Oster Interview
"Auferstehung findet statt. In der Natur und im Herzen."

Dechant Ernst Windbichler
  • Dechant Ernst Windbichler
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  • hochgeladen von Thomas Dorfer

Dechant Ernst Windbichler, Pfarrer in Spittal, spricht im Interview über Ostern, Glaube, Auferstehung, Corona und mehr.

WOCHE Spittal: Seit wann und warum feiern wir Ostern?
Dechant Ernst Windbichler, Pfarre Spittal:
"Ostern ist das erste und älteste aller christlichen Feste. In den ersten Jahrhunderten war die Osternacht, die bis hinein in den Ostermorgen gefeiert wurde, das einzige Fest im Jahr. Jeder Sonntag war und ist dann ein kleiner Ostersonntag. Weihnachten, Pfingsten und alle anderen Feste entstanden Jahrhunderte später.
Ostern ist unsere Grundlage, das Fest der Auferstehung, des Neubeginns, sonst gäbe es uns nicht und am Karfreitag wäre alles aus gewesen. Insofern steht und fällt unser Glaube mit dem Datum. Es ist also mehr, als ein Hasen- Schinken- Eierfest, obwohl diese sinnliche Seite auch dazu gehört."

Wie lange dauert die Osterwoche bzw. das Osterfest?
"Die Osterwoche ist nicht zu verwechseln mit der Karwoche, die noch zur Fastenzeit gehört und vom Palmsonntag bis zum Karsamstag dauert. Kara- die Trauer- bestimmt noch diese Tage. Die Osterwoche, oder Osteroktav, dauert dann bis zum Sonntag nach Ostern, dem weißen Sonntag. Eigentlich dauert die Osterzeit 50 Tage, bis Pfingsten. Zehn Tage länger als die Fastenzeit, weil die Freude stärker ist, als die Trauer."

Da Gottesdienste und kirchlichen Feiern abgesagt sind, stellt sich für viele Gläubige die Frage, ob es online eine virtuelle Speisesegnung, Auferstehungsmesse usw. gibt?
"Leider bin ich technisch nicht so begabt, wie einige Kollegen. Aber auf der diözesanen Homepage (www.kath-kirche-kaernten.at) gibt es viele Angebote zum Mitfeiern von Gottesdiensten, aber auch Unterlagen, wie man selber oder im Familienkreis Palmsegnung oder Speisensegnung durchführen kann. Wer kein Internet hat, kann die Kirchenzeitung „Sonntag“ verwenden, die diesmal gratis an alle Haushalte verschickt wurde. Auch dort sind für alle Tage und Gelegenheiten der Kar- und Osterwoche Feiervorschläge enthalten."

Wie unterscheidet sich ihr Osterfest 2020 von früheren? Und haben Sie Tipps, damit Ostern zu Hause im engsten Familienkreis ein Fest wird?
"Ich begehe Ostern heuer sehr ruhig und besinnlich. Wir feiern im allerkleinsten Kreis und dem nötigen Respektabstand und fühlen uns doch mit allen in unseren Pfarrgemeinden verbunden, auch wenn es diesmal keine so sichtbare und spürbare Gemeinschaft ist. Das schlage ich auch den Familien zuhause vor: dass sie diese Situation als Chance sehen, wieder einmal über ihren Glauben nachzudenken, sich bewusst zum Feiern Zeit zu nehmen, ein Kerze entzünden, sich versammeln. Nicht zwischen Computer und Kochtöpfen hin und her hetzen. Es ist ja die erste Aufgabe der Eltern, ihre Kinder im Glauben zu begleiten."

Ist in Corona-Zeiten ein normales Osterfest möglich?
"Auch wenn in solchen Zeiten ein Osterfest, wie wir es bisher gewohnt waren, nicht möglich ist: Auferstehung findet trotzdem statt. In der Natur und im Herzen. Und die Osterglocken werden dennoch trotzig von allen Kirchtürmen läuten."

Kann Ostern und der Glaube an die Auferstehung Jesu Berge versetzen?
"Der Glaube an die Auferstehung kann tatsächlich Berge versetzen: die Berge der Mutlosigkeit und Verzweiflung, der Angst und der Trauer."

Sprechen Sie zu Gott und haben sie eine Antwort auf die Frage Corona erhalten?
"Mit Gott spreche ich jeden Tag und in diesen Zeiten öfter und mehr als sonst. Ich nehme immer alle Menschen mit herein, die in körperlicher, seelischer und materieller Not sind, die Entscheidungen treffen müssen, die sich vor der Zukunft fürchten. Ich bin sicher, dass Gott mit ihnen geht. Antwort auf die Frage nach dem Warum dieser uns so aufgezwungenen Fastenzeit habe ich nicht (bekommen). Eins ist sicher: Corona ist keine Strafe Gottes. Aber es ist eine Möglichkeit, vieles neu zu überdenken und andere Prioritäten zu setzen."

Ihr Wunsch für Ostern 2021?
"Für Ostern 2021 wünsche ich mir und uns allen, dass ich sagen kann: Gottseidank haben wir alles halbwegs heil und gesund überstanden, Gottseidank können wir wieder gemeinsam und dankbar feiern und das Leben, die Freiheit, die Kontakte genießen. Hoffentlich ist der Faktor der Vergesslichkeit nicht zu hoch."

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