Daheim in Laakirchen
So soll Laakirchen lebenswerter werden

Der Architekt Christoph Gahleitner
  • Der Architekt Christoph Gahleitner
  • Foto: Paul Hamm GmbH
  • hochgeladen von Florian Meingast

Damit Laakirchen auch in Zukunft attraktiv und lebenswert bleibt, wurde Architekt Christoph Gahleitner von den Verantwortlichen der Stadtgemeinde im Frühjahr 2018 mit der Planung und Leitung des Stadtentwicklungsprozesses beauftragt. 

LAAKIRCHEN. Von besonderer Wichtigkeit bei der Realisierung des Prozesses durch Christoph Gahleitner war den Verantwortlichen die Einbindung der Bürger. Die Einwohner sollten in Workshops und im Internet ihre diesbezüglichen Ideen und Anregungen einbringen.

Große Verantwortung

Die verantwortlichen Mitarbeiter der Stadtgemeinde stellten in Bezug auf den Stadtentwicklungsprozess folgende Anforderungen an den Archtitekten:

  • Begleitung und Führung des Bürgerbeteiligungsprozesses
  • Ortsentwicklungskonzepte für Laakirchen, Steyrermühl, Oberweis und Lindach
  • Siedlungsentwicklungsmöglichkeiten
  • Nachverdichtungsmöglichkeiten im Zentrum
  • Mobilität der Zukunft (Verkehrsentwicklung/-gestaltung)

Was Sie unter diesen Anforderungen verstehen können, verrät der Architekt:

Wie genau liefen die Workshops ab? Wie konnten die Teilnehmer Ideen einbringen?
Insegesamt fanden sechs Workshops von Oktober 2018 bis Sommer 2019 statt.

Darunter...

  • ... eine Auftaktveranstaltung
  • ... eine Veranstaltung für involvierte Personen und Unternehmen zur Frage "Wie wird Digitalisierung Laakirchen verändern" und zur Kinderbetreuung sowie zum Bildungszentrum
  • ... eine Veranstaltung zur Zentrumsentwicklung
  • ... ein Workshop zum Thema Ortsentwicklung in Form von Runden Tischen
  • ... sowie ein Workshop für Schüler

Wie funktionierte die Ideenfindung im Internet?
Die Teilnehmer konnten ihre Ideen zu den Themengruppen Mobilität/Region, Zentrumsgestaltung, Wohnen/Siedlungsstrukturen, Wirtschaft/Wisschenschaft und Bildung, Stadtnatur/Freizeit und Naherholung sowie Gesundheit/Demographischer Wandel mit uns auf einer Internetplattform teilen. Insgesamt kamen 150 Einträge zusammen. Jene sind sehr wertvoll, da die Teilnehmer im Internet die Freiheit haben, Ihre Ideen und Vorschläge sehr ausführlich zu formulieren. So äußerten viele Laakirchner Ideen, die wir vorher noch nicht bedacht hatten. Darunter zum Beispiel der Wunsch nach mehr Grünflächen, die stärkere Nutzung der Traun, der Bau eines Bildungszentrums - auch Bildungscampus genannt -, und ein größeres Kinderbetreuungsangebot.

In weiterer Folge teilten wir die gesammelten Ideen, Vorschläge und Wünsche in folgende Teilbereiche ein:

  • Stadtplatz
  • Grünraum
  • Leerstand, Schaffung von weiteren Parkmöglichkeiten und Wiederaktivierung der Hauptschule (HS) Nord
  • Ärztezentrum und Regio Tram
  • Hotel, bessere Erschließung der Traun als Naherholungsgebiet, Versetzung des Kriegerdenkmals und die Attraktivierung des Freibads
  • Kinderbetreuung, Ausbau des Fuß- und Radwegnetzes, die allgemeine Verkehrssituation und Erstellung eines Informationssystems für Gewerbetreibende

Welche Ideen schafften ins finale Leitbild?

