20.12.2017, 08:44 Uhr

Weihnachten in der Ferne

Marisa Schirnhofer am Strand in Sydney. Bei 35 Grad kommt eher wenig Weihnachtsstimmung auf (Foto: privat)

Die WOCHE sprach mit Auslandskärntnern, wie sie nun in ihrer neuen Heimat Weihnachten feiern.

COLORADO, SYDNEY (ven). Christmette, Geschenkeauspacken am 24. Dezember, nachdem das Christkind gekommen ist und Schlittenfahren in den Bergen - Für uns ganz normale Aktivitäten zu Weihnachten. Die WOCHE sprach mit zwei Kärntnerinnen im Ausland, wie sie nun dort, wo sie sind, Weihnachten feiern. 

Kein Schnee

Ulli Limpitlaw, geb. Glabischnig, aus Seeboden, ist seit den 1970er Jahren in Greeley, Colorado, zuhause. Dort hat sie sich mit einem Massagestudio ein Leben aufgebaut, machte auch mit über 50 Jahren ihren Doktor in Medizinischer Geologie auf der Universität - als erste in diesem Fach überhaupt. 
"Normalerweise liegt hier in Greeley um diese Jahreszeit Schnee. Schließlich liegt die Stadt auf 1.600 Metern Höhe. Aber heuer ist alles trocken und braun. Die Stimmung ist nicht so richtig weihnachtlich", berichtet sie.

Wandern am Christtag

Ihre handgeschnitzte Weihnachtskrippe aus Kärnten sei natürlich im Wohnzimmer aufgestellt. "Ansonsten gibt es festliche Partys, an denen wir mit Bekannten und Nachbarn essen und singen." Bei ihr selbst im Haus wird nicht viel gefeiert. Sie und ihr Lebensgefährte Dan lesen die Weihnachtsgeschichte und am Christtag fahren sie in den Rocky Mountain National Park zum Wandern. "Hinterher wird feierlich gegessen. Heuer gibt es feinen Büffelbraten mit Keksen und Torten, die alle ohne Zucker und Mehl gebacken worden sind." Christbaum hat sie heuer keinen. "Wir haben einen jungen Kater, der würde ihn abräumen", schmunzelt sie und wünscht allen ihren Freunden in ihrer Heimat ein frohes Fest.

Nach der Matura weg

Ans ganz andere Ende der Welt hat es Marisa Schirnhofer aus Mallnitz verschlagen. "Ich wollte mit einem Klassenkameraden eine Woche nach der Matura an der Hak Spittal für drei Monate nach Australien zum Backpacken.... und habs nie mehr retour geschafft", erzählt sie. Am dritten Tag dort hat sie einen Australier kennengelernt, die Beziehung hielt sechs Jahre. "Ich habe mich hier so wohl gefühlt und ein Leben aufgebaut, sodass ich nicht mehr zurück wollte. Mittlerweile bin ich 13 Jahre hier." Schirnhofer arbeitet als "Group Operations Manager" für eine Firmengruppe mit drei Hotels und Bars und lebt direkt am berühmten Bondi-Beach in Sydney. 

Viel Essen

Das australische Weihnachten ist für sie immer "noch ein bisschen komisch". Bei 35 Grad am Strand kommt bei ihr nicht so wirklich Weihnachtsstimmung auf. "Die Aussies machen ihre Geschenke am 25. Dezember auf und dann gibt es eigentlich nur mehr viel Essen. Barbeque, Schinken, Truthahn. Immer eine tolle Feier", erzählt sie. Am sogenannten "Boxing Day" - meist der 26. Dezember - sehen sich die Australier traditionell das "Sydney to Hobart Yacht Race" von einem der Parks in Hafennähe aus an. 
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