13.10.2014, 22:55 Uhr

130 Jahre Wildbach- und Lawinenverbauung in Österreich!

v.l.: Rudolf Miklau (Stellvertretender Leiter die.wildbach); Michael Schiffer (Gebietsbauleiter die.wildbach Oberösterreich West); Johannes Schima (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft); Maria Patek (Leiterin die.wildbach); LTAbg Johannes Peinsteiner (für Landeshauptmann von Oberösterreich – Bürgermeister von St. Wolfgang); Alexander Scheutz (Bürgermeister Hallstatt); Wolfgang Gasperl (Sektionsleiter die.wildbach oberösterreich); - Foto©Franz Frühauf
Die Wildbach- und Lawinenverbauung ist 130 Jahre jung. Dies bedeutete 130 Jahre Einsatz für die Menschen in diesem Land. Dabei steht der Schutz der Österreichischen Bevölkerung vor Hochwässern und Lawinen, Steinschlägen, Rutschungen und Muren im Vordergrund. Das Bestandsjubiläum wurde am Montag, 13.10. 2014 in Hallstatt im Kulturhaus und im Salzberghochtal, einem Geburtsort der Wildbach- und Lawinenverbauung gefeiert. Der Forsttechnische Dienst für WLV wurde bereits 1884 als Dienststelle des k. k. Ackerbauministeriums gegründet. Als Begründer der „modernen Wildbachverbauung“ in Österreich gilt Joseph Duile, der die Ingenieurpraxis der Schutzmaßnahmen auf ein hohes Niveau entwickelte und im In- und Ausland die Methoden der Wildbachverbauung lehrte. Bereits 1885 wurde in Hallstatt die Falkenhayn-Sperre errichtet. Zum Jubiläum wurde ein umfangreicher Sammelband erstellt, in dem sich Autorinnen und Autoren kritisch und differenziert mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Wildbach- und Lawinenverbauung auseinandersetzen und hierbei fundierte Analysen, differenzierte Bewertungen und weitblickende Visionen treffen. Die Beiträge beschäftigen sich u. a. mit gesellschaftspolitischen Fragen, der Betrachtung von Natur- und Lebensraum und dem Selbst- und Fremdbild der WLV. Es werden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie Partner der WLV aus Bereichen wie Wissenschaft, Verwaltung und Politik repräsentiert. Unter dem Titel „130 Jahre Wildbach- und Lawinenverbauung in Österreich – Retrospektive, Perspektive, Vision“ beging die.wildbach ihr Jubiläum im kleinen, aber feinen Rahmen im Kultur- und Kongresshaus Hallstatt. Die St. Florianer Sängerknaben umrahmten die Feier. Ilse Huber (ORF Ö1) führte gekonnt durch das Programm. Generalsekretär DDr. Rainhard Mang bezog im Namen von Herrn Bundesminister Andrä Rupprechter klar Stellung: „Es geht darum, die Institution Wildbach- und Lawinenverbauung zu stärken und weiter zu entwickeln. So kann das hohe Schutz- und Sicherheitsniveau in diesem Land auch für die nächsten 130 Jahre erhalten werden“. Er lobte die Innovationsbereitschaft und den Mut der „Vorzeigeorganisation Wildbach- und Lawinenverbauung, die im gesamten Alpenbogen beispielhaft sei.“ LTAbg Johannes Peinsteiner unterstrich für den Landeshauptmann und das Land Oberösterreich die Bedeutung der WLV für eine nachhaltige Sicherung des Lebensraums vor Ort. LTAbg Markus Reitsamer stellte die gute und beispielgebende Zusammenarbeit mit der Wildbach- und Lawinenverbauung u.a. am Beispiel der Flussraumbetreuung Obere Traun in den Vordergrund seiner Ausführungen. Hallstatts Bgm. Alexander Scheut, lobte den raschen, effizienten und nachhaltigen Einsatz der Wildbach- und Lawinenverbauung für die Bevölkerung in Hallstatt aber auch weit darüber hinaus: „Die Wildbachverbauung nimmt die Verantwortung für die Menschen in der Region wahr. die.wildbach macht das Leben in unseren Regionen lebenswert.“ Besonders verwies Scheutz dabei auf das in Rekordzeit fertiggestellte und bereits in der Umsetzung begriffene umfassende Schutzprojekt „Hallstätter Mühlbach“. Die Leiterin der Wildbach- und Lawinenverbauung, Dipl.-Ing. Maria Patek, betonte die Fähigkeit des Organismus Wildbach- und Lawinenverbauung sich an geänderte Situationen immer wieder (pro-)aktiv anzupassen: „Eine der Prämissen in der Vision der Wildbach- und Lawinenverbauung ist ein evolutionärer kontinuierlicher Verbesserungsprozess“. Nur so können Bürgerinnen und Bürger für ihr Steuergeld höchste fachliche Leistungen bekommen.
Der bekannte Autor Alfred Komarek las anschließend ausgewählte Essays aus der Festschrift. Ein Kaleidoskop verschiedenster Eindrücke und Impressionen, ein Ohrenschmaus, der auch zum Nachdenken anregte. Er schloss seine Lesung mit dem Schlusssatz des Artikels von Verena Winiwarter und Robert Groß: „Dass die alpine Natur weiterhin für Überraschungen gut ist, überrascht die Ingenieure heute weniger als ihre Vorläufer.“ Dipl.-Ing Wolfgang Gasperl, der Sektionsleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung Oberösterreich leitete anschließend gekonnt zur Spatenstichfeier des umfassenden Schutzprojekts „Hallstätter Mühlbach“ über. Vor 130 Jahren errichtete die.wildbach im Hallstätter Mühlbach die Falkenhayn-Sperre, die, so wie die Organisation selbst, noch heute besteht und ihre Funktion ausgezeichnet erfüllt. Dennoch hat sich vieles verändert. Die Bilder der Hochwasserkatastrophe im Hallstätter Mühlbach vom 18. Juni 2013 sind noch allen präsent. Rasch hat die.wildbach reagiert und ein umfassendes Schutzprojekt vorgelegt. Binnen eines Jahres wurde dieses verhandelt und mit allen Partnern finanziert. Ab sofort können die Arbeiten beginnen. Der Spatenstich zu diesem umfassenden Schutzprojekt erfolgte im Rahmen der 130-Jahrfeier im Hochtal. die.wildbach wird durch dieses Projekt das Schutzniveau für den UNESCO Weltkulturerbeort Hallstatt mit rund 340 Wohn-, Betriebs- und Nebengebäude im direkten Gefährdungsbereich des Hallstätter Mühlbachs nachhaltig verbessern. Diese Schlagkraft der Wildbach- und Lawinenverbauung zeigt sich nicht nur in Hallstatt oder im gesamten Salzkammergut. In ganz Österreich sichern 21 Gebietsbauleitungen mit starkem regionalen Bezug und mit der Nähe zur Bevölkerung den bestmöglichen Schutz vor Naturgefahren vor Ort.
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