Junge Leidenschaft
Trotz Sehschwäche ist Ben (13) im Autocross erfolgreich
- Die Eltern Alexandra und Thomas unterstützen Ben und sind froh, dass er im Motosportverband so gut aufgenommen wurde.
- Foto: MeinBezirk.at/Astrid Siebert
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Der 13-jährige Ben Lessiak aus Meiselding beweist, dass es trotz Sehbeeinträchtigung möglich ist, seiner Leidenschaft im Motorsport nachzugehen. Er ist der einzige Autocrosser seiner Altersklasse in Kärnten.
MEISELDING. Schon mit fünf Jahren ist er das erste Mal in einem Buggy gesessen und mit acht Jahren hat er bereits an seinem ersten Rennen teilgenommen. Die Leidenschaft für das Autocross wurde ihm quasi in die Wiege gelegt, schon sein Vater Thomas Lessiak war viele Jahre im Rennzirkus mit dem Motorsport Team Marcher unterwegs.
Anpassungen notwendig
Als Mechaniker und Teil des ÖMSV Autocross Quad kann er Ben bei seinem Hobby tatkräftig unterstützen. Dazu gehören allerdings nicht nur die technischen Fertigkeiten, um die Buggys zu reparieren, sondern auch die Möglichkeit, die Statuten für die Rennen zu ändern um seinem sehbeeinträchtigen Sohn das Fahren überhaupt erst zu ermöglichen. "Wir konnten mit dem Verband umsetzen, dass Ben bei seinem Buggy eine Plexiglasscheibe bekommt", erklärt er, "normalerweise ist auch vorne ein Gitter. Aber durch das kann Ben wegen seiner schwachen Sehleistung nicht gut sehen."
- Ben sitzt trotz Sehbeeinträchtigung regelmäßig im Buggy und tritt bei Autocross-Rennen an (am Bild mit Startnummer 644).
- Foto: Privat
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Sicherheit geht vor
Es ist bewundernswert, das Benn trotz einer Sehleistung von nur 35 Prozent, überhaupt so gut auf den Strecken zurecht kommt. "Schon als kleines Kind war er immer draußen unterwegs," erinnert sich seine Mama Alexandra, "ob auf dem Fahrrad, mit dem Quad oder dann später im Buggy." Glücklicherweise wohnt die Familie Lessiak in der Nähe von Meiselding auf einem großen Grundstück mit Wiese und Acker. Dort lernte Ben mit dem Buggy umzugehen, wobei die Sicherheit immer im Vordergrund steht. Durch seine eigene Erfahrung im Autocross kann Vater Thomas hier viel an den Jungen weitergeben. Auch Bens kleiner Bruder Peter scharrt schon in den Startlöchern. Heuer werden die beiden Brüder erstmals gemeinsam am Autocross in Meiselding, Bens Heimrennen, im August teilnehmen.
- Beim Heimrennen in Meiselding Mitte August geht Ben natürlich auch an den Start.
- Foto: Privat
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Gleichberechtigt am Start
Im Autocross-Zirkus ist Ben trotz Beeinträchtigung absolut gleichberechtigt. "Im Rennen schenken wir uns nichts", erzählt er über seine Konkurrenten, "aber danach vertragen wir uns und sind mittlerweile die besten Freunde geworden. Auch wenn die anderen nicht in Kärnten wohnen." An Rennwochenenden ist die ganze Familie dabei, dabei sind sie in ganz Österreich unterwegs. An acht bis zehn Rennen im Jahr nimmt Ben teil. Die Antwort auf die Frage nach seiner Lieblingsstrecke fällt unmittelbar: "Die in Tschechien, in Humpolic, mag ich am liebsten. Das ist eine richtige Rennstrecke, mit vielen Kurven. Es geht rauf und runter und auch coole Sprünge sind dabei." Solche dauerhaften Rennstrecken gibt es in Österreich gar nicht. Hier werden die Strecken vor den Rennen einfach in der Wiese gezogen.
- Ben konnte schon einige Preise mit nach Hause nehmen.
- Foto: Privat
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Ziel Staatsmeister
Seine Familie und Freunde sind sehr stolz auf den jungen Autocrosser, der mit angeborenem grauem Star und Glaukom auf die Welt gekommen ist. Wobei nicht nur das Hobby zählt. "Vorrangig muss in der Schule alles passen," so seine Eltern, "dann kann er auch seinem Hobby nachgehen." Am Buggy tüftelt er auch schon selbst herum, sein Berufswunsch ist Mechaniker. Und die Ziele für die Saison? "Ich würde natürlich gerne Staatmeister werden," so Ben. "Und die Kinder sollen einfach Spaß haben", ergänzt sein Vater.
Wir von MeinBezirk wünschen Ben dafür viel Erfolg und eine unfallfreie Saison!
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