20.10.2016, 20:25 Uhr

Der Glaube an den Tunnel

Der Glaube ist kein Wissen das auf Erfahrungswerten beruht. Verkehrsexperten sagen: Ein Fernpassscheiteltunnel würde rechnerisch wochentags 4-5min Zeitersparnis bringen – bei konstantem Verkehrsvolumen, aber am Wochenende bei Kapazitätsüberlastung würde er nichts bringen und eine weitere Blockabfertigungspforte öffnen. Auch der LH sagt, dass der FST an Stauwochenenden nichts verbessern würde. Die Kapazität der zweispurigen B179 wird bekanntlich durch einen Tunnel nicht erhöht. Millionen von Steuergeld für eine erhoffte Lösung, die aber den Verkehrsteilnehmen nicht hilft?


Wollen wir außerdem für eine so geringe Zeiteinsparung das 7,5t-Limit aufs Spiel setzten? Ein wertvolles Fahrverbot für alle Lkw die hier und in den umliegenden Regionen keinen Ziel- und Quellverkehr haben? Ja nur, wenn wir mehr Lkw-Transit, und eine neue Transitstrecke zur Entlastung der anderen schaffen wollen. Welche Region vertreten die hier im Außerfern selbst ernannten Verkehrsverantwortlichen? Glauben sie, dass der FST nur für uns als attraktive Wegverkürzung erkannt werden würde? Würden nicht auch die Durchreisenden diese Strecke noch attraktiver finden und sie vermehr nützen, wodurch das Verkehrsvolumen erhöht und die Zeiteinsparung in Kürze zu einer Zeitverlängerung würde? Das entspricht nämlich der erkannten Realität an allen anderen ausgebauten Strecken. Wenn wir die Grundlage der Tonnagenbeschränkung, sprich die Steigungen und Kurven eliminieren, wird die Ausnahmeregelung auf der B179 fragwürdig. Auch Anrainer einer „Loferer Bundesstraße“ oder im „Pustertal“ würden sich ein „grund(lagen)loses“ Fahrverbot wünschen.
In der Fernpass-Strategie hat man sich redlich bemüht, den Verkehr der Straße anzupassen, sodass wir im Bezirk wieder besser von A nach B kommen sollen. Sobald wir aber beginnen, die Straße dem Verkehr anzupassen, wir es kein Ende der Ausbau- und Problem-Spirale geben. In Kalifornien und China gibt es funktionierende Verkehrslösungen mit 26 Fahrstreifen(!). Die Frage ist ob das unsere Vision sein soll.
Welches Erbe wollen wir der nächsten Generation überlassen? Sie werden wissen, wer sich so vehement mit Tunnelblick für den Ausbau der Probleme eingesetzt hat, und wer davor gewarnt hat.

NGO Alpentransit Außerfern
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