Die Kunst mit dem Holz

Klaus Mölzer schnitzt mit der Motorsäge lebensgroße Kunstwerke
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SPITTAL, GMÜND (ven). Holz ist auch in der Kunst ein gern verwendeter Werkstoff. So auch für Motorsägenkünstler Klaus Mölzer aus Gmünd und Ruth Rindlinsbacher-Holzinger aus Spittal, die Skulpturen aus Treibholz fertigt.

Vater unterstützt

Mölzer ist gelernter Tischler und Zimmerer und hat sich bereits als Kind künstlerisch betätigt und Figuren geschnitzt. "Mein erstes Wurzengesicht entstand in der Volksschule" erinnert er sich zurück. Sein Vater habe ihn dabei immer unterstützt, ihm das nötige Werkzeug besorgt und eine Werkstatt ermöglicht. Da lag auch das Schnitzen von Perchtenmasken nicht weit.

Skulpturen auf Auftrag

Eines Tages probierte er, Figuren mit der Motorsäge zu schnitzen. "Das mache ich nun seit zehn Jahren, zuerst nur zum Spaß, seit 1. Jänner 2017 bin ich als Künstler damit selbstständig." Die lebensgroßen Skulpturen werden auf Auftrag nach Fotos erstellt und sind beliebte Geburtstagsgeschenke. Bei der Frido-Kordon-Hütte von Willi Staudacher ist Mölzer jedes Jahr mit einem Schausägen beim Almkirchtag vertreten, dort steht schon ein richtiger Skulpturengarten mit seinen Werken. "Man verwendet dabei ein sogenanntes Carving-Schwert, das ist spitzer als ein normales Schwert bei der Motorsäge", erklärt er.

Weg, was weg gehört

Rund vier bis fünf Stunden am Stück könne er an einem Werk arbeiten, dann wird der Lärm und das Halten der Motorsäge zu anstrengend, nicht zu vergessen die Abgase. "Alles eine Frage der Technik. Die Skulptur ist im Holz bereits drin, man muss nur alles wegschneiden, was nicht dazugehört", schmunzelt er. Dazu sei eine große Portion räumliches Vorstellungsvermögen notwendig. Fehler sei ihm noch nie einer passiert. "Das einzige, was sein kann, ist, dass im Holz faule Stellen oder Drähte und Nägel eingewachsen sind. Dann muss man es lassen", sagt Mölzer, der auf der Suche nach einem Skulpturengarten ist, um seine Werke auszustellen. Derzeit sind auch einige im Garten der Villa Jury - Galerie August - zu bestaunen. Im Untergeschoss befindet sich ein besonderes Werk mit Namen "Gestrandet" und beleuchtet die Flüchtlingsthematik.

Gibt vor, was es wird

Inspiration bekomme er von Menschen, von Fotos, eigene Dinge, die er sieht und aufschnappt. "Das Holz hat immer einen gewissen Wuchs und ich überlege, was kann ich daraus machen? Es gibt vor, was es werden könnte", so Mölzer.

Richtiges Material

Dieser Auffassung ist auch die Künstlerin Ruth Rindlisbacher-Holzinger. Sie trägt das Holz nicht nur in ihrem Namen. Unter "Holztrumm" fertigt sie Skulpturen aus Treibholz, das sie bei Spaziergängen bei der Drau mitnimmt.
Die gelernte Kindergartenpädagogin hat bereits als Kind immer etwas Kreatives hergestellt - "in Papas Hobbyraum". In der Schule begann sie mit dem Zeichnen, in der Bakip habe sie eine tolle Werklehrerin gehabt. "Sie hat uns Werkzeug- und Werkstoffkunde beigebracht. Man muss adäquates Material zum Arbeiten haben und Holz zum Beispiel nicht mit einem Uhu kleben, sondern mit Leim."

Dinge be-deuten

Vor drei Jahren hat sie sich mit der Kunst selbstständig gemacht, zusätzlich betreibt sie noch "Graphic recording". "Ich liebe Recycling in allen Formen und ich liebe es, Dinge zu be-deuten, also mit einer Bedeutung zu versehen. Da etwas rausholen, das ist mein Beitrag für ein ganzes Stück." Auch wenn sie etwas - wie zum Beispiel Köpfe - dazumodelliert, es sei immer eine Reaktion auf etwas, was bereits vorhanden sei.
"Das Treibholz gibt vor, was es werden wird. Es wird lediglich sauber gemacht, aber nicht mechanisch verändert. Es ist so, wie die Elemente es geformt haben." Sie sagt auch, dass vielleicht einige nichts mit der Kunst anfangen können, andere wiederum berührt sie, löst etwas aus und hat nicht nur dekorative Zwecke.

Figuren mit Namen

Ihre Figuren bekommen immer einen Namen und erlangen so eine eigene Identität. "Manchmal schon bei der Skizze, manchmal erst beim Modellieren." Doch eines steht fest: nämlich nichts. Oft werden die Figuren im Entstehungsprozess doch ganz anders als anfangs geplant. "Aber ich brauche zuerst eine Skizze, um anzufangen." Die Köpfe werden mit Holzfasermasse, die an der Luft trocknet, dazumodelliert und in naturnahen Farben bemalt. "Die Figuren haben alle einen bestimmten Blick und sind mir selbst nicht immer alle sympathisch", ergänzt sie. Jede Körperhaltung, jeder Ausdruck spreche jemand anderen an. "Es ist interessant, bei Ausstellungen die Besucher zu beobachten, wie es in ihnen rotiert. Kunst soll ja auch Emotion auslösen."

Zu Klaus Mölzer:

Geburtstag: 13. Juli 1964
Wohnort: Gmünd, Treffenboden
Familie: Verheiratet, zwei erwachsene Söhne
Beruf: Tischler, Zimmerer, Motorsägenkünstler
Selbstständig seit: 1. Jänner 2017
Vorbild: Jeder, der etwas kann
Hobbys: Jagen, mit dem Hund in den Wald gehen, guten Wein trinken

Zu Ruth Rindlisbacher-Holzinger:

Geburtstag: 2. September 1964
Wohnort: Spittal
Familie: Verheiratet, vier Kinder (21, 22, 24, 26)
Beruf: Kindergartenpädagogin
Selbstständig seit: April 2013
Hobbys: Garten, Natur, Ernährung, Sport
Motto: Scheine, was du bist. Oder sei, was du scheinen willst
Lieblingsbuch: Pipi Langstrumpf von Astrid Lindgren

Fotos: Woche, Mölzer

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