"Eis-Magier" Norbert Jank
Mit dem Ritterschlag geht es in den Ruhestand
- Der Holländische Botschafter Peter Potman (links im Bild) überbrachte die Grüße der Königsfamilie. Bürgermeisterin Karoline Turnschek und Cheforganisator Hendrick-Jan van den Bogaart freuten sich mit dem verdienten Eismeister.
- Foto: Visit Weissensee/Jank
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Norbert Jank ist eine Legende am Weissensee. Nach knapp 40 Jahren als Eismeister, unzähligen Herausforderungen und zwei großen Ehrungen zum Abschluss verabschiedet er sich in den wohlverdienten Ruhestand. Die 35. Alternative 11-Städtetour war seine letzte – ein emotionaler Abschied für einen Mann, der den See und das Eis wie kein anderer kennt.
WEISSENSEE. Seit Jahrzehnten ist Norbert Jank das Herz des Weissensees im Winter. Seine Arbeit begann lange bevor die Holländer mit ihrer berühmten 11-Städtetour auf ihn aufmerksam wurden. Bereits in den 1960er Jahren setzte er sich mit dem Eis auseinander, damals noch mit Pferd und Schlitten. 1987 wurde er mit der Präparierung für die James-Bond-Dreharbeiten zu "Hauch des Todes" beauftragt. Ein Jahr später kamen die ersten Niederländer, auf der Suche nach einem sicheren Eisparadies. In Jank fanden sie den Mann, der Jahr für Jahr das perfekte Eis schuf.
Große Herausforderungen
Doch die Zeiten haben sich geändert. "Früher hatten wir 70 bis 80 Eislauftage, jetzt sind es nur noch 60", erklärt er. Das Klima machte ihm die Arbeit zunehmend schwerer. Wärmere Winter, Regen statt Schnee und immer dünneres Eis stellten Jahr für Jahr eine große Herausforderung dar. "Es wird immer gefährlicher. Das Eis ist oft nicht dick genug für schwere Maschinen. Ohne sie sind wir gegen große Schneemengen machtlos", beschreibt er die Problematik. Dennoch hat er immer wieder Lösungen gefunden, um den Weissensee als größtes Natureisstadion der Welt zu erhalten.
11-Städtetour – ein letztes Mal
Die diesjährige Alternative 11-Städtetour war eine ganz besondere für Jank. Noch einmal bereitete er die Bahnen für Tausende von Holländern vor, die den Weissensee als ihre zweite Heimat sehen. "Wir wussten, dass am Dienstag Regen kommt, also haben wir das Hauptrennen am Montag durchgeführt", erzählt der 78-Jährige. 4.500 Teilnehmer standen am Start, insgesamt 7.000 Holländer besuchten das Event. Und wie so oft war Jank Tag und Nacht im Einsatz, um das Eis in perfektem Zustand zu halten.
Ritterorden und Ehrenbürgerschaft
Die Überraschung kam in doppelter Form. Während der Rennbesprechung wurde Jank im Namen der Königsfamilie vom niederländischen Botschafter Peter Potman mit dem Ritterorden von Oranje-Nassau ausgezeichnet – eine Ehre, die nur wenigen Nicht-Holländern zuteilwird. "Ich wusste von nichts. Plötzlich stand ich auf der Bühne und der Botschafter sprach nur über meine Arbeit", schildert er. Doch damit nicht genug. Am nächsten Tag folgte die nächste Überraschung: Bürgermeisterin Karoline Turnschek verlieh ihm die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde. "Ich saß einfach da und dann kam meine Familie rein – da wusste ich, dass etwas Besonderes passiert", erzählt Jank gerührt. Die Musik spielte, die Landesregierung war anwesend, und für einen Moment wurde ihm bewusst, welche Spuren er hinterlassen hat.
Abschied mit Wehmut
Nach all den Jahren als Eismeister zieht sich Norbert Jank nach dieser Saison zurück. "Die Gesundheit ist nicht mehr so wie früher", gibt er zu. Ein Alltagsschwindel begleitet ihn und die Arbeit am Eis wird immer riskanter. Sein Team wird ihn vermissen – genauso wie die tausenden Eisläufer, die Jahr für Jahr auf seine Expertise vertraut haben. "Ich werde vielleicht noch beratend zur Seite stehen, aber aktiv dabei sein, das geht nicht mehr", sagt er. Sein Wunsch für die Zukunft? "Gesundheit und gutes Eis, das sich leicht präparieren lässt."
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