIKOLA. Eltern sind überrascht und informierten MeinBezirk, dass "ihre" Volksschule St. Nikola ab Oktober nur mehr einklassig geführt wird. Die drei Lehrer der Volksschule St. Nikola teilten am Mittwoch dieser Woche den Eltern mit, dass die beiden Klassen zu einer Klasse zusammengelegt werden müssen. Alle vier Schulstufen werden in einer Klasse unterrichtet. Startete man zum Schulbeginn noch mit 28 Mädchen und Buben, fiel jetzt die Schülerzahl auf 24. Der Schülerschwund ist darauf zurückzuführen, dass Kinder von Asylwerbern, die in Quartieren in St. Nikola untergebracht waren, nicht mehr in der Gemeinde sind. Auf Anfrage von MeinBezirk teilte die Pressereferentin der Bildungsdirektion Oberösterreich Birgit Kopf mit, dass bei 26 Kindern eine zweiklassige Volksschule möglich ist. Darunter nicht.
Schreiben an Eltern
„Seitens der Bildungsdirektion werden uns für dieses Schuljahr leider keine zusätzlichen Stunden zur Verfügung gestellt, weshalb eine Weiterführung der beiden Klassen in der bisherigen Form nicht möglich ist“, schreiben die Pädagogen an die Eltern. Die Lehrer haben große Bedenken, dass es unter diesen Rahmenbedingungen schwierig wird, die bisherige Qualität des Unterrichts aufrechtzuerhalten. Wird eine Pädagogin krank, muss sie alleine alle vier Schulstufen unterrichten. Somit ziehen die beiden Pädagoginnen die Reißleine und teilten den Eltern mit: „Für uns persönlich bedeutet diese Veränderung leider auch, dass wir uns nach diesem Schuljahr um eine Versetzung bemühen werden, da diese Form des Unterrichts nicht dem entspricht, wofür wir als Lehrerinnen stehen und wie wir guten Unterricht gestalten möchten.“
Keine Zukunft
Nach derzeitigem Stand sieht auch Bürgermeister Engelbert Freudenschuß keine Zukunft für den Schulstandort St. Nikola und eine Schließung der Schule in den kommenden Monaten sei realistisch. Die Kinder würden dann in die Volksschulen Grein und Waldhausen gebracht.
- Bürgermeister Engelbert Freudenschuß
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"Mir blutet das Herz"
Der Bürgermeister, der Gemeinderat und Ortsbewohner haben sich in der Vergangenheit für den Erhalt "ihrer Schule" stark gemacht. "Mir blutet das Herz, aber irgendwann kann man nicht mehr kämpfen", meint Engelbert Freudenschuß auf Anfrage von MeinBezirk.
Derzeit laufen Beratungen, wie es mit dem Schulstandort St. Nikola weitergeht. Eine Schulschließung muss auch vom Gemeinderat beschlossen werden. Eine mögliche Variante wäre auch, die Schule vorübergehend ruhend zu stellen. Das ist aber nur möglich, wenn in den kommenden Jahren genügend Schüler zu erwarten sind.
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