02.11.2017, 13:49 Uhr

St. Pöltner Helden

Emhart Marie

Maria Emhart- Widerstand und soziale Gerechtigkeit. So gut wie jeder St.Pöltner durfte die Maria Emhart- Straße kennen. Aber was steckt hinter dem Namen? Wer war diese Frau? Was hat sie geleistet um Namensgeberin einer Straße zu sein?

Geboren wurde sie am 27. Mai 1901 in Pyhra mit den Namen Maria Raps. Bereits in frühen Jugendtagen, mit 17 um genau zu sein, fand sie zur sozialdemokratischen Partei. Ob die Umstände dass sie in einer Barackensiedlung mit vier weiteren Geschwister aufwuchs sie dazu bewegte der oben genannten Partei beizutreten ist nicht bekannt, scheint aber naheliegend zu sein. Drei Jahre später heiratete sie Karl Emhart. Dieser sah sich zwar aus politischen Gründe gezwungen sich 1936 von ihr scheiden zu lassen, blieb aber bis zu  seinem Ende an ihrer Seite.
1932 wurde sie bei den Gemeinderatswahlen der ersten Republik in den Gemeinderat von St. Pölten gewählt. Zwei Jahre später kam es zu den Februarkämpfe auch bekannt als österreichischer Bürgerkrieg, in der sie eine führende Funktion über hatte.

Bereits damals mit 33 Jahren musste sie fürchten gehängt zu werden.

Dies wurde aber aufgrund mangelnder Beweise fallen gelassen und sie war frei gesprochen worden. Zu Ende März 1936 fand sie  erneut vor Gericht wieder. Sie war Mitangeklagte im großen Sozialisten Prozess. Weitere Beschuldigte waren unter anderem Bruno Kreisky und Franz Jonas. Auch hier entging sie der geforderten Todesstrafe und wurde stattdessen zu 18 Monaten Kerker verurteilt. Im selbigen Jahr jedoch wurde sie begnadigt und wieder frei gelassen.  Nach Kriegsende zu 1946 wurde sie als erste Frau in Bischofshofen zur Vizebürgermeisterin gewählt, blieb 20 Jahre und waltete fortan im Nationalrat. Am 9. Oktober 1981 mit stolzen 80 Jahren verstarb sie und mit ihr eine politische Ikone, die stets für soziale Gerechtigkeit einstand und als Vorreiter aller Frauen in der österreichischen Regierung gilt.
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