Fußball WM: Pinzgauer landeten im Gefängnis!

Da war die Welt noch in Ordnung. Hansi Unterganschnigg bei der Ankunft bei der WM in Brasilien.
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  • Da war die Welt noch in Ordnung. Hansi Unterganschnigg bei der Ankunft bei der WM in Brasilien.
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PINZGAU/BRASILIEN (vor/km). Die ganze Welt ist seit Mitte Juni im WM-Fieber. Zwei eingefleischte Pinzgauer Fußballfans traten die Reise nach Brasilien an, um das Spektakel live mitzuerleben. Doch der WM-Ausflug hätte sich fast zum Albtraum entwickelt und endete für die beiden im Gefängnis. Kein Hollywood-Autor hätte diese Geschichte spannender hinbekommen.

Geplanter Ticket-Verkauf
Aber von vorne: Hansi Unterganschnigg vom FC Zell am See und Andreas Unterberger vom FC Pinzgau Saalfelden kauften über die Fifa ganz offiziell WM-Tickets. "Die Karten gab es ausschließlich im 5er-Pack zum Einzelpreis von 90 Euro. Alle fünf Tickets waren für Spiele im Maracana-Stadion. In den zehn Tagen, an denen wir dort waren, fand in jenem Stadion nur die Partie Argentinien gegen Bosnien statt. Daher entschlossen wir uns dazu, die restlichen drei Karten zu verkaufen", erzählt Unterberger. Rund fünf Stunden vor Matchbeginn machten sich die beiden Pinzgauer auf den Weg Richtung Stadion. "Mit tausenden Fans haben wir uns die U-Bahn geteilt; überall waren Heerscharen an Polizei und Militär unterwegs. Direkt vor dem Stadion wollten wir dann unsere Tickets verkaufen. Ein Engländer zeigte sofort Interesse. Wir zeigten ihm unsere drei Karten und wollten dafür in Summe 1.000 Reais. Umgerechnet 350 Euro." Eigentlich ein fairer Preis, denn auf dem Schwarzmarkt wurden Eintrittsberechtigungen zum Stückpreis von jenseits der 1.000 Euro gehandelt.

Von Beamten überwältigt
"Als wir das Geld in den Händen hatten und die Karten aber noch nicht übergeben hatten, kamen plötzlich drei Zivil-Polizisten und drei Militärs von hinten und drückten uns blitzschnell auf den Boden. Alles ging blitzschnell und ehe wir uns versahen, fanden wir uns mit Handschellen gefesselt in einem mit Panzerglas und Gittern ausgestatteten Bus voller Drogendealer wieder", erzählt Unterganschnigg. Das Schlimmste: Es waren dabei stets zwei Handfeuerwaffen auf die Beiden gerichtet. "Keiner verstand uns, niemand konnte Englisch. Nach einer Stunde wurden Plastikflaschen zum Urinieren ausgeteilt. Es durfte ja niemand den Bus verlassen. Es durfte kein Fenster oder die Tür geöffnet werden, es hatte gefühlte 50°C und es stank fürchterlich nach Urin. Wir hatten schon Angst, dass wir von der Organspende-Mafia entführt werden."

Korrupter Polizist
Nach einigen Stunden wurden die Verhafteten auf den Polizeiposten gebracht und dem einzigen etwas englisch sprechenden Polizisten vorgeführt. "Der hat uns dann erklärt, dass man keine gefälschten Tickets verkaufen darf. Wir erklärten ihm daraufhin, dass die Karten echt seien. Er schaute sie genauer an und sagte dann, wenn wir ihm das Ticket fürs Achtelfinale schenken, könnten wir durch die Hintertür raus und abhauen."

Schock verdaut
Die letzten 30 Minuten vom Spiel konnte sich die Pinzgauer noch anschauen. "Die 350 Euro vom Engländer haben wir dann in einer Bar verbraten, um den Schock zu verdauen. Es ist alles andere als lustig, wenn stundenlang eine Waffe auf dich gerichtet ist. Arg, wie korrupt dort alles abläuft!"

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Autor:

Klaus Vorreiter aus Pinzgau

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