FAiR - Freiwilligen-Arbeit im Rampenlicht
Ein Nachmittag im Lerncafé - so geht Lernen

Gruppenfoto nach dem von uns organisierten Gewinnspiel
13Bilder

Ehrenamt – Engagement macht Freu(n)de

ZELL AM SEE. Im Rahmen unseres Projektes „FAiR – Freiwilligen-Arbeit im Rampenlicht“ machten wir es uns an der Landesberufsschule Zell am See zur Aufgabe, sieben Pinzgauer Organisationen vorzustellen, stellvertretend für alle Ehrenamtlichen der Region, die wertvolle Freiwilligenarbeit leisten. Unser Team nutzte dabei die Möglichkeit, das Lerncafé der Caritas Zell am See kennenzulernen, das sich für die Integration und Bildung von Kindern und Jugendlichen engagiert.

Wir besuchten die Organisation im Februar d. J. und waren dort an einem der wöchentlichen Lernnachmittage mit im Einsatz. Dabei konnten wir die Kinder kennenlernen, sie beim Lernen spielerisch unterstützen und einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Arbeitsbereiche der dort tätigen Ehrenamtlichen erlangen.

Eine Herzensangelegenheit

Die Geschichte des Lerncafés geht zurück ins Jahr 2007, in dem das erste Lerncafé Österreichs in Graz eröffnet wurde. Das Lerncafé in Zell am See ist ein von Sonja Dick 2012 ins Leben gerufenes Projekt für Schüler im Volksschul- und Mittelschulalter. Dort werden Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren unterstützt, die besonderen Förderbedarf haben, und/oder aufgrund ihrer familiären Situation Hilfe beim Lernen benötigen. Die unterschiedlichen Kulturen, die sich hier begegnen, stellen dabei eine Bereicherung für die Kinder dar. Das Lerncafé ist jeweils montags, dienstags und mittwochs am Nachmittag von 14:00 bis 17:00 Uhr für seine Schützlinge geöffnet. Die Teilnahme ist für die Kinder kostenlos.

Das vorrangige Ziel des Lerncafés ist der erfolgreiche Schulabschluss. Im Mittelpunkt steht die Stärkung der Grundkompetenzen, besonders der Deutschkenntnisse. Durch die erlangten Fortschritte wird hier das Selbstwertgefühl der betroffenen Kinder enorm gestärkt. Weitere Anliegen stellen das gemeinschaftliche Lernen, der positive soziale Umgang miteinander sowie eine gesunde Ernährung dar. Als Ausgleich wird zwischen den Lerneinheiten auch auf ein umfangreiches Freizeitprogramm geachtet. Es werden Ausflüge organisiert, die Gruppen basteln gemeinsam, turnen und tanzen.

Auf eine regelmäßige Kontaktpflege mit den Eltern wird von Sonja Dick, der Leiterin des Lerncafés, besonderer Wert gelegt. Die Eltern verpflichten sich dabei, die Elternabende zu besuchen und sich über die Fortschritte und Entwicklung ihrer Kinder zu informieren.

Voraussetzung für die Aufnahme im Lerncafé sind ein Erstgespräch gemeinsam mit Eltern und Kind, die Bereitschaft der Erziehungsberechtigten zur aktiven Mitarbeit, der Förderbedarf des Schülers, der persönliche Lernwunsch des Kindes sowie die regelmäßige Teilnahme an zwei bis drei Nachmittagen pro Woche. An diesen Lernnachmittagen werden verschiedene Lerntechniken angewandt, es erfolgt eine individuelle Unterstützung des Kindes. Mit Hilfe von Lernspielen werden Kinder mit Lernhemmungen bzw. Lernschwächen professionell unterstützt. Die Freude am Lernen soll hier vermittelt werden.

Ein lehrreicher Nachmittag – auch für uns!

Nach einem herzlichen Empfang wurden wir sofort in die Vorbereitungen eingebunden. Wir durften die Kinder beim Lernen unterstützen, beim Erledigen der Hausaufgaben helfen und spielerisch verschiedene Lerninhalte wiederholen. Dabei konnten wir die Stärken und Schwächen der Kinder gut erkennen und auf diese eingehen.

Während einer gemeinsamen Jause nutzten wir die Gelegenheit, uns mit den Kindern auszutauschen und mehr über deren Familien, Herkunft und Kulturen zu erfahren. Dabei wurde uns bewusst, welche wertvolle Arbeit die Mitarbeiter des Lerncafés leisten und die Kinder in ihren, oft schwierigen, Lebensumständen beistehen. Die Freiwilligen berichteten stolz über die großen Lernfortschritte und Entwicklungen der einzelnen Kinder. Mit den Schulen in der Umgebung besteht ein reger Kontakt. Die Schüler können durch die Vermittlung eines strukturierten Ablaufes stetig an Sicherheit gewinnen, es können sich enge Beziehungen zwischen Kindern und Betreuern entwickeln. Für uns war bemerkenswert, wie viel Freude und Motivation die Betreuer in ihre Arbeit stecken.

Anforderungsprofil für freiwillige Mitarbeiter – was sollen Sie mitbringen?

