06.04.2017, 08:00 Uhr

Drautaler Gemeinde feiert 750 Jahre

Das Projektteam berg.750 mit Leiter Josef Sattlegger stellt ein buntes Jahresprogramm zum Jubiläum auf die Beine (Foto: KK/berg.750)

In Berg stehen Kunst, Kultur und Brauchtum im Jubiläumsjahr an erster Stelle.

BERG (ven). Zehn Zentimeter breit und 160 Zentimeter lang ist es, das Schriftstück aus dem Jahre 1267, dem sogenannten „Greifenburger Urbar“, dort wurde Perige, das heutige Berg im Drautal erstmalig urkundlich erwähnt. Auch wenn der Ort viel älter ist, wurde diese historische Aufzeichnung zum Anlass genommen, 750 Jahre Berg im Drautal ein Jahr lang zu feiern,

Gemeinschaftlicher Kitt

Dazu hat sich die Initiative "berg.750" gegründet. Bereits vor zwei Jahren haben die ersten Gespräche mit Gemeinde und Interessierten, sowie dem Ideengeber zur Initiative Josef Sattlegger stattgefunden. "Müsste man die Jubiläumsgeschichte 750 Jahre Berg mit einem Satz umschreiben: Ohne freiwilligem Engagement und Ehrenamtlichkeit geht nichts!,“ sagt Martin Tiefnig, Mitglied im 13-köpfigen Projektteam. „Und das ist gut so – ein Dorf lebt von diesem gesellschaftlichen Kitt, der die Dinge miteinander verbindet. Gute Vorbereitung und der gute Wille bei der Sache. Das hält das Dorfleben intakt,“ ist sich das Team einig.

Vereine und Schulen dabei

Die Volksschule hat bereits im Vorjahr mit dem Trickfilm „Der Berg-Zwerg“ begonnen, einen Beitrag Jubiläumsjahr zu leisten, der heuer erstmalig gezeigt wird. Im Juni 2017 wird im Schulgarten der Volksschule ein überdimensionaler Rechenschieber enthüllt, den der Berger Bildhauer Werner Pirker mit 75 Kindern aus Volksschule und Kindergarten gestaltet hat.
Die „Hymne an Berg“, eine musikalische Gemeinschaftsproduktion aus Kirchenchor, MGV Harmonie Berg, sowie der Berger Drautal- Böhmischen, wird am Ostersonntag beim Liederabend uraufgeführt. Der Text stammt von der Mundartdichterin Maria Wuggonig, Musik: Hans-Peter Pöllinger.

Breites Spektrum

Der Fokus wird auf eine dorfgerechte Kultur gelegt, bei der „Bestehendes durch das 750-Jahr-Gütesiegel veredelt, aber auch Neues entstehen wird. Durch das Einbinden der Vereine und der Bevölkerung gelingt es, ein breites Spektrum anbieten zu können ,“ so Sattlegger zur WOCHE.
Ihn persönlich bedeutet es viel, sich in Berg auf viel Freiwilligkeit verlassen zu können. "Darum macht es Spaß, solch ein unterschiedliches Kultur-Jahresprojekt auf die Füße zu stellen", sagt er. Gemeinsam mit der Trachtenkapelle Berg, der drittältesten Trachtenkapelle Österreichs, wird im Oktober 2017 gefeiert: Das 250 jährige Bestehen der Kapelle, sowie die „offizielle 750er Feier“ mit einem Heimattreffen.

Kreativer Boden

Aushängeschilder habe der Ort viele: "Der kreative Boden rund um Berg hat zwei Bildhauer, Hans-Peter Profunser mit eigenen Atelier und Werner Pirker hervorgebracht." In einem eigenen Malstudio „Arche“ können sie ihre Kreativität beim Künstlerehepaar Werner und Maggie Schneider testen. Sportliche Größen wie die Weltcupläuferin Carmen Thalmann, sowie ÖSV-Trainer Marko Pfeifer sind berühmte Töchter und Söhne, ebenso der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Alois Hotschnig.

Tourismus wichtig

Ein funktionierender Lebensmittel-Vollversorger sei ein wichtiger Teil der Dorfqualität, ebenso ein aktives Team an bäuerlichen Ab-Hof-Verkäufern. Einen besonderen wirtschaftlichen Stellenwert hat der Tourismus in Berg, Handwerksbetriebe wie die von Funktionstüren Unterwaditzer, Holzbau Thalmann, Holzbau Hartlieb, Elektro Ebenberger, Betonwaren Mandler, Friseur hairQixxs Thalmann, Debowa Raumgestaltung, Fliesen Drazan Durdevic und Lohnunternehmer Wolfgang Krenn u.a. runden laut Sattlegger die Branchen-Palette ab.

Viel Besonderes

Besonderheiten gebe es laut Sattlegger viele in Berg. Durch die Ochsenschlucht bläst mediteranes Klima auf Berg in Drautal – mit ein Grund, warum es möglich ist, dass im Mai 2017 die Buschenschenke Hupfa eröffnet wird. Mit dem Know How von Jakob Grasser wurde am Schlussnig vor Jahren ein Weinberg angelegt, dessen Früchte nun in die Gläser der Gäste fließen können. Die gleiche Luft tut auch den Gleitschirmfliegern und Paragleitern gut, die sich über die hervorragende Thermik rund um Berg freuen. Und nachts betrachtet man den Himmel in der Sternwarte auf der Emberger Alm.
Die alten Wanderwege rund um Berg wurden zu einem „Sensopark“ zusammengefasst und der Drauradweg R1 streift den Ort südlich der Drau, wo es möglich ist, in sogenannten Radler-Hütten sportlich und doch sehr komfortabel zu übernachten. Die Möglichkeit, dem Modellflug zu frönen, besteht ebenso wie das Einlochen in der 9-Loch Golfanlage Drautalgolf.

Mehrzweckhaus startet

Auch die Gemeindeführung hat viel vor. Die Neuerrichtung des Mehrzweckhauses, die nächstes Monat startet, liegt beim Bürgermeister Ferdinand Hueter in seiner Prioritätenliste ganz oben. “Nach Ostern beginnen wir mit den Umbaumaßnahmen und zum Berger Kirchtag im September werden wir ein neues und modernes Kulturzentrum für Berg segnen können,“ so der Bürgermeister.
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