"Seerosenfieber"
Das Kärntner Volksmusical im Rathaushof St. Veit

Eine wahre Geschichte. Eine verbotene Liebe. Ein Lied, das bis heute berührt: Am Freitag, dem 26. Juni, verwandelt sich das Rathaus in St. Veit in eine große Bühne für ein Stück Kärntner Seelenlandschaft: "Seerosenfieber“, das Volksmusical von Hans Müller (Libretto) und Georg Stampfer (Musik), erzählt die bewegende Entstehungsgeschichte eines der schönsten und tiefgründigsten Kärntnerlieder – „I tua wohl“.

Doch dieses Musical ist weit mehr als eine Hommage an einen bekannten Klang. Es ist eine dramatische Spurensuche, eine Liebesgeschichte voller Sehnsucht und eine Reise in die Abgründe einer jungen Frau, die ihrer Zeit weit voraus war.

Eine tragische Liebe jenseits der Standesgrenzen

Im Zentrum steht die wahre Begebenheit um Baroness Ottilie von Herbert, die nur 22 Jahre alt wurde. Umrahmt von einer nicht standesgemäßen Liebe zu Franz, einem Bauernburschen aus Reifnitz am Wörthersee, entfaltet sich ein Gefühlsdrama voller Leidenschaft und Verzweiflung. Was wie ein Märchen beginnt – voller überschwänglicher Lebenslust, Volksfeste und Kirchtagsszenen – wandelt sich unaufhaltsam zur Tragödie.
Zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt zeichnet „Seerosenfieber“ ein eindringliches Seelenlabyrinth. Ausbreitende Melancholie, gesellschaftliche Zwänge und das Ringen um die eigene Freiheit lassen Ottilie nach und nach in die Einsamkeit stürzen – und doch hinterlässt sie mit „I tua wohl“ ein musikalisches Testament, das Kärnten bis heute prägt.

Ein starkes Ensemble

Auf der Bühne vereinen sich regionale Verwurzelung und hochkarätiges Können zu einer lebendigen Gemeinschaft. Die Hauptrollen sind eindrucksvoll besetzt: Marina Colda aus St. Veit verkörpert die junge Baroness Ottilie von Herbert – fragil, aufbegehrend und voller Leidenschaft. Michael Hasslacher spielt den Bauernburschen Franz Roggenbauer – bodenständig und doch gefangen in den Zwängen seiner Zeit.
Taras Kuzmych, Akteur am Stadttheater Klagenfurt gibt Ottilies Vater Ignaz von Herbert – eine Figur zwischen Fürsorge und geschäftlicher Härte.
Die Rollen der Schwestern Marie und Sophie werden von Mitgliedern des Chors 1863 aus St. Veit an der Glan übernommen; Das „gemeine Volk“ wird ebenfalls durch den Chor dargestellt. Dieser bildet unter der Leitung von Helga Wildhaber das musikalische Rückgrat des Abends.
Für authentische Szenen, bodenständigen Witz und mitreißende Showeinlagen sorgen die Gerlamooser Schuhplattler – unterstützt von keinem Geringeren als der Ski-Ikone Fritz Strobl.

Ein Stoff, aus dem Träume – und Tragödien – sind

Autor und Komponist begeben sich mit „Seerosenfieber“ auf die Spuren einer begabten jungen Komponistin, deren Leben ebenso intensiv wie kurz war. Es ist der Versuch, einen Augenblick innezuhalten, der Vergänglichkeit zu begegnen und einer Frau eine Bühne zu geben, deren Werk bis heute nachklingt.
Zwei Akte, die Gegensätze umarmen: überschwängliche Volksfestfreude trifft auf tiefe Einsamkeit. Bauernmarkt und Kirchtag geben den Takt vor, während sich innere Abgründe öffnen. Ein Volksmusical, das unter die Haut geht – und die Frage stellt, was bleibt, wenn das Leben zerbrechlich wird.

Aufführungstermin & Karten:

Datum: Freitag, 26. Juni 2026, 20.30 Uhr
Ort: Rathaushof St. Veit
Kartenvorverkauf:
Preise VVK. 28€, AK. 32€
Buchhandlung Besold, St. Veit
Weltladen, St. Veit
Restaurant Autohof, St. Veit
Bei den Mitgliedern des Chors - Kontakt: Chor 1863 St. Veit/Glan, Tel.: +43 676 9268484, E-Mail: chor@chor1863.at
Veranstalter:
Austrian Classic Philharmony & Chor 1863 St. Veit an der Glan

Der Chor 1863 St.Veit/Glan lädt Ende Juni zu einem besonderen Sommerabend voller Emotionen und Kärntner Klangtradition. | Foto: Privat
Marina Colda und Michael Hasslacher | Foto: Privat
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Foto: Franziska Marhold
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