Neuer Ärger ums freie Baden in Seeboden
"Ich komme mir vor wie ein Schwerverbrecher"

Dieses und weitere Verbotsschilder sollen illegales Parken verhindern
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SEEBODEN. "Ich komme mir vor wie ein Schwerverbrecher!" Mit diesen Worten fasst eine Spittalerin zusammen, was sie jüngst beim ehemaligen Strandbad und jetzigen Liegeplatz Meixner erlebt hat. Um kurz im benachbarten Klauberpark das Angebot des freien Seezugangs zu nutzen, stelle sie ihren Wagen auf den privaten Meixner-Parkflächen ab. "Ich sah zwar die Verbotsschilder, aber auch andere Autos. Deswegen erkundigte ich mich bei zwei vertrauenswürdig erscheinenden Männern, die inner- beziehungsweise ausserhalb der  Umzäunung standen und erhielt die beruhigende Antwort 'Passt schon!'"

Klage angedroht

Unmittelbar darauf hatte sie das Gefühl, dass diese Männer ihr Kennzeichen fotografieren würden. Gut zwei Wochen später wurde sie von einer Villacher Anwaltskanzlei brieflich aufgefordert, ein Bußgeld in Höhe von 165 Euro zu zahlen - innerhalb von vier Tagen nach Verfassen des erst zwei Tage später erhaltenen Bescheids. Nicht genug damit: Die "Parksünderin" musste sich schriftlich verpflichten, diese Ordnungswidrigkeit künftig zu unterlasssen: "Sonst droht eine mit erheblichen Mehrkosten verbundene Klage."

Gemeinde machtlos

In ihrer Verzweiflung wandte sich die Spittalerin an Vizebürgermeister Christian Tribelnig, der darauf verwies, bereits um die 200 einschlägig Betroffene hätten sich hilfesuchend an die Gemeinde gewandt, "um ihrem Ärger Luft zu machen", wie er der WOCHE bestätigte. Dabei seien der Gemeinde die Hände gebunden, der Privatbesitzer, der nach eigenen Angaben 20 Verbotstafeln aufgestellt haben will, formal im Recht. Tribelnig: "Aber gleich so eine rigorose Anzeige ist wenig hilfreich."

Zusätzliche Parkplätze

Ähnlich Bürgermeister Wolfgang Klinar: "Wir sind über diese Vorgehensweise sehr unglücklich. Sie löst bei uns nur Kopfschütteln aus auch schadet es unserem Image." Meixner könne sich durchaus anders verhalten, es komme immer auf das Wie an. "Wir können aber darauf keinen Einfluss nehmen und nur an die Badegäste appelieren, ein kleines Stück zu Fuß zu laufen." Die bis vergangenen Herbst geltende finanzielle Entschädigung Meixners für die Bereitstellung freier Parkplätze seitens der Gemeinde war mit der Schließung des Strandbades ausgelaufen. Noch in diesem Herbst aber sollen am Eingang des Klauberparks neben der Multisportanlage 33 zusätzliche Parkplätze,  neben den Tennisplätzen im Seezentrum weitere 300 gebaut werden.

Meixner bestreitet Vorwurf

Siegfried Meixner wiederum kann die Aufregung nicht nachvollziehen. Er bestreitet im WOCHE-Gespräch sowohl die Zahl von 200 Strafanzeigen als auch den Vorwurf, vermeintliche Mitarbeiter hätten die Spittalerin bewusst in ihr Unglück rennen lassen. Meixner wörtlich: "Wer die Verbotstafeln nicht lesen kann sollte seinen Führerschein abgeben!" Zudem sei die Summe noch moderat zu den möglichen 400 Euro Strafe bei Parken auf Privatgrund.

Kette beantragt

Wer jetzt hier auf dem gekennzeichneten Privatgelände parkt, hat einen Liegeplatz gemietet - entweder 100 Quadratmeter direkt am See für 7.000 Euro pro Saison oder weiter hinten für 1.000 Euro. "Der ganze Parkplatzärger bliebe uns erspart, wenn die Gemeinde endlich die von mir schon im Frühjahr beantragte Absperrungskette für meine Privatstraße genehmigt hätte."

Gemeinde pachtet Strandbad

Dies will und kann aber die Verwaltung nicht. "Wir müssen das Servitutsrecht auf freien Seezugang wahren", sagt dazu Bürgermeister Klinar, "aber wir arbeiten an einer einvernehmlichen Lösung". Ganz neu die Information: Vom kommenden Jahr an will die Gemeinde das Strandbad Ertl pachten.

Autor:

Michael Thun aus Spittal

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