Wer, wie und warum
Alles, was du über das Blutspenden in Salzburg wissen musst
- Wer Blut spendet, der hilft anderen Menschen. Männer dürfen im Jahr bis zu 4 Mal Blut spenden. Der Mindestabstand zwischen zwei Vollblutspenden muss acht Wochen betragen.
- Foto: Österreichisches Rotes Kreuz
- hochgeladen von Sabrina Moriggl
Bei Operationen, Notfällen oder Therapien zählt jede Blutkonserve, denn viele Menschen können nicht ohne fremdes Blut behandelt werden. Gerade zur Winterzeit ist man auf die Spende dringend angewiesen. In diesem Artikel erfährst du, warum man Blut spenden sollte, wer Blut spenden darf und wie eine solche Blutspende abläuft.
SALZBURG. Im Winter wird das Blut knapp – und das kann für die Salzburgerinnen und Salzburger, die auf eine Blutkonserve angewiesen sind, lebensbedrohlich werden. Erkältungen und Grippe sorgen dafür, dass viele Spenderinnen und Spender pausieren müssen. MeinBezirk Salzburg fragte beim stellvertretenden Leiter des Blutspendedienstes, Uwe Nündel, nach, wie es um die Spendenbereitschaft in Salzburg und die Blutspenden bestellt ist.
MeinBezirk: Warum ist gerade in der Winterzeit das Blut so knapp, woran liegt das?
Uwe Nündel: "Im Winter kann es durch allfällige Grippe- und Erkältungswellen ein vermindertes Spendenaufkommen geben. Dies hängt vor allem mit den damit verbundenen Wartefristen zusammen: Bei einem leichten Infekt, d.h. Körpertemperatur unter 38°C und keiner starken Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes, gibt es eine Wartefrist von 7 Tagen, bis man wieder Blut spenden darf. Bei einem hoch fieberhaften Infekt, d.h. Körpertemperatur über 38°C und einem stark beeinträchtigten Allgemeinzustand, beträgt die Wartefrist 4 Wochen nach Beschwerdefreiheit bzw. nach letzter Antibiotikaeinnahme.
Treten solche Erkrankungen besonders häufig auf, hat dies direkte Auswirkungen auf die Zahl der Menschen, die eine Blutspende leisten können. Umso wichtiger ist es daher gerade im Winter, dass Menschen, die in der Lage Blut zu spenden, dies auch tatsächlich tun. Denn:
"Blutkonserven sind für zahlreiche Operationen, Notfallbehandlungen und Therapien unverzichtbar, jedoch nur 42 Tage haltbar. Nur durch regelmäßige Blutspenden kann die kontinuierliche Versorgung der Patient:innen sichergestellt werden."
MeinBezirk: Wie ist es derzeit um die Vorräte bestellt und was passiert, wenn ein Engpass vorliegt?
Uwe Nündel: "Dank der derzeitigen Spendenbereitschaft ist derzeit die Versorgung mit den lebensrettenden Blutkonserven gesichert. Um die Versorgung dauerhaft sicherstellen zu können, ist es aber notwendig, dass genügend Blutspender bereit sind, regelmäßig eine Blutspende zu leisten.
In bestimmten Situationen kann es aber vorkommen, dass es zu Engpässen bei der Versorgung von einzelnen Blutgruppen kommt – in Einzelfällen auch bei dem gesamten Bestand an Blutkonserven. In diesen Fällen wird versucht, durch gezielten Kontakt mit den Blutspendern diese dazu zu bewegen, in den nächsten Tagen eine Blutspende zu leisten. Sollte dies nicht gelingen, dies kommt in seltenen Fällen vor, ist es notwendig einen allgemeinen Medienaufruf zu machen und darin die Menschen, in Anbetracht dieser Situation, zur Blutspende aufzurufen."
MeinBezirk: Für Menschen, die noch nie Blutspenden waren - was erwartet mich hier, wie läuft ein typischer Blutspendetermin ab?
Uwe Nündel: "Als Erstspender:in sollten Sie das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ist dies der Fall, kommen Sie mit einem amtlichen Lichtbildausweis zu einem Blutspendetermin. Dort werden Sie als Blutspender:in registriert und füllen einen Gesundheitsfragebogen aus (Fragen zu Gesundheit, Lebensstil, Auslandsaufenthalten, Medikamenteneinnahme, Impfungen etc.). Diesen besprechen Sie danach mit einem Arzt bzw. einer Ärztin unter vier Augen. Gibt diese:r die Freigabe, d.h. liegen keine Ausschlusskriterien vor, dürfen Sie Blut spenden.
Die Blutspende selbst dauert rund sechs bis sieben Minuten und dabei werden rund 465 Milliliter Blut abgenommen. Danach sollten Sie rund 30 Minuten rasten und etwas trinken. Getränke und Snacks stellt Ihnen das Rote Kreuz im Anschluss an Ihre Spende zur Verfügung. Der gesamte Vorgang vom Ausfüllen des Fragebogens, medizinischem Check, der Blutspende selber und der anschließenden Ruhepause dauert etwa 45 Minuten."
MeinBezirk: Wie finde ich heraus, ob ich als Blutspender geeignet bin?
Uwe Nündel:
"Neben den grundsätzlichen Rahmenbedingungen (s. Antwort auf die folgende Frage), spielen eine Reihe individueller Faktoren eine Rolle. Hier hilft ein Blick auf die FAQs auf unserer Website www.blut.at. Diese geben zu einer Reihe von Blutspendekriterien detailliert Auskunft, ob eine Spende möglich ist oder nicht.
Zudem wird im Rahmen der Blutspende selbst ein Gesundheitsfragebogen ausgefüllt und mit einem Arzt bzw. einer Ärztin unter vier Augen besprochen. Diese:r trifft die Letztentscheidung, ob eine Blutspende möglich ist oder nicht."
MeinBezirk: Wer darf überhaupt Blutspenden und wer nicht?
Uwe Nündel: "Blutspenden dürfen Personen zwischen dem 18. und 70. Geburtstag, die gewisse gesundheitliche und gesetzlich festgelegte Kriterien erfüllen. Erstspender:innen dürfen zum Zeitpunkt ihrer ersten Spende das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Das Körpergewicht muss mindestens 50 kg betragen."
Weitere Beiträge aus Salzburg findet ihr >>hier<<
Mehr von Sabrina Moriggl liest du >>hier<<
Aktuelle Nachrichten aus Salzburg auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.