25.05.2017, 09:00 Uhr

Seit 90 Jahren feuert der Kogel

Am 26. Juni 1927 Wurde die Feuerkogelbahn nach langer Bauzeit eröffnet. (Foto: Gemeinde Archiv)

90 Jahre Feuerkogel-Seilbahn: Berg der Pioniere und Rekorde

EBENSEE: Der Feuerkogel oder „Sattel“, wie er von den Einheimischen genannt wird, ist mit seine vielen Facetten ein faszinierender Berg: Hier gibt es hohe Windgeschwindigkeiten, sehr tiefe Temperaturen und im Winter meterhohe Schneedecken. Und dann gibt es oft tage- und wochenlang herrlichen Sonnenschein, wenn sich im Tal standhaft der Nebel hält. Vom Bergplateau hat man einen weiten Blick nach Norden ins Voralpenland und nach Süden hinein ins Gebirge. Das dürfte auch Rudolf Ippisch begeistert haben: Der gelernte Schuster bewies Weitblick und ging weit über sein eigentliches Handwerk hinaus. Neben dem Schuhgeschäft wurde er Kinobesitzer, Kapitän und Kapellmeister und gründete 1918 die „Traunseeschifffahrts-Gesellschaft“. Aber er hatte damit nicht genug und wollte unbedingt eine Seilbahn zur touristischen Erschließung des Höllengebirges bauen: "Den Gedanken, eine Seilbahn zu bauen, konnte ich nicht mehr loswerden", erinnerte sich Ippisch später in seinen Memoiren. "Diese Seilbahn, deren Zustandekommen mir fast ein Jahrzehnt unsagbare Sorgen bereitet hatte, konnte endlich am 26. Juni 1927 der Öffentlichkeit zur Benützung übergeben werden."

Fest zum "90er"

Heuer, 90 Jahre später, wird bei einem großen Fest dieser Pioniertat, die von weitreichender Bedeutung für die Salinengemeinde Ebensee und die Region war, gedacht. Denn gleich auf die „kühnste Seilbahn Europas“, wie es in damaligen Medienberichten hieß, folgten weitere bahnbrechende Innovationen auf dem Berg: Das erste Schigebiet in Oberösterreich, 1936 der erste Schlepplift Österreichs (eine Ebenseer Erfindung, der Stangenlift), 1937 die erste Schischule in Oberösterreich und schon sechs Jahre zuvor die Wetterstation. Apropos Wetter, hier hat der Feuerkogel zwei Rekorde: Mit 207 km/h wurde beim legendären Orkan Kyrill im Jahr 2007 der österreichweite Höchstwert gemessen. Die höchste jemals in Österreich registrierte Geschwindigkeit gab es ebenfalls auf dem „Sattel“: 220 km/h im Jahr 1999.

Wirtschaftsfaktor und Erlebnis-Berg

Die Seilbahn ist heute nicht mehr wegzudenken, erfüllt eine wichtige touristische Funktion für die Region und sichert viele Arbeitsplätze. „Wir beschäftigen 45 Mitarbeiter bei unserem Standort Feuerkogel“, sagt der Geschäftsführer der OÖ. Seilbahnholding, Dietmar Tröbinger. „Dank der neuen Beschneiungsanlage verzeichnen wir nach dem heurigen Winter eine absolute Rekordsaison. Von diesem Erfolg profitieren auch alle anderen Betriebe am Berg und im Tal. Alleine am Berg in Gastronomie, Skischule und Verleih werden weitere 50 Personen beschäftigt.“
Im Laufe der Jahrzehnte wurden nach und nach Investitionen in die Bahn und auf dem Berg getätigt, sodass das Bergplateau sommers wie winters ausgiebig genutzt werden kann: Schifahren, Schneeschuhgehen, Flanieren, Wandern, den Panoramablick genießen, in gemütlichen Hütten einkehren oder einfach in der Sonne relaxen.

Im Sommer wird ordentlich gefeiert

Zum Jubiläum gibt es in den nächsten Wochen einige Highlights:
• 17.Juni: Sonnwendfeuer auf dem Feuerkogel, mit durchgehendem Seilbahnbetrieb bis 23 Uhr,
• 24. und 25. Juni: Großes Fest zum Jubiläum auf dem Berg,
• 2. Juli: Poxrucker-Sisters mit ihrer „Bergluft-Tour“, ab 14 Uhr (Konzert: 18.30 Uhr).
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