Spektakuläre Bilder
290 Tonnen Koloss rollte durch Spittal
- Der Weg durch Spittal war von Hürden geprägt: Verkehrsschilder mussten vorübergehend abgebaut, ein Kreisverkehr passiert und in der Tirolerstraße eine Ampel aufgedreht und um 90 Grad verschwenkt werden.
- Foto: APG/Michael Stabentheiner
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Spektakuläre Bilder ereigneten sich am Montagabend in Spittal an der Drau, als ein 81 Meter langer Schwertransporter seine Reise nach Malta antrat. Seine Fracht: ein 290 Tonnen schwerer Großtransformator. Er ist Teil eines umfassenden Erneuerungsprojekts der Austrian Power Grid (APG), das die Versorgungssicherheit in Oberkärnten langfristig sichern soll.
SPITTAL/MALTA. Ein 290 Tonnen schwerer Transformator wurde gestern Abend vom Spittaler Bahnhof zum Umspannwerk Malta Hauptstufe befördert. Für den 81 Meter langen Schwertransport wurde die Fahrt durch die Stadt Spittal zur Millimeterarbeit: Enge Kurven, Kreisverkehre und Ampelanlagen mussten eigens für die tonnenschwere Fracht überwunden werden.
- Die Vorbereitungen für den Trafotransport durch Spittal begannen bereits ein halbes Jahr im Voraus.
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Millimeterarbeit durch Spittal
Der Transformator stammt aus dem Siemens-Energy-Werk in Weiz und war zuvor per Bahn nach Spittal gebracht worden. Dort wurde er mit höchster Präzision auf einen Spezial-Schwerlasttransporter mit Tragschnabelbrücke verladen. Zwei jeweils 600 PS starke Zugmaschinen und insgesamt 32 Achsen waren notwendig, um die außergewöhnliche Fracht sicher an ihren Bestimmungsort zu bringen. Die rund dreistündige Fahrt stellte das Transportteam vor allem auf dem Weg durch Spittal vor große Herausforderungen. Zahlreiche Verkehrsschilder mussten vorübergehend abgebaut werden. Einen Kreisverkehr passierte der 81 Meter lange Transport teilweise über die Gegenfahrbahn, um die engen Kurven bewältigen zu können. In der Tirolerstraße musste zudem eine Ampel aufgedreht und um 90 Grad verschwenkt werden. Was für Verkehrsteilnehmer wie ein ungewöhnliches Schauspiel aussah, war für das Transportteam präzise geplante Schwerstarbeit. Die Vorbereitungen für einen solchen Trafotransport beginnen nämlich rund ein halbes Jahr im Voraus. Planung, behördliche Genehmigungen und die Abstimmung der einzelnen Transportschritte sind notwendig, damit die tonnenschwere Fracht am entscheidenden Tag sicher und ohne Verzögerung ans Ziel gelangt.
- Die tonnenschwere Fracht kam rechtzeitig in Malta an.
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Inbetriebnahme im November
Der neue 220/110-kV-Transformator RHU2 für das Umspannwerk Malta Hauptstufe ersetzt seinen in die Jahre gekommenen Vorgänger. Der Großtransformator ist knapp 13 Meter lang, vier Meter breit und 4,6 Meter hoch und bringt rund 290 Tonnen auf die Waage. Bis zum Abschluss der Montage und Fertigstellung im Umspannwerk wird sein Gewicht auf rund 397 Tonnen steigen. Im kommenden Jahr wird auch der zweite Großtransformator des Umspannwerks getauscht, der ebenfalls das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat. Wolfgang Ranninger, Projektleiter für dieses APG-Projekt, informiert: „Die beiden Transformatoren im UW Malta sind 50 bzw. 48 Jahre alt und am Ende ihrer Lebensdauer angelangt. Wir müssen diese beiden bestehenden 220/110-kV-Regelhauptumspanner RHU1 und RHU2 gegen zwei neue 220/110-kV-Regelhauptumspanner mit jeweils 270 Megavolt-Ampere Leistung ersetzen.“ Nach umfangreichen Aufbauarbeiten vor Ort ab Mittwoch, 2. September, und den erforderlichen technischen Prüfungen wird der neue Transformator Ende November 2026 in Betrieb genommen. Der zweite Trafo, RHU 1, wird im kommenden Jahr getauscht. Für die Region ist die Erneuerung von zentraler Bedeutung. „Das UW Malta ist ein wesentlicher Abstützungspunkt für die regionale Netzabstützung des 110-kV-Verteilnetzes der Kärnten Netz GmbH für den Oberkärntner Raum. Die Erneuerung der Transformatoren ist ein sowohl nötiger als auch wichtiger Schritt zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit in der Region“, sagt Ranninger.
Starkes Stromnetz
Das Umspannwerk Malta ist eine von derzeit drei 220/110-kV-Netzabstützungen in Kärnten zwischen dem österreichweiten Übertragungsnetz der APG und dem Verteilnetz der Kärnten Netz GmbH (KNG). Neben Malta und Obersielach zählt auch das gemeinsame APG/KNG-Umspannwerk Villach zu diesen wichtigen Schnittstellen. Die 220-kV-Schaltanlage des Umspannwerks Malta dient der Einbindung der Kraftwerksgruppe Malta der Verbund Hydro Power GmbH (VHP) sowie der regionalen Netzabstützung des 110 kVNetzes der Kärnten Netz GmbH (KNG) über die beiden 220/110 kV-Regelhauptumspanner RHU1 und RHU2. Über die 110 kV-Schaltanlage wird das 110 kV-Verteilnetz der KNG weitere Kraftwerke der VHP und Kelag eingebunden. Mit der Erneuerung der beiden Großtransformatoren investiert die APG damit nicht nur in den technischen Ersatz veralteter Anlagen, sondern in die langfristige Stabilität der Strominfrastruktur in Oberkärnten.
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