  • Die Findung und Programmierung eines neuen Stadtplatz-Standortes als zentraler Ort der Begegnungen mit den Hauptnutzungen Hotel-, Ärztehaus und Musikschulstandort. Außerdem ist die Platzgestaltung ein wichtiges Element
  • Die Entwicklung einer Wohnraumstrategie
  • Das Projekt "Traun als Naherholungsgebiet"
  • Die Freizeitnutzung stärker in die Stadt integrieren
  • Die Themen "Bebauungsqualität", "Grünflächen", "Flächenmanagent" und "-potentiale"
  • Die Schaffung eines Gestaltungsbeirates, inklusive eines Stadtentwicklungskoodinators, einer Verwaltungsebene und einer Stadtentwicklungskommission
  • Die Aktivierung der HS Nord als Bildungscampus
  • Die Ausweitung des Kinderbetreuungsangebotes
  • Strategie "Innenentwicklung vor Außenentwicklung"
  • Die Errichtung einer Einkaufsstraße und Begegnungszone
  • Fokus auf Regio-Tram und Linienverkehr, Ortsentwicklung, Siedlerstruktur und Leerstandsentwicklung
  • Schaffung eines Informations- und Leitsystems für Gewerbetreibende
  • Ausweitung des Fuß- und Radwegnetzes
  • Neuorganisation der Parksituation, darunter Projekte wie eine Parkgarage, Oberflächenparkplätze sowie ein Parkinformations- und Leitsystem

Was wird unter einem Ortsentwicklungsprozess verstanden?
Darunter wird die individuelle siedlungsstrukturelle und zukunftsorientiere Betrachtung der individuellen Bedürfnisse der einzelnen Ortsteile verstanden.

Warum wird der Prozess genau für die Orte Laakirchen, Steyrermühl, Oberweis und Lindach durchgeführt?
Aus dem Grund, weil die vier Orte die Hauptsiedlungsgebiete der Stadtgemeinde Laakirchen darstellen. Daraus ergibt sich auch die Definition der Siedlungsentwicklungsmöglichkeiten: da Laakirchen im Wesentlichen aus diesen vier Siedlungsgebieten, die sich unterschiedlich entwickelt haben, besteht, müssen wir auf deren individuelle Bedürfnisse reagieren. 

Was verstehen Sie unter dem Begriff Nachverdichtungsmöglichkeiten?
Dabei handelt es sich um den neuen Begriff der Flächenpotentiale. Diesbezüglich wurde untersucht, welche Nutzungen im Laakirchner Stadtzentrum erforderlich und vertretbar sind.

Welche Möglichkeiten stehen im finalen Leitbild?
Zum Beispiel soll für den Ortsteil Steyrermühl eine eigene Wohnraumstrategie entwickelt und gezielt in eine barrierefreie Gestaltung dessen investiert werden. 

Zum Thema Mobilität der Zukunft: Werden Ladestellen für e-Fahrzeuge errichtet?
Im Großen und Ganzen sind das Maßnahmen, die die Zuständigen der Stadtgemeinde entscheiden müssen. Im Leitbild jedenfalls werden Ladestationen und kleine einheitliche smarte Mobilitätsknoten vorgeschlagen. Wie viele errichtet werden sollen, ist momentan noch nicht fix.

Welche weiteren Maßnahmen sollen in diesem Bereich realisiert werden? 
Die Hauptstraße soll, wie schon erwähnt, zur Begegnungszone umgebaut werden. Diese Maßnahme soll etwa zur stärkeren Frequentierung jener beitragen. Zudem soll die Umgestaltung die Aufenthaltsqualitäten sichtlich verbessen und dadurch den Straßenzug attraktivieren.

Bis wann sollen die Ideen und Maßnahmen realisiert werden?

Das ist eine politische Entscheidung. Jedenfalls soll nach dem Stadtentwicklungsprozess mit ersten Umsetzungsmaßnahmen begonnen werden. In naher Zukunft könnte das Ärztehaus, mittelfristig das Stadtplatz-Projekt und langfristig das Regio-Tram-Vorhaben realisiert werden.

Die Präsentation des Leitbildes findet am Mittwoch, 9. Oktober 2019 ab 19 Uhr im Laakirchner Kuturzentrum ALFA statt.

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