ZIB2 mit Dankl
"Mehr Putin-Fans bei OMV und Wirtschaftskammer als in der KPÖ"
- Kay-Michael Dankl bezog im ZIB2-Interview Stellung zu seiner ideologischen Verfestigung im Kommunismus und zu umstrittenen Positionen anderer KPÖ-Politiker.
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Im ZIB2-Interview mit Martin Thür hat sich KPÖ-Plus-Chef Kay Michael Dankl von einigen Positionen der KPÖ im Bund und in der Steiermark distanziert. Wer Putin-Fans suche, würde laut Dankl "bei der OMV oder vielleicht der Wirtschaftskammer" mehr finden als in der KPÖ.
SALZBURG. Kay-Michael Dankl, Spitzenkandidat der KPÖ Plus bei der Landtagswahl, war gestern Abend in der "ZIB2" bei Martin Thür zu Gast. Der Salzburger ging dabei auf Distanz zu einigen internationalen Positionen der KPÖ im Bund und in der Steiermark.
Keine klare Ansage für Bürgermeisterwahl
Eine klare Ansage, ob er bei den Gemeindevertretungswahlen 2024 Bürgermeister der Stadt Salzburg werden will, konnte Thür Dankl nicht entlocken. Bei der Landtagswahl am Sonntag hatte die KPÖ Plus in der Landeshauptstadt quasi aus dem Stand Platz zwei hinter der ÖVP mit über 21 Prozent der Stimmen erobert.
- Die KPÖ Plus holte in der Stadt Salzburg am Sonntag über 21 Prozent der Wählerstimmen.
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"Wir sind Kapitalismus-kritisch"
Angesprochen auf seine ideologische Verfestigung im Kommunismus betont Dankl: "Wir sind im Unterschied zu den anderen Parteien Kapitalismus-kritisch. Wenn es um Grundbedürfnisse geht, darf nicht der Profit einiger weniger im Vordergrund stehen. Sondern es geht darum, eine öffentliche, gute und leistbare Versorgung sicher zu stellen." Das sei in Salzburg etwa beim O-Bus oder bei den hohen Wohnkosten aktuell nicht der Fall.
Kein EU-Austritt
Zu den historischen Verbrechen, die etwa in der Sowjetunion unter einem kommunistischen Regime begangen worden sind, meint der Chef der KPÖ Plus: "Wir haben mit diesen Diktaturen überhaupt nichts mehr am Hut und haben uns auch von aktuellen Diktaturen klar distanziert." Während die Europäische Union (EU) im Parteiprogramm der Bundes-KPÖ als "Zentrum imperialistischer Macht" bezeichnet wird, lehnt Dankl einen EU-Austritt ab.
- Der KPÖ-Landtagsabgeordnete Werner Murgg aus der Steiermark steht immer wieder in der Kritik.
- Foto: LT-Stmk/Foto Fischer
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Distanz zu Werner Murgg
Auch zu Positionen der starken KPÖ in der Steiermark geht der Salzburger Spitzenkandidat auf Distanz. Die Verteidigung etwa Kubas oder Chinas — so vorgesehen in einem Programm der steirischen Kommunisten — will Dankl nicht unterstützen. Auch zum steirischen KPÖ-Landtagsabgeordneten Werner Murgg geht die KPÖ Plus in Salzburg auf Distanz. Murgg hatte unter anderem die Ukraine als "Krüppelnation" bezeichnet, war im belarussischen Staatsfernsehen zu Gast und feierte in der Ostukraine die "Unabhängigkeit der Volksrepublik Donezk", die nur von Russland, Syrien und Nordkorea anerkannt wurde.
Putin-Freunde bei OMV und WKO
Dankl betont in diesem Zusammenhang, er habe sich in Salzburg explizit für Solidarität mit der Ukrainischen Zivilbevölkerung eingesetzt. Werner Murgg vertrete in der KPÖ eine Minderheitenposition. "Wenn man Putin Fans in Österreich sucht, wird man bei der OMV oder vielleicht bei der Wirtschaftskammer mehr finden als bei der KPÖ."
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