03.09.2014, 19:30 Uhr

Unbekannte Pilze im Wald zurück lassen

(Foto: Fotolia/Gynex)

Herbstzeit ist Schwammerlzeit. Viele sammeln ihre Pilze selber.

SALZKAMMERGUT (km). Schwammerl und Pilze am Markt zu kaufen, ist vielen zu einfach. Selber durch die heimischen Wälder zu streifen und die Köstlichkeiten für die Küche zu sammeln, liegt im Trend. Das Salzkammergut ist ein vielfältiges und hervorragendes Gebiet, um Schwammerl zwischen Grünau und Gosau zu suchen. Im Bezirk kommen viele verschiedene Schwammerl vor, vor allem Eierschwammerl, Herrenpilz, Parasol, Bovist, Hallimasch, Goldröhrling, Hahnenkamm-Korallenpilz, Totentrompeten und Täubling. Um nach dem Verzehr nicht „ein blaues Wunder“ zu erleben, sollen Schwammerlsucher einiges beachten. „Vor allem vor dem Knollenblätterpilz sollte man sich in Acht nehmen. Er ist leicht mit dem Wiesenchampignon und dem Parasol zu verwechseln – diese beiden sind genießbar!“, rät Wildkräuterpädagogin und Natur- und Landschaftsführerin Gertraud Pühringer. Um den Pilz genau zu definieren, gibt es viele Schwammerlführer. Hier empfiehlt die Pädagogin: „Für den Einstieg und um die verschiedenen Schwammerl namentlich kennen zu lernen und sich die Merkmale sowie Standorte einzuprägen, sind diese Bücher sicher eine gute Sache. Für die Schwammerlsuche selbst ist es ratsam, zu Beginn mit einem erfahrenen Schwammerlkenner unterwegs zu sein oder die Schwammerl nach der Suche von einem Experten kontrollieren zu lassen, um sicher zu sein.“ Über www.naturschauspiel.at wird die Veranstaltung „Pilze – Vielfältige Edelsteine des Waldes“ für Interessierte angeboten, die Termine sind auf der Homepage ersichtlich. „Meine Bitte an alle Pilzliebhaber ist, sorgsam mit den Schwammerln umzugehen. Aus dem Wald sollte jeder Schwammerlsucher nur so viele mitnehmen, dass auch andere Schwammerlsucher welche finden. Um den Bestand nicht zu gefährden, ist es wichtig, die Schwammerl abzuschneiden.

Bei Verdacht Arzt kontaktieren

Trotz aller Vorbereitungen kann es passieren, einen nicht genießbaren Pilz zu verspeisen. „Bei einer Vergiftung, aber auch beim Nicht-Vertragen der Schwammerl kommt es zu den selben Symptomen: Übelkeit und Durchfall“, erklärt Pimar Bernhard Mayr, Abteilungsleiter der Inneren Medizin am Salzkammergut Klinikum Gmunden. Bei diesen Symptomen ist es generell ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Vor allem, wenn die Beschwerden nur bei einer Person nach dem Verzehr auftauchen. „Ratsam ist es, den (wenn vorhandenen) Rest des Gerichtes oder der Pilze mitzubringen. So kann erkannt werden, um welche Schwammerl es sich handelt. Der Patient wird dann etwa mit Hilfe von Infusionen behandelt“. Vor allem „Schwammerl-Experten“ sind vor einer Vergiftung nicht gefeit, da sich viele überschätzen. Der Mediziner rät, generell nur Pilze, die man kennt, mitzunehmen. „Tote nach einer Pilzvergiftung kommen in der Region eher selten vor. Hier in Gmunden gab es meines Wissens nach zum Glück seit 1997 keinen Todesfall mehr.“

Zur Sache

Gefürchtet ist der Knollenblätterpilz, da er mit dem Wiesenchampignon und dem Parasol zu verwechseln ist. Der Knollenblätterpilz hat eine Knolle am Ende seines Stiels, diese Merkmale weist der Wiesenchampignon nicht auf. Der Knollenblätterpilz hat eine grünliche Färbung auf der Pilzkappe und der Wiesenchampignon ist weiß bis leicht gelblich. Der Parasol hat keine Knolle am Ende seines Stieles und hat einen verschiebbaren Stielring. Der Knollenblätterpilz einen festgewachsenen Stielring.
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