ARGEkultur will "Motor zum Stottern bringen"

Der neue künstlerische Geschäftsführer Sebastian Linz
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SALZBURG (lin) In der ARGEkultur könnte sich einiges ändern. Seit ihrer Gründung 1984 in Nonntal ist die ARGE Inbegriff der gesellschaftspolitisch linken, freien und kreativen  Kulturszene, aber nach 34 Jahren soll dieser "geölte Motor wieder ein wenig zum Stottern gebracht werden". Das ist jedenfalls die erklärte Absicht des neuen künstlerischen Leiters Sebastian Linz, der Markus Grüner-Musil an der Spitze der Arge im März 2018 beerben wird.

"Wo genau sitzt der Feind?"

"Das interdisziplinäre, spartenübergreifende Grundkonzept wird bleiben, ich will eine Weiterentwicklung und keinen radikalen Bruch", sagt der 37-Jährige Linz. "Aber ich kann mir mehr Partizipation mit Bürgern vorstellen, vieles kann neu gedacht werden, ich will die traditionell linken politischen Positionen klären, aber nur dann agressiv, wenn es nötig ist", sagte der gebürtige Nürnberger, der sich auch bei den Salzburger Festspielen und im Münchner Residenztheater als Regieassistent, Dramaturg und Organisator einen Namen gemacht hat. "Mir geht es um den analytischen Blick mit Haltung. Die ARGE muss ein Rückzugsort für kritisch denkenden und handelnde Menschen sein."

Ein "Linz-Programm" gibt es erst in Ansätzen. Erstmals spürbar wird die Handschrift des Neuen beim Open Mind-Festival von 8. bis 18. November. Dabei werden Diskussionen, künstlerische Produktionen oder Workshops, zum Thema „what´s left, what´s right?“ ineinander greifen. "Marx hat Geburtstag, Zeit für Rückschau und Zeit zum Handeln. Aber wie genau?  Welche Bedeutung haben die Achsen 'links oder rechts'? Oder müssen wir besser sagen 'autorität vs. Liberal?'"

Grüners vorerst letzter Streich

Das Jahresprogramm 2018 stammt im Wesentlichen noch von Markus Grüner-Musil, der nach 13 Jahren als künstlerischer Leite mit Ende Februar "eine berufliche Pause bis Jahresende" einlegen wird. Für heuer hat Grüner das Stück "Oberösterreich" von Franz Xaver Kroetz in die Arge geholt, dann kommt das Musiktheater-Projekt "Viel gut essen" nach einem Buch und in der Regie vion Sibylle Berg und der Band Kreisky. Weiters wurden Komponisten beauftragt, "Hymnen und Lieder des 21. Jahrhunderts" zu schreiben und nicht zuletzt wird sich Editta Braun in "Trail" choreografisch auf Spurensuchbe nach dem Gehen begeben.

Erfolgreiches 2017

GF Danuiela Gmachl und der scheidende Markus Grüner-Musil übergeben ein gut geführtes, wirtschaftlich gesundes Haus. 40.000 Besucher kamen in  311 Veranstaltungen. "Noch wichtiger ist mir, dass sich alle Generationen von künstlerischen und gesellschaftspolitisch interessierten Menschen in der Arge begegnet sind", so Grüner Musil abschließend.

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