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Aus Mittersill aufs große Podium: Cornelia Urban überzeugt mit Ausdruckskraft
- hochgeladen von Wolfgang Riedlsperger
Es war einer dieser seltenen Momente, in denen ein Konzertsaal spürbar den Atem anhält. Als Wachtmeister Cornelia Urban beim Galakonzert der Militärmusik Salzburg das Concerto Tricolore von Thomas Doss ansetzte, veränderte sich die Atmosphäre im Großen Festspielhaus merklich. Plötzlich stand nicht mehr das Orchester im Vordergrund, sondern eine junge Musikerin, die mit beeindruckender Ruhe und innerer Klarheit die Bühne für sich einnahm.
Urban, seit ihrem siebten Lebensjahr mit Trompete und Flügelhorn vertraut, formte die drei Sätze des Werkes zu einem persönlichen musikalischen Bekenntnis. Im Allegro brillante ließ sie die Trompete strahlen, technisch präzise und zugleich mit einer Leichtigkeit, die das Virtuose selbstverständlich wirken ließ. Ihr Ton war präsent, hell, aber nie scharf – ein Klang, der den Raum füllte, ohne ihn zu dominieren.
Im Andante doloroso wechselte sie auf das Flügelhorn und öffnete eine völlig andere Welt. Der warme, weiche Klang verlieh dem Satz eine be-rührende Intimität. Urban spielte nicht einfach eine Melodie – sie erzählte. Von Sehnsucht, von Verletzlichkeit, von Momenten, die man nicht in Worte fassen kann. Das Publikum hörte still zu, als würde jede Bewegung stören.
Der abschließende Satz, Allegro giusto, brachte schließlich jene Energie, die das Werk so unverwechselbar macht. Urban zeigte hier ihre rhythmische Präzision, ihre Spielfreude und ihre Fähigkeit, jazzige Elemente mit klassischer Klarheit zu verbinden. Es war ein Finale, das nicht nur musikalisch überzeugte, sondern auch ihre künstlerische Reife unterstrich.
Urban ist eine Musikerin, die Technik, Ausdruck und Persönlichkeit zu verbinden weiß – und die das Publikum nicht nur beeindruckt, sondern berührt.
Das Concerto Tricolore wurde so zu weit mehr als einem Programm-punkt: Es wurde zu einem Porträt einer jungen Künstlerin, die ihren eigenen Klang gefunden hat und ihn mit bemerkenswerter Souveränität auf die Bühne bringt.
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