Pinzgauer Tierschutzhaus
Bauer stellt Grund zur Verfügung
- Kolmanbauer Albert Vorreiter mit seiner Enkelin Nina und Enkel Bastian spielen mit den Schweinen.
- Foto: Vorreiter
- hochgeladen von Gudrun Dürnberger
NIEDERNSILL. Die Tiere des Kolmanbauer in Niedernsill dürfen so leben, wie es ihren Bedürfnissen entspricht. Es gibt keine Anbindehaltung für die Kühe, und die Schweine können sich in ihrem Gehege im Freien nach Lust und Laune austoben. Auch die Hühner dürfen am Hof herumspazieren. Gänse und Puten leben ebenfalls in diesem Idyll, Hund und Katze sowieso. Für Albert Vorreiter ist es selbstverständlich, die Tiere so zu halten. Es sind Nutztiere, die geschlachtet werden, aber es ist ihm wichtig, dass sie ein gutes Leben haben. Das Wohl der Tiere liegt dem Bauern am Herzen. Aber nicht nur das seiner eigenen - er will auch die, die es nicht so gut haben und einen Platz brauchen, versorgt wissen.
Großzügiges Angebot
Albert Vorreiter stellt daher rund 2.000 Qudratmeter Grund im Gewerbegebiet in Niedernsill für das Tierschutzhaus Pinzgau zur Verfügung. Wie berichtet, wurde lange und intensiv nach einem passenden Objekt bzw. Grundstück für diesen Zweck gesucht. Im Jänner 2018 ersuchte die damalige LH-Stv. und Tierschutzreferentin Astrid Rössler die Pinzgauer Bürgermeister im Zentralraum des Bezirks um Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Standort. Seit fünf Monaten ist für diese Agenda die neue Landesrätin Maria Hutter zuständig. Sie ist selber mit Leib und Seele Bäuerin und betont die Notwendigkeit für ein Tierheim im Pinzgau. Hutter hat sich bereits zwei Mal mit den Initiatoren und Initiatorinnen getroffen, die nun dem Land das Angebot von Albert Vorreiter unterbreiteten, seinen Grund zu pachten. Diese Woche wurde gemeinsam besprochen, wie das Tierheim nun konkret umgesetzt werden kann. Die Errichtung ist aus Sicht der Landesrätin nicht das größte Problem, schwieriger sei es, die laufenden Kosten für Personal, Futter, Behandlungen etc. zu bestreiten. "Diese Kosten kann das Land nicht übernehmen", so Hutter. Sie könne derzeit nichts Konkretes zur Finanzierung versprechen, werde aber das Thema mit ihrem Kollegen Landesrat Josef Schwaiger besprechen, denn die Agenden des Tierschutzes fallen ab Jänner in sein Ressort.
Finanzierung unklar
Beatrice Caba, Obfrau des Vereins Tiernest Pinzgau, hält das für ein fatales Signal. Zudem zeigt sie sich enttäuscht, dass es noch keine konkreteren Zusagen gibt. "Wir kämpfen seit Jahren und haben uns stark eingesetzt, endlich ein Grundstück gefunden und Pläne vorgelegt, aber seitens des Landes gibt es noch keinen Beschluss, dass die Mittel zur Verfügung gestellt werden. Wir haben uns eigentlich mehr erwartet", so Caba. "Es kann doch nicht verlangt werden, dass Projektfinanzierung und laufender Betrieb ausschließlich an uns hängen bleiben - denn die eigentliche Verantwortung liegt bei der Landesregierung", betont Caba. "Es muss endlich in Salzburg - wie auch in allen anderen Bundesländern bereits seit Inkrafttreten des Tierschutzgesetzes 2005 üblich - für Tierschutzhäuser Geld zur Verfügung gestellt werden."
Sponsoren gesucht
Es gäbe bereits zahlreiche Zusagen von Sponsoren und Unterstützern, wie das Team des Vereins Pinzgauer Tiernest beteuert. Baumeister Peter Bocksleitner aus Piesendorf hat beispielsweise unentgeltlich die Pläne für das Tierschutzhaus gezeichnet. Aber von Spenden allein könne das Haus natürlich nicht geführt werden. Nun hofft man auf fixe Zusagen des Landes und rasche Entscheidungen.
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