Abseits der Festspiele
Kunstwerke wollen Salzburgs Filterblasen platzen lassen
Da beißt sich der Dackel in den Schwanz. Vom "Dackelfiebertraum", bis hin zur Litfaßsäule, die in Luftpolsterfolie gepackt ist. Derzeit verwandelt sich der öffentliche Raum in Salzburg erneut zur Open-Air-Galerie. Gezeigt werden: sieben analoge Plakatkunstwerke und vier digitale Animationen im Stadtraum Salzburg sowie zusätzlich zwei Plakatkunstwerke in Grödig und Hallein.
SALZBURG. Botschaften erreichen die Menschen dort, wo das Leben stattfindet, unmittelbar, ungefiltert und für alle sichtbar. "Deshalb ist das Kunst-Projekt „against the bubbles“ wie geschaffen für unsere Out of Home-Flächen", erklärt Dominik Sobota, Geschäftsführer der Progress Werbung, der darin eine "super Ergänzung und wunderbare Bereicherung zur Festspielzeit" sieht. Von 30. Juli bis 31. August wird in Salzburg das Format "Kunstlitfaßsäule" gezeigt. Elf ausgewählte Arbeiten sollen zum innehalten und nachdenken anregen.
Auch Stadt-Bürgermeister Bernhard Auinger zeigt sich beeindruckt von der Aktualität der Werke: "Es ist für mich die demokratischste Kunst überhaupt – ich darf es mir anschauen und muss nichts dafür zahlen und kann mich damit beschäftigen."
"Bei einer Litfaßsäule besteht die Möglichkeit, seine Botschaft ohne Filter, ohne Blase im öffentlichen Raum zu platzieren und das sieben Tage die Woche, 24 Stunden lang." Dominik Sobota
Von der Idee zur Umsetzung
Aus fast 50 Einreichungen wurden elf Konzepte ausgewählt und kamen in die Umsetzung. Im Rahmen der Salzburger Kunst-Litfaßsäulen beschäftigen sich elf Künstlerinnen und Künstler unter dem Motto „against the bubbles“ mit Themen wie Filterblasen, Wahrnehmung und gesellschaftlichem Austausch.
Das seit 2014 bestehende Projekt der Kulturabteilung des Landes Salzburg, des Kunstbeirats und der Progress Werbung bringt gestalterische Kunst dorthin, wo man alle Menschen niederschwellig erreicht: in den Alltag der Menschen. "Es ist grandios, wie sich diese Idee in den letzten Jahren entwickelt hat", sagt Kulturabteilungsvorständin der Stadt Salzburg Dagmar Aigner.
Mehr als eine Litfaßsäule
Eine moderierte Rad-Kultur-Tour, bei der die Künstlerinnen und Künstler ihre Projekte persönlich vorstellten, eröffnete die Kunstlitfaßsäulen. Hier findest du die Kunstwerke:
Franka Althaus, DACKELFIEBER
City-Light-Säule, Schumacherstraße 14
(Vorplatz Stadt:Bibliothek)
Renée Kraemer, HighFive
Makartkai/Landesberufsschule 2
Grödig: Neue Heimat Straße 15
Daniel Car, Federball
Franz-Josef-Kai 27/S-Bahn
Hallein: Hermann-Pramerplatz / Bahnhof bei Taxistand
David Fisslthaler, Against The Bubble(wrap)
Franz-Josef-Kai/Müllnersteg, Café am Kai
Beate Ronacher, Will Work for Food
Franz-Josef-Kai/Calisthenics-Anlage Mülln
Roberto Carlos González Bautista, Kaugummiautomatenvitrine
Franz-Josef-Kai/Ursulinenkirche Spielplatz
Bernhard Gwiggner, BlasenKongress
Franz-Josef-Kai/Rotkreuzparkplatz
Digitale City-Lights im Stadtraum:
Marco Döttlinger: i see distance in your eyes
Marion Fischer: Blinde Spiegel
Lena Fürjesi: Singend suche ich nach der passenden Lade
Anna-Maria Stadler: Eine kurze Unterbrechung
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