Es wird für die Mitarbeit im Lerncafé keine spezielle Ausbildung benötigt, es ist also keine pädagogische Ausbildung notwendig. Grundkenntnisse über den Lernstoff der Volksschule und Mittelschule sind von Vorteil, da die Hausaufgaben gemeinsam mit den Kindern ausgearbeitet werden. Voraussetzungen für diese ehrenamtliche Tätigkeit sind jedenfalls die Freude an der Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen, Einfühlungsvermögen, Offenheit für verschiedene Kulturen und Zuverlässigkeit. Die Mitarbeiter sind an jeweils einem Nachmittag pro Woche tätig, das umfasst ca. 14 Stunden Arbeitsaufwand im Monat.

Das gemeinsame Ziel, ein positiver Schulabschluss durch die Verbesserung der schulischen Leistungen und damit einhergehende Stärkung des Selbstbewusstseins der Kinder bildet den Erfolg dieser Organisation.

Sie möchten einen Beitrag leisten?

Wenn Sie Freude an der Arbeit mit Kindern, am Erklären und gemeinsamen Lernen haben, dann sind Sie hier genau richtig! Zögern Sie nicht und kontaktieren Sie Sonja Dick unter der Tel. 0676 848 21 03 02 oder via E-Mail: sonja.dick@caritas-salzburg.at!

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
Caritas Salzburg

Ohne die Unterstützung und Mitarbeit von Freiwilligen ist die Organisation des Lerncafés nicht möglich, da es sich immer noch in der Projektphase befindet. Jeder Standort verursacht jährlich Kosten von ca. € 60.000,00 (darin enthalten sind die Personal- und Mietkosten). Diese müssen von der Caritas eigenfinanziert werden.

Das Lerncafé freut sich über jede helfende Hand! Geldspenden werden für Lebensmittel, die gemeinsame Freizeitgestaltung und Lernmittel genutzt – auch eine Zusammenarbeit im Rahmen von Sponsoring ist gerne möglich.

Über Sachspenden, wie Lern-, Spiel- und Bastelbedarf, Materialien zur Sprachförderung, Bücher und Lebensmittel freuen sich die Kinder und Betreuer immer. Denn diese wertvolle Unterstützung hilft den Kindern maßgeblich in der Entwicklung von Selbsttätigkeit, die zu Selbstständigkeit führt.

Projektteam: Paula Kochova, Nathalie Dschulnigg, Christina Schranz, Mateo Katana

Im Interview:

Elisabeth Hochhold

Die pensionierte Lehrerin (verheiratet, 2 Kinder) engagiert sich seit zwei Jahren wöchentlich, manchmal auch öfter, ehrenamtlich für das Lerncafé. Dabei unterstützt Sie die Kinder tatkräftig beim Lernen, kontrolliert die Aufgaben. Besonders wichtig ist ihr dabei, ihre Schützlinge im selbstständigen Arbeiten zu unterstützen.

Was waren die Beweggründe zu Ihrer Mithilfe in dieser Organisation?
„Durch eine Bekannte bin ich auf das Lerncafé der Caritas in Zell am See aufmerksam geworden. Ich wollte mich in meiner Pension ehrenamtlich engagieren und da bin ich hier genau richtig.“

Über welche Eigenschaften sollte ein freiwilliger Mitarbeiter unbedingt verfügen? 
„Viel Geduld, Verständnis und Empathie sind hier gefragt, weil die Kinder aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen stammen.“

Was bereitet Ihnen am meisten Spaß an dieser ehrenamtlichen Tätigkeit? 
„Die Zusammenarbeit mit den Kindern macht mir große Freude, das Erklären ohne Druck. Wenn ich sehe, wie kleine Fortschritte eine große Wirkung bei der Entwicklung des Selbstbewusstseins erzielen. Das ist eine tolle Erfahrung!“

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Lerncafés? 
„Ich wünsche mir, dass die Arbeit unserer Leiterin, Sonja Dick, honoriert wird, damit das Lerncafé weiterbestehen kann. Wir stecken alle viel Energie in dieses Projekt. Damit wir auch in Zukunft die Zukunft von unseren Kindern positiv mitgestalten können!“

Daniel

Der 10-jährige Schüttdorfer besucht die 1. Klasse der Neuen Mittelschule Zell am See. Seine Familie stammt ursprünglich aus Bulgarien, er lebt seit seinem 2. Lebensjahr in Österreich. Das Leistungsangebot des Lerncafés nimmt er bereits das 5. Jahr regelmäßig, 3-mal pro Woche, in Anspruch.

Wie gefällt es dir die Atmosphäre im Lerncafé?
„Sehr gut, ich habe hier auch viele Freunde gefunden. Ganz besonders gefällt mir, dass ich mit den anderen auch spielen kann. Das Essen ist immer sehr lecker und die Mitarbeiterinnen sind echt nett.“

Hilft dir die Betreuung im Lerncafé für die Schule?

„Ja klar, die hilft mir sehr, vor allem wenn ich Fragen habe. Dann können mir die Betreuerinnen auch immer helfen. Das ist besonders wichtig für mich vor Schularbeiten und Tests, dann fühle ich mich sicherer.“

Autor:

Landesberufsschule Zell am See aus Pinzgau

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Newsletter Anmeldung!

Du willst Infos, Veranstaltungen und Gewinnspiele aus deiner Umgebung?

Dann melde dich jetzt für den kostenlosen Newsletter aus deiner Region an!

ANMELDEN

Newsletter Anmeldung!

Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.