Interview
"Am Umgang mit den Patienten hat sich nichts geändert"

Franz Josef Leitner ist praktischer Arzt in Kleblach Lind und seit vier Jahren Bezirksstellenleiter des Roten Kreuz  Spittal.
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Franz Josef Leitner ist praktischer Arzt in Kleblach Lind und seit vier Jahren Bezirksstellenleiter des Roten Kreuz Spittal. Der 47-Jährige spricht im WOCHE Interview u.a. über die Themen Rotes Kreuz, Gesundheit und Corona.

WOCHE Spittal: Corona hat binnen weniger Tage die ganzen Welt verändert. Was hat sich beim Roten Kreuz im Bezirk Spittal seit Mitte März verändert?

Dr. Franz Josef Leitner, Bezirksstellenleiter Rotes Kreuz Spittal: "An der Grundstruktur hat sich bei uns grundsätzlich nichts geändert. Allerdings wurden vorübergehend gewisse Geschäftszweige eingestellt: Es werden keine sozialen Begleitungen mehr gemacht, es findet keine Team Österreich Tafel mehr statt und es gibt auch keine Besuchsdienste und Turngruppen. - Alle sozialen Dienste sind vorübergehend eingefroren.
Die Arbeitsprozesse im Rettungsdienst bleiben bei uns aber uneingeschränkt aufrecht. Die Corona Regeln gilt es natürlich zu beachten. Außerdem haben wir, wie bei vielen größeren Arbeitgebern in dieser Zeit schon üblich, unsere Dienstpläne so gestaltet, dass immer die selben Leute zusammen arbeiten, um im Fall des Falles sofort reagieren zu können."

Wie sehr beschäftigt einen Mitarbeiter des Roten Kreuzes eine Pandemie? Mit welchen Gefühl geht man zur Arbeit und danach nach Hause?
"Ich mache mir keine Sorgen: Wir haben alles gut im Griff. Beim Roten Kreuz arbeiten durchwegs junge Menschen. Unsere Mitarbeiter gehören somit, mit wenigen Ausnahmen, nicht zur Risikogruppe und würden eine Corona Infektion locker wegstecken. Schutz und Selbstschutz ist aber das Wichtigste, denn wir wollen keine anderen Menschen anstecken. Am Umgang mit den Patienten hat sich nichts geändert. Wir arbeiten immer steril."

Für welche Einsätze wird das Rote Kreuz am häufigsten gebraucht? Gibt es Unterschiede zur Zeit vor der Corona-Pandemie?
"Notfälle beschäftigen uns wie immer. Dadurch, dass viele Menschen zu Hause sind, merkt man aber einen Rückgang an Arbeitsunfällen und es gibt weniger Krankentransporte. Im Hintergrund bereiten wir uns auf eine mögliche Pandemie in Kärnten vor. Das Team ist in Alarmbereitschaft, checkt Infrastruktur, Feldküchen… Außerdem kümmern wir uns um Corona-Abklärungen."

Wie organisiert sich das Rote Kreuz im Bezirk Spittal in Corona Zeiten?

"Wir sind im ganzen Land gut vernetzt, starten jeden Tag mit einer Sitzung. Es gibt verschiedene Dienstpläne und die Stäbe wurden überall hoch gefahren. In Spittal sind wir gut aufgestellt."

Wie hält man sich als Rot Kreuz Mitarbeiter (in Corona Zeiten) fit?

"Ich gehe morgens eine 1/2 Stunde Laufen und am Wochenende mit der Familie spazieren. Außerdem nehme ich Vitamin C in Form von Zitrusfrüchten sowie ab und zu eine Vitamin D Tablette zu mir und ich halte mich natürlich an die Richtlinien."

Merkt man beim Roten Kreuz in Corona-Zeiten eine größere Wertschätzung von Seiten der Bevölkerung?
"Ja! Die Patienten, die zu uns kommen, sind froh, dass es uns gibt und wissen unsere Tätgkeiten sehr schätzen. Gewisse Leistungen sind zurzeit halt nur eingeschränkt möglich. Aber alle halten sich wunderbar an die gesetzten Maßnahmen."

Wann kann die Bevölkerung damit rechnen, dass in unserem Land wieder Normalität einkehrt?

"Ich habe keine Ahnung, wann genau. Aber es funktioniert zurzeit alles ganz gut. - Versorgung, Internet, Rotes Kreuz... Ich hoffe halt, das sich die Pandemie Welle aufteilt bzw. gar nicht so schlimm kommt, wie von vielen befürchtet."

Mussten auf Grund des Corona-Virus bereits Veranstaltungen, wie betreutes Reisen oder Kurse und Weiterbildungsseminare abgesagt werden?
"Betreutes Reisen läuft über einen Reiseveranstalter. Bis auf weiteres findet aber nichts statt."

Wieviele Mitarbeiter sind beim Roten Kreuz im Bezirk Spittal für die Gesundheit, das Wohl und die Pflege der Menschen da?

"Mit den freiwilligen Mitarbeitern sind es im Bezirk an die 400 Leute, davon sind ca. 100 fix angestellte Mitarbeiter."

Was wünschen sie sich für das Rote Kreuz im Bezirk Spittal?

"Das die Lage möglichst lang ruhig bleibt. In Oberkärnten gibt es unter der Bevölkerung noch keine Panik. Wir sind derzeit gut gerüstet. In den nächsten Tagen bekommen wir auch einen Nachschub an Gesichtsmasken und ansonsten es gibt einen Plan B alte Masken wieder aufzubereiten."

Danke für das Gespräch und weiterhin alles Gute für ihre Tätigkeit.
#gesundbleiben #schautaufeinander

Autor:

Thomas Dorfer aus Spittal

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