08.06.2017, 16:51 Uhr

Neos: "Es wird über Köpfe hinweg entschieden"

Der Berufsschulzwei der Friseure soll in Spittal geschlossen werden

Nun wollen sich auch die Neos gegen die Schließung des Berufsschulzweiges in Spittal wehren.

SPITTAL. Ab 2025 müssen die Friseur-Lehrlinge aus dem Bezirk Spittal eine weite Anfahrt auf sich nehmen, denn der Berufsschulzweig in Spittal soll geschlossen werden. Nach FPÖ-Abgeordneten Christoph Staudacher meldet sich nun auch Hermann Bärntatz, Neos-Landessprecher und Gemeinderat, in der Causa zu Wort.

Ausbildung werde erschwert

„Es wird über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden. Die nächste Möglichkeit, die Ausbildung zu absolvieren, ist in Klagenfurt. Anstatt die Lehre aufzuwerten, wird den jungen Menschen eine fundierte Ausbildung erschwert“, kritisiert Bärntatz die Entscheidung von Landeshauptmann Peter Kaiser.

Kostspieliges Pendeln

"Täglich nach Klagenfurt zu pendeln, kostet Geld. Geld, das sich die jungen - vor allem Frauen - bei einer monatlichen Lehrlingsentschädigung von 470 Euro im ersten Lehrjahr nicht leisten können. Das wird vielen die Motivation nehmen, sich um eine Lehrstelle in diesem Bereich zu bemühen“, merkt Bärntatz an und kritisiert weiter: “Das Konzept hätte mit den Sozialpartnern abgestimmt werden müssen. Das ist nicht passiert.”

Standort massiv geschwächt

Der Standort Spittal werde durch dieses Vorgehen in seiner Wirtschaftskompetenz massiv geschwächt und auch die hohe Arbeitslosigkeit wird dadurch nur noch mehr verstärkt, führt er fort. “Wir müssen die Berufsschulstandorte, unter Berücksichtigung der regionalen Gegebenheiten in Kärnten, erhalten und ausbauen, denn nur so können wir einer Abwanderung bildungswilliger Menschen entgegenwirken und den Arbeitsmarkt stärken.“

Zu Zuwanderungsregion

Für NEOS steht ganz klar das  „Landleben 4.0“ im Mittelpunkt. Das Konzept soll Kärnten, welches das einzige Bundesland in Österreich mit Abwanderung ist, wieder zur Zuwanderungsregion machen - mit besonderem Augenmerk auf vernachlässigte Regionen. “Nur so kann man langfristig die Auswirkungen einer überalternden Bevölkerung im Oberkärntner Raum entgegenwirken und somit jungen Menschen einen attraktiven Bildungs- und Berufsstandort bieten”, so Bärntatz abschließend.
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