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Die hohe Auslastung des Frauenhauses in Villach sorgte für viel Aufmerksamkeit in den Medien. Nun meldet sich auch das Oberkärntner Frauenhaus in Spittal zu Wort. Es sei seit zwei Jahren konstant ausgelastet. Grund: der angespannte Wohnmarkt.
SPITTAL. Während die hohe Auslastung des Frauenhauses in Villach zuletzt verstärkt öffentlich thematisiert wurde, weist auch das Oberkärntner Frauenhaus in Spittal seit Jahren eine Überbelegung auf. Geschäftsführerin Angelika Hinteregger berichtet: „Wir sind seit zwei Jahren über 100 Prozent ausgelastet.“
Jedes Notbett wird gebraucht
Um den steigenden Bedarf bewältigen zu können, musste das Frauenhaus sogar sein Wohnzimmer in ein zusätzliches Notzimmer umfunktionieren. „Im Normalfall haben wir fünf Wohneinheiten, aber wir haben die sechste immer gebraucht“, berichtet Hinteregger. Dies spiegle sich auch in den Belegungszahlen wider. Hinteregger: „Wenn wir von einer hundertprozentigen Auslastung ausgehen, haben wir 1.865 Vollbelegungstage mit Frauen. Tatsächlich liegen wir aber immer weit über 2.000. Das ist nur möglich, weil wir jedes Notbett vergeben.“
Wohnmarkt als Ursache
Als Hauptgrund für die anhaltende Überlastung nennt Hinteregger die angespannte Situation am Wohnungsmarkt: „Grundsätzlich hat sich die Aufenthaltsdauer verlängert, weil der Wohnmarkt trotz der Unterstützung durch Genossenschaften und Gemeinden nicht mehr so ist, wie er einmal war. Wer heute eine leistbare Wohnung hat, gibt sie nicht mehr her.“ Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Frauenhaus liege mittlerweile bei rund 100 Tagen, werde in Notfällen aber selbstverständlich verlängert. Diese konstant hohe Auslastung führt zu Wartelisten. Denn besonders Frauen aus dem Bezirk Spittal würden nach Möglichkeit nicht in ein anderes Frauenhaus wechseln wollen. Dennoch habe man zuletzt bereits zwei Frauen an das Frauenhaus in Klagenfurt vermitteln müssen.
„Aktuell haben wir immer drei bis vier Personen auf der Warteliste."
Angelika Hinteregger, Geschäftsführerin des Oberkärntner Frauenhauses
Neben dem Frauenhaus steht auch eine Übergangswohnung zur Verfügung, die ebenfalls durchgehend belegt ist. Mit der Unterstützung des Landes zeigt sich Hinteregger zufrieden: „Wir werden vom Land sehr gut gefördert. Wir können die Miete, das Personal und alle anfallenden Kosten gut finanzieren.“ Zugleich gibt es Hoffnung auf eine Entlastung. „Die zuständige Referentin hat weitere Übergangswohnungen in Aussicht gestellt. Mittelfristig sind zusätzliche kleine Übergangswohnungen hier in Spittal geplant“, so Hinteregger.
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